Freitag, 4. Juni 2010

Yosemite Nationalpark - ein Ausflug, der sich lohnt!

Moin moin,

nach langer Zeit und viel Arbeit habe ich heute Abend endlich mal wieder etwas Zeit, mich um euch zu kümmern. Ich wollte euch ja noch von meinem kleinen Ausflug zum Yosemite Nationalpark erzählen. Letzten Montag hatte Amerika auch mal einen Nationalfeiertag - Memorial Day - und somit hatte ich mal einen Tag nichts zu tun. Das Wochenende zuvor hatten wir am Samstag eine Demonstration, und den Sonntag hat dann der die Woche über liegen gebliebene Papierkram sowie ICQ in Anspruch genommen. Aber Montag hatte ich dann doch endlich Zeit...

Ich bin also recht zeitig aufgebrochen, um neben der doch etwas längeren Strecke von ca. 120 Meilen (one way) auch noch etwas Zeit im Nationalpark verbringen zu können. Schon die Hinfahrt von Turlock über den Highway 132, 49 und 140 hat mich durch tolle Berglandschaften geführt.

Die Strasse dürfte ein Traum für jeden Motorradfahrer sein. Eigentlich bestand sie nur aus Kurven, wie auf dem Bild im Hintergrund zu erkennen. Und Gegenverkehr war eigentlich auch ehr selten.


Auf dem Highway 140 ging es dann entlang des Merced River Richtung Yosemite Valley.

Dieser doch recht rasante Gebirgsfluss lädt viele Wassersportler ein - auf dem Weg habe ich etliche Rafter und Kajakfahrer gesehen, die in den Stromschnellen scheinbar ihren Spass hatten.

Kurz hinter dem kleinen Straßendorf mit dem klangvollen Namen El Portal hieß es dann erst einmal "löhnen". Denn der Besuch in dem Nationalpark kostet.

Die Preisgestaltung ist hier jedoch recht interessant. Pro PKW bezahlt man 20 Dollar - egal, ob eine Person oder 8 Personen drin sitzen. Individualreisende mit Motorrad oder Fahrrad zahlen 10 Dollar, genau so wie Reisende in einem Bus. Dort dann 10 Dollar pro Person. Das Ticket ist dann sieben Tage gültig. Mit anderen Worten, ich habe die berühmte Karte gezogen. Alleine im Auto und nur einen Tag Zeit - aber trotzdem 20 Dollar. Aber egal. Man ist nur einmal hier.

Weiter geht es dann erst einmal mitten durch einen Granitblock. Bekannt ist das Tal ja durch seine steil aufragenden Felswände aus Granit - einst von Gletschereis geformt - und seinen Redwood Bäumen. Die Redwoods sind allerdings nicht so groß, wie an anderen Orten in den USA.

Besonders spektakulär sind die vielen Wasserfälle, die sich überall im Tal befinden.

Das Tal selber ist ehr langweilig und sehr amerikanisch auf Tourismus eingestellt. Immerhin gibt es eine zweispurige Ringstrasse und überall Camps, in denen man sein Wochenende mal ganz naturnah verbringen kann - natürlich mit dem Auto in Reichweite, mit dem Restaurant um die Ecke und mit dem Kühlschrank mit Icemaker im Zelt.

Aber egal, mir kam es ganz gelegen, denn so konnte ich das Tal einmal umrunden - wie ein Amerikaner, ohne das Auto zu verlassen *grins*. Natürlich habe ich einige Zwischenstopps eingelegt, und auch mal rechts und links etwas abseits des Weges geguckt.

Nachdem ich dann meine Runde beendet hatte, und feststellen musste, dass ich am Memorial Day irgendwie nicht der einzige in diesem Tal war - ja, ich habe zeitweise im Stau gestanden - bin ich dann zum Glacier Point gefahren. Dieser Aussichtspunkt liegt südlich des Tals hoch oben in den noch tief verschneiten Bergen, und man hat einen grandiosen Blick über den Nationalpark.

Hier auf 2190 Metern Seehöhe habe ich dann neben dem tollen Ausblick auch einige sehr schöne Tiere beobachten können.
Dieser Vogel heißt laut Wikipedia Diademhäher. Komischer Name, aber sehr schöner Vogel mit einem tollen blauen Federkleid.
Dieses Foto gefällt mir besonders gut. Wenn ihr gesehen hättet, wie schnell diese Hörnchen unterwegs waren, dann ist es schon fast ein wunder, dass mir dieses Foto so gut gelungen ist. Die Größe dieses Goldmantel-Ziesel ist übrigens zwischen Maus und unserem Eichhörnchen - also nicht sehr groß. 
Hier noch mal ein Foto vom Glacier Point....

und hier ein Blick Richtung Parkplatz.

Da es bereits 17 Uhr war, habe ich mich dann auch schon wieder langsam auf den Rückweg gemacht. Schließlich wollte ich die kurvenreiche Strecke durch die Berge nicht unbedingt im Dunkeln zurücklegen. Gegen 18 Uhr war ich dann wieder im Yosemite Valley, wo ich noch mal kurz angehalten habe, weil alle irgendwie Richtung Himmel starrten. Dort war dann Folgendes zu sehen:

Über dem kleinen Baumwipfel in der Mitte ist ein hellerer Fels auszumachen. Ich habe das dann mal komplett herangezoomt.

Ziemlich in der Mitte des Bildes sieht man das Gepäck, und am oberen Bildrand die Bergsteiger. Ich hätte diese nicht entdeckt, aber dank einer freundlichen Amerikanerin, die mir ihr Fernglas zur Verfügung gestellt hat, konnte ich diese Gruppe ausmachen. Es waren noch mehrere Bergsteiger in der Steilwand, aber diese habe ich leider mit der Kamera nicht mehr wieder gefunden. Denn mit bloßem Auge waren sie fast nicht zu sehen. Auf jeden Fall ist die Position für die Uhrzeit schon recht sportlich.
Auf dem Rückweg bin ich dann noch durch einige Regionen gekommen, in denen zuvor das Feuer gewütet hatte.

Aber Buschfeuer sind hier nicht nur schädlich - ganz im Gegenteil - die Redwood Bäume brauche sie, um sich Fortpflanzen zu können. Denn nur mit Hilfe der Hitze platzen die Samenkapseln auf, und der Samen kann nach dem Feuer auf dem Nährstoffreichen Boden aufgehen.

Gegen 21 Uhr war ich dann wieder zurück in Turlock. Alles in allem ein anstrengender Tag (über 8 Stunden im Auto und mehr als 300 Meilen auf kurvigen Bergstraßen) aber auch ein sehr interessanter Tag mit vielen tollen Eindrücken. Nur die Redwoods hatte ich mir irgendwie imposanter vorgestellt.

So viel von meinem Memorial Day - Also, bis dahin.

Gruß Niklas

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