Mittwoch, 14. Juli 2010

Bend, Oregon - mal wieder etwas Zeit!

Moin moin,

das letzte Wochenende - oder besser: den letzten Samstag - habe ich in Bend, Oregon verbracht. Freitagmorgen hatten wir noch eine Vorführung in Silver Lake, und für Montagmorgen war eine Vorführung in der Nähe von Hermiston am Columbia River angesetzt. Somit war die Entscheidung einfach - Wir bleiben übers Wochenende in Bend. Schon auf dem Weg dort hin hat mich dieser Anblick neugierig gemacht.
Jetzt wird jeder aus dem Ruhrpott sagen "Klar, ne Halde!" - aber hier gibt es keinen Bergbau. Vielmehr ist die "Halde" vulkanischer Natur. Allerdings ist der Vulkan im Hintergrund nicht erst gestern, sondern vor 6000 Jahren ausgebrochen, wie ich mittlerweile in Erfahrung gebracht habe. Aber von vorne:

Samstag morgen habe ich mich dann erst einmal auf den Weg Richtung Downtown Bend gemacht. Dort fand an dem Tag ein "Festival" statt, und somit waren einige Straßen gesperrt. An vielen kleinen Verkaufsständen wurden wenige schöne und viele nicht so schöne Sachen verkauft - halt der Kitsch, den der Amerikaner so liebt.


Nach einem vorzüglichen Becher 'Gelato' und einem großen Stück Pizza bin ich dann weiter Richtung 'Lavafields' gefahren. Selbstverständlich ist das Gebiet einem Nationalpark angegliedert, und ebenso selbstverständlich kostet es Eintritt. Aber 5 Dollar finde ich dann doch recht angemessen, und neben dem Tagespass (den man auch an den Stellen, die ich später anfahre noch braucht) bekommt man auch eine Erlaubnis, für eine halbe Stunde auf dem Vulkan zu parken.
Denn amerika-typisch kann man ja so ziemlich alles hier drüben 'erfahren'.

Ich habe dann gleich den Weg Richtung Krater eingeschlagen, und in 1,5 Umdrehungen ging es dann auf der Straße hinauf zum Kraterrand.
Neben dem Parkplatz, der 10 Amerikanern mit Ihren Full Size Pick Up Trucks platz bietet - auf dem aber wahrscheinlich ebenso 15 Europäer ihre Autos unterbringen würden - ist auf der Nordseite des Kraters noch eine etwas höhere Aussichtsplattform mit einem Turm der Feuerwehr untergebracht. Von hier aus sollen Waldbrände frühstmöglich gesichtet werden.

Der Ausblick von hier oben ist auf jeden Fall grandios, und der Rundweg über den Kraterrand bietet neben Schildern mit vielen Informationen auch immer wieder tolle Aussichten.




Sehr lustig sind übrigens die Hörnchen, die hier oben überall rumlaufen, und auf Futter von den Touris hoffen. Allerdings wird denen auf Hinweisschildern deutlich gemacht, dass die 'wilden' Tiere nicht gefüttert werden sollen. Das wiederum finden die Hörnchen ziemlich blöd. Das Leben kann aber auch so gemein sein....

Glücklich ist da nur der, der gut Ausschau hält....

.... und dann doch etwas 'heruntergefallenes' erspähen kann.

Nachdem ich noch einige Minuten den bunten Treiben der Hörnchen zugesehen habe, und den Blick über Oregon genossen habe, lief meine halbe Stunde langsam ab, und ich habe mich wieder auf den Rückweg begeben. Allerdings nur vom Berg, denn natürlich war es noch früh am Tag, und ich wollte selbstverständlich auch noch mehr von der Umgebung kennen lernen. Ich bin dann mal zum westlichen Ende des Lava-Feldes gefahren, da dort auf meiner Karte ein Fluss eingezeichnet war. Außerdem war die Rede von 'Falls' was meins Wissens so viel wie Wasserfall bedeutet.

Bingo! Da ist der Fluss....
.... hier ist die Lava....

... und da sind die 'Falls'.

Gut, dass ich im Englischunterricht immer so gut aufgepasst habe, und vor allen, dass ich meine Vokabeln immer ausgesprochen gerne gelernt habe, und meistens auch zur vollsten Zufriedenheit meiner Mutter - glaube ich zumindest eventuell vielleicht.....

Und weil's so schön ist, gleich noch aus einer anderen Perspektive.

Rundherum sind übrigens Pinienwälder (können auch Kiefern sein) die einen wunderbaren Duft verbreiten, und das Wetter war mit geschätzten 35°C traumhaft an dem Tag. Ich bin einige Meilen am Fluss entlang gewandert, und hinter jeder Kurve gab es wieder tolle Ausblicke. Übrigens hat der Fluss insgesamt drei - nennen wir es Stromschnellen - und diese sind entstanden, nachdem vor ca. 6000 Jahren die Flüssige Lava das originale Flussbett einfach unter sich begraben hat. Der Fluss hat sich erst vor der Lava aufgestaut, bevor er dann einen anderen Weg gefunden hat, und diesen mit der Zeit zu dem auf dem Bild sichtbaren Canyon ausgewaschen hat.
Auf das Schild, dass dieses alles recht gut erklärt, ist wohl leider vor 6000 Jahren auch etwas Lava gespritzt..... (Durch anklicken wird es übrigens wie auch alle anderen Bilder so groß, dass man es lesen kann)

Auf dem Rückweg zum Parkplatz (für den man übrigens auch den zuvor erworbenen Tagespass benötigt) habe ich dann noch diese geniale Location für eine 'Wohnung' gefunden.
Das Loch befindet sich mitten - aber auch wirklich mitten auf dem Parkplatz. Aber immerhin ist die Statik der Behausung sehr gut, und zugeparkt wird sie so auch nicht so schnell.

Weiter ging es dann Richtung Berge. Auf dem Weg bin ich durch eine typische Ferienanlage gekommen - in der ich aber keine Fotos gemacht habe, wie ich jetzt festgestellt habe. War auch nicht so spektakulär. Viele Holzhäuser inmitten von großen Bäumen. Und alles so verwunden, dass es an jeden Eingang extra 'Roadmaps' kostenlos gab. Das Feriengebiet heißt übrigens 'Sunriver'.
Aber ich war ja auch auf meinem Weg Richtung Berge.

Auf dem Weg dorthin gab es wieder viel schöne und abwechslungsreiche Landschaft zu bestaunen.

Am Mount Bachelor war dann sogar noch ein Lift geöffnet. Für den Schnäppchenpreis von 12 Dollar konnte man einmal nach oben, und wieder zurück. Die Skisaison ist auch hier leider vorbei.
(Auch hier setzt man auf Doppelmayr - Lifte Made in Austria)

Auf dem Rückweg habe ich dann noch mal einen Abstecher zu den beiden anderen 'Falls' gemacht, wobei diese nicht mehr so spektakulär waren wie der erste. Auch 'Lava Island' fand ich persönlich jetzt nicht so toll.
An dieser Stelle ist das Flussbett komplett mit Lava aufgefüllt, und der Fluss fließt rechts und links von der Lava, bevor er sich nach etwas mehr als einer Meile wieder vereinigt.
Dieses Foto der sonst doch recht flinken Spezies ist mich jedoch in der Nähe von Lava Island noch gelungen.

Als Fazit zu diesem Tag: Beeindrucken, da ich noch nie so bewusst Lavafelder gesehen habe. Auch die Tatsache, dass dieses Lavafeld bereits seit 6000 Jahren so vorhanden ist, und dass es in der Zwischenzeit kaum eine Pflanze geschafft hat, das Terrain zurück zu erobern, finde ich schon beeindruckend. Auch das andere Hinterland ist sehr schön und erinnert mich doch sehr stark an meine Zeit in British Columbia.

Also, bis demnächst!

Euer Niklas

Sonntag, 4. Juli 2010

Mal wieder ein Lebenszeichen: Lake Tahoe und Crater Lake!

Moin moin,

nachdem ich in den letzten Wochen sehr "busy" war, hatte ich nur wenig Zeit für ein Privatprogramm. Mittlerweile bin ich mit meiner Presse etwas weiter im Norden - genauer gesagt in Alturas, CA - angekommen, und in der Zwischenzeit habe ich viele interessante Dinge erlebt. Wie ihr vielleicht in meinem Krone Blog gelesen habt, habe ich eine große Runde durch Nevada hinter mir. Von Smith Valley ging es erst einmal wieder weit (ca. 200 Meilen) nach Süden - das erste mal für mich durch die Wüste - Richtung Fishlake Valley. Nach einem sehr erfolgreichen Tag mit vielen Kunden im Feld ging es dann zurück Richtung Norden nach Fallon, wo wir ebenfalls sehr viele Kunden auf der Vorführfläche begrüßen konnten, und von Dort über die Interstate 80 erst einmal wieder zurück nach Reno. Dann bin ich letzte Woche Freitag noch schell die drei Stunden Richtung Susanneville gefahren, wo wir ebenfalls eine gut besuchte Vorführung verbuchen konnten, bevor es dann zurück nach Reno ging. Dort hatte ich letztes Wochenende Besuch aus Deutschland - mein Vater hatte nach einem Business-Meeting am Freitag das Wochenende in Reno verbracht - und wir haben eine tolle Tour in der näheren Umgebung unternommen.

