Sonntag - was macht man da? Klar, man guckt sich ein wenig die Umgebung an. Shoppen wäre zwar tendentiell hier in den USA auch möglich, da die meisten Geschäfte genau so geöffnet haben, wie an allen anderen Wochentagen, vielleicht mit leicht geänderten Öffnungszeiten, aber irgendwie hatte ich dazu keine Lust.
Also habe ich mich gegen 11 Uhr auf dem Highway 395 Richtung Süden aufgemacht, immer das Ziel Lake Tahoe vor Augen.
Hier mal eine Übersicht über die Region bzw. die Route, die ich gewählt habe.
Kurz hinter Reno endet der gut ausgebaute mehrspurige Highway allerdings in einer Baustelle, und es geht auf kleineren Straßen dann auch recht schnell westwärts in die Berge.
Zuerst noch auf gut ausgebauten mehrspurigen Straßen, zumindest solange sich noch Wohngebiete rechts und links der Straße befinden.
Später dann auf einem nur noch zweispurigen Highway. Hier gewinnt man auch schnell an Höhe, und das auf 1300 ft gelegene Reno verschwindet schnell hinter und unter einem.
Am Mount Rose habe ich dann in einem der Skigebiete angehalten, und mir das Treiben dort mal aus der Nähe angesehen. Hier hatte ich auch endlich mal wieder Schnee unter den Füssen. Wusste schon gar nicht mehr, wie sich das anfühlt! *grins* Wobei der Schnee in den Rockys irgendwie anders ist. Irgendwie war er samtiger, und trotz geschätzten Temperaturen über 0°C (man konnte immerhin bequem im Hemd herumlaufen) war er irgendwie überhaupt nicht patschig, wie man das aus den Alpen oder auch dem Emsland kennt.
Insgeheim hatte ich mich ja schon gefragt, ob im alpinen Bereich auch Technik aus Deutschland eingesetzt wird, zumal es in Reno einen Stützpunkt der Kässbohrer Geländefahrzeuge AG gibt, aber dass nur Pistenbullys zum präparieren der Pisten eingesetzt werden, dass hat mich dann doch überrascht - und zugleich auch gefreut. Ich finde diese Fahrzeuge ja einfach nur genial, und finde es natürlich schön, dass man auch hier von ihnen überzeugt ist. Netter Nebeneffekt - Ich habe auch mal einen PB 400 aus der Nähe betrachten können.
Aber ich schweife ab....
Das Skigebiet fand ich auf den ersten Blick klein, auf den zweiten Blick gibt es aber durchaus viele schöne, fast parallel verlaufende Pisten, die auch zumindest von unten ordentlich steil aussahen, und vor allem sehr leer waren, was man von dem Einstieg am Lift und der Gastronomie nicht unbedingt behaupten kann. Gut, heute war Sonnenschein und Sonntag - beides Argumente für eine volle Piste.
Ich habe mich dann auch wieder auf die Weiterreise begeben, denn schließlich wollte ich ja noch bis zum Lake Tahoe kommen. Weiter ging es also durch verschneite Landschaften, an den Straßenrändern standen teilweise etliche Autos, viele auch mit Anhängern, und seitlich führten überall die verräterischen Spuren der Schneemobile, oder auch Skidoos, in den Wald. Dazu hätte ich ja auch mal Lust. Ich glaube, dass man seine Freizeit in so einer Gegend gut rum bekommen kann, sofern auch das Nötige zwischen Daumen und Zeigefinger ausreichend vorhanden ist.
Ach ja, zwischenzeitig habe ich noch den höchsten Punkt meiner Route mit 8900 ft hinter mir gelassen. Fast 3000 Meter Seehöhe!
Noch mal ein Blick zurück nach Reno - übrigens, der große weiße Kasten ist mein Hotel, wieder das Grand Sierra Resort. Nur bin ich diesmal im 23. Stock und habe einen wunderbaren Ausblick!
Und dann, einige Meilen weiter, hinter einer Kurve kam er dann endlich zum Vorschein - der Lake Tahoe!
Sieht schon irgendwie toll aus, wie still das Gewässer sich in die Berge einbettet. Leider war der Himmel wieder etwas wolkig, so dass sich die Berge nicht perfekt im Wasser gespiegelt haben. Naja, egal. erst mal runter zum Ufer!
Ich stelle wieder fest, dass ich eigentlich ein Wassermensch bin. Ich liebe es, am Meer zu sein. Und auch hier flogen ein paar kreischende Vögel, aufgrund des geringen Wasserstandes war am Ufer so etwas wie ein breiter Strand, und überhaupt, einfach ein schöner Fleck dort. Auch wenn die Jahreszeit ja nicht so einladend ist. Am Ufer war eigentlich überall das gleiche Bild. Tolle Holzhäuser ziehen sich ganz am Ufer entlang, fast jedes mit einem eigenen Bootssteg, und dahinter verläuft die Küstenstraße. Immer wieder wird es etwas belebter, und es sind Geschäfte und Imbisse etc. vorhanden. Auch an einer Marina bin ich vorbei gekommen, aber bis auf abgerödelte Stege und eine Hand voll größerer Motorboot war dort nichts zu sehen.
Hier habe ich dann irgendwann überlegt, wie ich meine Route fortsetze. Entweder langsam umdrehen, Kalifornien wieder verlassen, und zurück über Mount Rose, oder weiter bis Tahoe City, und dann dem "Abfluss" Truckee zur Interstate folgen. Den Weg zurück auf der Interstate kenne ich zwar schon von der Tour nach Tulare, doch war das mit der interessanteste Teil, da das Tal sehr eng ist, und nur die Eisenbahnlinie, der Fluss und die Interstate hinein passen.
Ich habe mich dann für zweiteres entschieden, und bin weiter bis zum "Abfluss" des Lake Tahoe.
Das hatte ich mir dann zwar in der Tat etwas interessanter vorgestellt, so mit tosenden Wasserfällen und so, aber wie man sieht geht es doch ehr ganz geruhsam zu. Die Fische unten im Becken sind sogar vor lauter Ruhe gestorben ;-)
Naja, der See hat aber auch bestimmt 1-1,5 Meter weniger Wasser. Ich denke während der Schneeschmelze wird hier auch mehr los sein. Wobei tosende Wasserfälle wird es dann auch nicht geben. Naja, egal. Ich bin dann zurück Richtung Interstate, und habe mir auf dem Rückweg natürlich immer mit einem Auge auf der Straße die interessanten hölzernen Wasserkanäle noch mal angeguckt. Solche Bauwerke faszinieren mich irgendwie. Wenn man sich überlegt, welchen Aufwand man zur Errichtung getrieben hat.
Soviel für heute von meiner kleinen Erkundungsreise. Wenn ich die Ufer des Lake Tahoe mit Kanada vergleiche, dann ist es schon sehr ähnlich. Und Kanada hat mir 2006 schon sehr sehr gut gefallen. Hier mal ein Bild aus Kanada, genauer gesagt aus Nelson, BC.
Also, bis die Tage. Die Woche werde ich erst mal den Trailer so weit fertig machen, dass ich meinen Kram für die Roadshow wie Ersatzteile, Verbrauchsgüter etc. unter bekomme, und dann sehen wir weiter.
Ich melde mich - bis dann!
Gruß Niklas
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen