Moin moin, es gibt mal wieder ein Update!
Ich bin ja quasi auf der Rückreise vom Imperial Valley nach Reno, mit Zwischenstopp in Bakersfield. Und auf diesem Weg kommt man ja bekanntlich durch Los Angeles - was liegt da also näher, als das Wochenende in der Zweitgrößten Stadt der USA zu verbringen?
Gestern (Samstag) morgen habe ich mich also von San Diego auf den Weg Richtung Los Angeles gemacht. Ein Hotel (Best Western) habe ich mir schon vorher im Internet besorgt, und auch dort gebucht. Eigentlich hatte ich mit völlig überzogenen Preisen gerechnet, weil ich vorher von allen Seiten gehört hatte, dass L.A. eine der teuersten Städte ist. Zu meiner Freude kostet das Hotel nicht mehr, als woanders auch, und ich bin nur wenige Meter vom Hollywood Boulevard entfernt. Leider spielt das Wetter jedoch nicht so ganz mit. Ich habe die ganze Zeit immer wieder starke Regenfälle, und auf dem nicht unbedingt für starke Regenfälle ausgelegten Freeway (Interstate 5) steht teilweise das Wasser ganz schön hoch. Trotz langsamer Geschwindigkeit steht teilweise etwas viel Wasser auf der Straße, so dass der Highlander ab und an mal leicht zu schwimmen anfängt. Das Gefühl des Aquaplaning kenne ich von meinem Landy nun gar nicht, ich finde es aber auch ehrlich gesagt nicht gerade angenehm. Zum Glück sind die Straßen hier breit, und der Verkehr nicht so dicht. Mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit komme ich aber dann doch ohne weitere Probleme gut in Hollywood an. Ich beschließe, der Interstate 5 bis Burbanks zu folgen, und mich dann quasi von hinten vorbei an den großen Filmstudios nach Hollywood zu begeben.
Das schöne ist, dass die Interstate 5 nicht mautpflichtig ist, die meisten anderen Freeways in L.A. jedoch Toll Roads sind. Und auf Mautstationen habe ich irgendwie keine Lust.
Der Regen macht auch zwischendurch mal kurze Pausen, und der Scheibenwischer muss nicht die ganze Zeit in der höchsten Stufe schuften.
Als ich dann an den Warner Bros Studios vorbeifahre, scheint sogar die Sonne.
Weiter geht es Richtung Hollywood. Als ich am Hotel ankomme, habe ich den Hollywood Boulevard ca. 5 min. zu Fuss vor mir, und den berühmten Schriftzug hinter mir, hoch oben am Berg.
Schon irgendwie cool, auf einmal alle diese Dinge live zu sehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Leider hat es sich das Wetter wieder anders überlegt, und es fängt wieder an zu Regnen. In der nächsten Regenpause beschließe ich trotzdem, mir den 'Walk of Fame' auf dem Hollywood Boulevard anzusehen. Doch irgendwie ist das Ganze etwas enttäuschend. Die Geschäfte auf beiden Straßenseiten wirken trist, der Boulevard irgendwie langweilig. Gut, da sind ein paar Sterne im Asphalt, aber auch das hatte ich mir irgendwie aufregender vorgestellt. Zwischendurch regnet es immer heftig, und ich suche permanent Stellen zum Unterstellen. Auch die offenen Sightseeing Busse kämpfen mit dem wohl doch sehr ungewöhnlichen Wetter.
Hiermit hat man dann doch ehr weniger Probleme bei dem nassen Wetter.
Gegen 17:00 Uhr mache ich mich, nachdem ich lecker Pizza gegessen habe, auf den Rückweg zum Hotel. Etwas nass komme ich dort an, und beschließe, das weitere Sightseeing Programm auf den nächsten Tag zu verschieben. So hatte ich mir Hollywood eigentlich nicht vorgestellt. Wenigstens ist das Programm auf Discovery Channel gut, und das Internet verspricht gutes Wetter für den nächsten Tag.
Heute morgen sah das Bild dann schon ganz anders aus. Die Sonne lacht, der Himmel ist blau, und keine Wolke am Himmel. Da das Hotel ohne Frühstück ist, und ich eh noch zum Geldautomaten muss, da die Pizza am Vortag fast mein letztes Bargeld aufgebraucht hat, beschließe ich, zu Fuss Richtung Hollywood Blvd zu laufen. Unterwegs entdecke ich direkt neben dem Kodak Theatre einen Starbucks Coffee, und beschließe, dort erst einmal zu Frühstücken. Ein Geldautomat ist auch nicht weit, und die wichtigen Dinge sind erst einmal erledigt. Auch der Hollywood Blvd kommt mir heute irgendwie viel spannender vor. Alles ist belebt, und vor dem Kodak Theatre wird gerade alles für die Oskar Verleihung am 7. März hergerichtet.
Tribünen werden aufgebaut, neben dem Eingang wird eine riesige Oskar Figur positioniert, und Ampelanlagen werden demontiert. Es muss halt alles perfekt sein, wenn der Glanz und Glamour vorfährt.
Zuerst wollte ich in die Hollywood Hills fahren, und von dort den Blick einerseits Richtung Süden über Hollywood und Los Angeles genießen, und andererseits ein Stück weiter Richtung Nordosten über die Filmstudios.
Wie man auf diesen Fotos sieht, ist die Sicht sehr klar. Man kann auf dem zweiten Foto sogar den Pazifik im Hintergrund erahnen. Hatte der Regen am Vortag doch was Gutes? Normalerweise hängt L.A. ja aufgrund des schlecht ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes und des daraus resultierenden starken Individualverkehrs permanent unter einen dicken Dunstglocke - besser bekannt als SMOG! Aber heute ist die Luft klar.
Hier mal zwei Bilder vom Blick über die Filmstudios. Auf dem Zweiten erkennt man sogar das Markenzeichen von Warner Bros. - der weiße (Wasser) Turm. Sehr interessant finde ich auch die Ausmaße von Los Angeles. Man nirgendwo das Ende dieses riesigen Ballungsraums sehen. Die Stadt mit ihren 15 Stadtbezirken hat einfach gigantische Ausmaße. 1214 km², ca. 120 km im Durchmesser, 17,8 Millionen Einwohner in der Metropolitan Area.
Auf den Bergen im Norden sind die Luxusvillen der gut Betuchten. Leider ist es gar nicht so einfach, Fotos von den Anwesen zu machen, da meistens schon die Straßen dort hin 'Private Property' sind, und mit einem großen Tor abgeriegelt sind.
Stellvertretend sei mal dieses Anwesen gezeigt, das mir eigentlich recht gut gefällt, auch wenn es jetzt ehr ein normales Haus ist. Der Ausblick über ganz L.A. ist bestimmt nicht schlecht. Ob die Lage auf Dauer so sicher ist, wage ich zu bezweifeln, aber irgendwie hat mich das Häuschen fasziniert.
Nach dem Ausflug in die Berge bin ich dann zurück nach Hollywood und auf den Sunset Blvd. Richtung Westen gefahren.
Vorbei an tollen Häusern in Beverly Hills und Bel Air führt der Sunset Blvd. direkt bis an die Pazifik Küste.
Und auch wenn die Villen alle sehr toll und vor allem solide aussehen - unter ihrer Fassade steckt überall das gleiche: Holz!
Ich habe vor längerer Zeit mal gehört, dass es in den USA 5 und 7 Minuten Häuser gibt. Die Zeit soll angeben, wie lange sie brennen. Was da dran ist, kann ich nicht beurteilen, nur wundert es mich nicht, dass nach den verherenden Waldbränden in den letzten Jahren, die teilweise auch bin in die Wohngebiete vorgedrungen sind, meistens nichts außer die Bodenplatte von den Villen übrig gebrlieben ist.
Hier dann mal ein Bauwerk, was schon etwas solider aussieht:
Hier dann mal ein Bauwerk, was schon etwas solider aussieht:
Nach einigen Meilen erreiche ich dann die Pazifikküste. Ich fahre erst ein Stück Richtung Malibu, weil ich gerne mal anhalten, und ein bischen Seeluft schnuppern möchte. Der auflandige Wind passt dazu ja sehr gut. Nur leider darf man entweder nicht anhalten, oder man muss gleich 7 Dollar Parkgebühr auf einem der vielen kostenpflichtigen Parkplätze löhnen. Richtung Malibu findet sich dann aber ein Randstreifen, auf dem man parken darf.
In der leichten Brandung versuchen sich einige Wellensurfer, und am Strand sind vereinzelt Leute auszumachen. An der Küste stehen quasi auf der Klippe zwischen Straße und Wasser die berühmten Pfahlbauten, die man auch schon das ein oder andere Mal im Fernsehen gesehen hat. Ich beschließe, auf dem Pacific Coast Highway Richtung Süden zu fahren. Mein Ziel ist der Jachthafen von Los Angeles - genauer gesagt die 'Marina del Rey'.
Vorbei geht es an der berühmten Pier von Santa Monica, an der ich jedoch nicht anhalte, da einerseits mein Reiseführer sagt, dass das ganze Spektakel dort ehr touristisch ausgelegt ist, und damit alles sehr teuer sei, und andererseits kein Parkplatz unter sieben Dollar zu finden ist. Und sieben Dollar sind mir für eine halbe Stunde Santa Monica Pier dann doch etwas zu viel.
Hier ein Foto, dass ich schnell im vorbeifahren geschossen habe. Nicht besonders gut, aber man sieht die Pier mit dem Riesenrad und der Achterbahn.
Ein gutes Stück weiter komme ich dann in ein Wohngebiet, in dem man auch sein Auto kostenlos parken darf. Ich beschließe also, die Gegend ein wenig zu Fuss zu erkunden. Erst einmal Richtung Strand. Der Strand von Santa Monica ist ja auch das ein oder andere Mal in Filmen zu sehen.
Der Strand ist breit, und zu dieser Jahreszeit fast menschenleer. Im Hintergrund sieht man die Venice Fishing Pier, und weiter dahinter die Berge von Santa Maria.
Am Strand ist nur leichte Brandung, und draußen auf dem Meer sind einige Segelboote zu sehen. Ach wie schön wäre jetzt so ein kleiner Segeltrip. Nun ja, ich gehe ein ganzes Stück am Strand entlang zur Hafeneinfahrt der Marina del Rey. Direkt in erster Reihe am Strand sind einige schöne Häuser zu sehen, wobei diese Position bei Sturm nicht unbedingt meine bevorzugte Lage wäre.
Trotz der noch recht frühen Jahreszeit sind bei dem tollen Wetter bereits viele Segler auf dem Wasser, wie man hier auf dem Foto von der Hafeneinfahrt sehen kann.
Auf dieser Übersichtskarte kann man sehen, wo ich überall im Hafen war.
Dabei sind das blaue die Wege, die ich zu Fuss zurück gelegt habe, und das rote ist die gefahrene Strecke. Während die Westseite des Hafens quasi eine große Apartementanlage ist, die jedoch nicht mit einem Tor abgeschlossen ist, ist die Ostseite des Hafens ursprünglicher, und dort befinden sich auch Werften wie u.a. eine Benetau-Vertretung. In dieser großen Appartmentanlage wurde ich nach wenigen Metern von einer Security Tante in einem Golf Cart freundlich darauf hingewiesen, dass Fotografieren für Leute, die nicht in der Anlage wohnen, leider nicht gestattet sei. Warum auch immer... Ein Verbotsschild habe ich nicht entdecken können, und die Einsicht fehlte bei mir ehrlich gesagt auch ein wenig.
Hier mal Bilder, die vor dem Verbot entstanden sind:
Eine der Einfahrten zu der Maritimen Appartementanlage von der Straße aus
Ein Überblick über die Hafenanlage in Becken A
Ein schöner Daycruiser in der wahrscheinlich noch erschwinglichen Preisklasse....
.... und ein traumhaft schönes Holzboot in der wahrscheinlich nicht mehr erschwinglichen Preisklasse. Das Foto ist leider nicht so ganz optimal, da ich es aus der Hüfte heraus geschossen habe, mit den Augen immer auf der Suche nach der Security Tante, die mir das fotografieren verboten hat. ;-)
Deutlich besser als diese Seite des Hafens hat mir jedoch die andere Seite gefallen. Dort war alles etwas ursprünglicher und nicht so Schicki-Micki. Neben netten Ausflugslokalen, die alle bunt angestrichen sind, und einer Eisdiele mit super leckerem Eis lagen dort auch einige Fischerboote, die Wasserschutzpolizei und zahlreiche Ausflugsdampfer.
Der Tag in L.A. war auf jeden Fall bisher ein Highlight auf meiner Tour, oder besser vor meiner Tour. Es ist schon irgendwie toll, all die Plätze mal live zu erleben, die man sonst immer nur in den Kinofilmen sieht. Sicherlich hätte man noch gut ein oder zwei weitere Tage dort verbringen können, aber das Wochenende ist ja leider immer viel zu schnell rum, auch wenn es hier 9 Stunden länger dauert - und da ist es dann auch egal, wo man sich auf der Weltkugel befindet.
Gruß Niklas
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