Zunächst sind wir Samstag Morgen nach Virginia City gefahren, ein historisch interessanter Ort, der sehr stark vom Gold Rush geprägt worden ist.






Virginia City ist eine der ältesten Siedlungen in Nevada, die heute jedoch sehr stark touristisch ausgerichtet ist. Sehr amüsant fanden wir, dass an einer für die Touristen künstlich hergestellten "Goldwasch-Strecke" die Pfannen mit Sand zuvor  mit jeweils drei kleinen Körnchen Gold versehen wurden, damit der Erfolg auch ja nicht ausbleibt.

Weiter ging es dann von Virginia City Richtung Carson City, der Hauptstadt Nevadas, und weiter Richtung Süden zum Lake Topaz. Am Lake Topaz habe ich die Wochen zuvor einige male im Hotel übernachtet - wir haben jedoch nur einen kurzen Zwischenstopp gemacht, und unsere Getränkevorräte etwas aufgefrischt.

Etwas südlich vom Lake Topaz sind wir dann auf den Highway 89 Richtung Westen abgebogen, und auf der recht kurvenreichen Strecke haben wir uns schnell einige 100 ft. in die Höhe geschraubt. Von dort oben hat man einen tollen Blick über die angrenzenden Täler, der jedoch mit der Kamera eigentlich nicht einzufangen ist. Ich habe es mal versucht, aber in natura ist es noch viel beeindruckender.

Weiter ging es auf dem Highway 89 Richtung Lake Tahoe. Lake Tahoe ist mit 500 Meter Tiefe der zweittiefste und mit einer Höhe von 1900 Metern auch einer der höchstgelegenen Seen der USA. Die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft mittig durch den See. Wir sind auf der kalifornischen Seite geblieben, und haben uns somit das westliche Ufer des Sees angesehen. Aufgrund der unterschiedlichen Gesetze in Kalifornien und Nevada gerade was das Thema Glücksspiel anbelangt ist gerade der Ort "South Lake Tahoe" auf der Seite Nevadas mit großen Casinos verschandelt. Die kalifornische Seite hingegen besticht durch ihre netten Häuser zwischen Ufer und Strasse und die immer wieder tollen Ausblicke.






In Tahoe City haben wir dann am frühen Nachmittag angehalten, und in einem netten Restaurant mit Terrasse mit Seeblick einen kleinen Imbiss zu uns genommen. Bei bestem Wetter war der Ort einfach traumhaft.

Zurück nach Reno ging es dann über Mount Rose. Abends haben wir uns dann mit meinem Kollegen Brent Raines zum Abendessen verabredet, und anschließend den Tag noch in einer der zahlreichen Hotel-Bars ausklingen lassen.
Sonntag hatten wir dann morgens das Shopping-Programm, und nach einem kurzen Zwischenstopp Downtown Reno sind wir noch einmal nach Squaw Valley gefahren.

Schon interessant zu sehen, wie es dort ohne Schnee aussieht. Auf dem Rückweg wollten wir dann noch einen Stau auf der Interstate umfahren - das einzige, was ich so nicht erwartet hatte, war, dass die andere Strecke plötzlich eine Schotterstrecke wurde. Auch meine Mitreisenden und vor allem unser Fahrer war so überrascht und vor allem konzentriert bei der Sache, dass ein Wunsch, an einer besonders schönen Stelle einmal anzuhalten, erst nach etlichen Sekunden und vielen weiteren Metern gehört wurde.


Am Sonntagabend haben mein Vater und sein Kollege dann Reno mit dem Nachtflug verlassen, und ich hatte ab Montag wieder alle Hände voll zu tun, um möglichst vielen interessierten Kunden unsere BiG Pack 1290 HDP zu zeigen. Montag bin ich nach einigen Arbeiten an der Presse in reno dann gegen Mittag Richtung Lovelock aufgebrochen, wo wir Dienstagmorgen um 4 Uhr eine Vorführung hatten. Danach ging es weiter zu einer Ranch nördlich von Winnemucca, wo wir am Mittwochmorgen vorgeführt haben. Diese Demo war dann auch die letzte mit unserem Nevada-Händler Dan Smith von der Smith Valley Garage in Wellington.
Die Bilanz in Nevada ist sehr sehr gut. Wir haben in 2,5 Wochen in 15 Demonstrationen mehr als 54 Interessenten unsere Presse zeigen können. Von Winnemucca, NV aus bin ich dann Mittwochnachmittag Richtung Alturas, CA aufgebrochen. Immer auf dem Highway 140 durch die Wüste.



Nach einem besonders beeindruckenden Teilstück entlang eines Canyons halte ich kurz an, um dieses Foto zu schießen.....

... und was sehen meine entsetzten Augen da? Unterm Trecker ist alles voller grünlichem Wasser. Toll. Ich bin in der Mitte eines 84 Meilen langen Teilstücks des Highway 140 ohne irgendeinen Service - ja sogar ohne irgend ein Haus - und sogar ohne irgendeinen Handy Empfang, und mein Kühlwasser tropft aus dem Motorraum. Schnell öffne ich die Haube und die Seitenverkleidung, und sehe dann zu meiner Erleichterung, dass nicht der Schlauch geplatzt ist, sondern dass JCB oder Cummins nur an den Schlauchschellen gespart hat, und der Schlauch der Luftpresser-Kühlung von dem Stutzen gerutscht ist. Die Klemm-Schelle sitzt noch auf dem Schlauch, und somit kann ich ihn genau dort wieder recht einfach fixieren. Eine leere Wasserflasche (0,5 ltr.) hilft mir dann, in den nächsten 1,5 Stunden ca. 25 Liter Wasser aus dem Tank auf der Presse in den Vorratsbehälter des Kühlsystems zu befördern. Ich muss dazu nur ganze 50-mal auf die Presse und wieder auf das vordere Schutzblech des JCB klettern - bei 40°C in der Sonne. Aber wie sagte schon Forrest Gump?
Shit happens!
Mit etwas Verzögerung setze ich meine Tour fort, und komme gegen 20 Uhr nach sieben Stunden fahrt in Alturas CA an. Ein Hotel ist auch schnell gefunden, und ein Subway ist auch im Ort (auch mit das Beste, was es dort an Möglichkeiten gibt)
Donnerstag treffe ich unseren Verkäufer Tom Downs von Klamath Basin Equipment und Freitagmorgen haben wir unsere erste Vorführung dort. Brent Raines ist auch nach Alturas gekommen, da ich ja noch wieder zurück nach Reno muss, um meinen Pick Up Truck und den Trailer zu holen. Unser Händler überrascht uns jedoch damit, dass er für Freitagabend und Samstagmorgen weitere Demos vereinbart hat. Somit verschiebt sich unsere Rückreise nach Reno um einen Tag, und da wir Freitag die nächste Demo um 21 Uhr haben, bleibt uns der ganze Tag für Sightseeing. Wir beschließen zum Crater Lake in Oregon zu fahren. Auf dem Hinweg fahren wir über Lakeview, da dort eine neue Pipeline gebaut wird, und die Tage zuvor Haufenweise nagelneues CAT Equipment verladen auf LKW an unserem Hotel vorbei gerollt ist. Diese Baustelle wollen wir uns genauer ansehen.

Auf dem Weg Richtung Lakeview kann man sehen, wie auf der parallel verlaufenden Bahnstrecke mit entgleisten Waggongs umgegangen wird. Sie werden einfach ein wenig zur Seite geschoben.




In Lakeview entdecken wir auch recht schnell den Ort, an dem die Pipeline Rohre abgeladen werden - die Stelle mit dem ganzen nagelneuen CAT Equipment finden wir jedoch leider nicht.

Aber auch dieses Equipment ist sehr interessant. Mit einem riesigen Elektro-Magnet hebt der 'Loader' die Rohre von den Waggons, und ein ebenfalls riesiger Radlader bringt sie dann zum entsprechenden Lagerplatz.


Vorn hier ging es dann aber auf direktem Weg weiter Richtung Crater Lake.



Kurz vor dem Krater habe ich dann das dümmste Schild gesehen, dass mir bis jetzt in den USA begegnet ist.
Dieses Schild ist ungefähr genau so wichtig, wie der Hinweis "Rutschgefahr bei Glätte".


Leider liegen die Ränder des Kraters des auf 1883 Metern gelegenen Sees im Nebel, und das Wetter ist auch nicht gerade sehr einladend. Es schneit.

Beeindruckend ist hingegen das blaue Wasser des Sees. Wir beschließen die Ringstraße einmal um den See herum zu fahren, was uns leider nicht ganz gelingt, da ein Teilstück aufgrund des Schnees noch gesperrt ist. Zwischenzeitig wird das Wetter jedoch besser, und wir genießen viele tolle Ausblicke auf den See.



Wer mehr Infos zu diesem Ort haben möchte - Hier der Link zu Wiki!

Nach zwei weiteren erfolgreichen Demonstrationen Freitagabend um 22 Uhr und Samstagmorgen um 6:00 Uhr in Alturas haben wir uns dann Samstagmittag wieder auf den Weg Richtung Reno gemacht.

So viel für den Moment!

Gruß Niklas