Ich bin nach einer langen Reise wieder im Imperial Valley, in El Centro, um genauer zu sein, und jetzt geht die Roadshow auch endlich los - oder doch nicht?
Aber von vorne:
Am Freitagmorgen - sollte zumindest Morgens sein, ist dann aber aufgrund eines fehlenden Kennzeichens für meinen Trailer doch Mittags geworden - bin ich in Reno aufgebrochen, und habe mich wieder auf die lange Reise Richtung Imperial Valley begeben. Hier ein Bild von meiner Abreise:
Eigentlich war mein Etappenziel Bakersfield, was ich dann aber doch nicht erreicht habe. Aufgrund des Trailers ist es mir in Kalifornien nur erlaubt, mich auf dem Highway und auf der Interstate mit 55 mph voran zu bewegen. Und mit dem voll geladenen Trailer und dem etwas untermotorisierten Pick Up über den Donner Pass hat dann bei grandiosen Aufstiegsgeschwindigkeiten von 35 - 40 mph doch etwas länger gedauert. Doch die Fahrt bis Tulare verlief gut, und somit habe ich mich um ca. 8 pm entschieden, doch dann dort zu bleiben. Am Samstagmorgen kam dann allerdings die große Überraschung - beim losfahren blieb ein Rad des Trailers stehen, und blockierte total. ich habe dann den Samstag erst einmal mit Schrauben begonnen, und nach einigen Minuten sah das ganze Geschehen dann so aus:
Eine Feder und ein paar andere Teile zum Einstellen der Bremse hatten sich gelöst, und vermutlich am Vorabend bei rückwärts einparken so in der Trommel verkeilt, dass nichts mehr ging. Leider sind die Teile dabei so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ein wieder Einbauen nicht mehr möglich war. Nach einigen Telefonaten war der weitere Plan jedoch recht schnell klar. Die Trommel wieder drauf, das Rad dran, und 30 Meilen zurück nach Fresno zu dem Händler, bei dem wir den Trailer gekauft haben. Dort wurde mir dann auch geholfen, vielleicht nicht unbedingt auf die super professionelle Art, aber ich konnte wenigstens weiter Richtung San Diego. Die ganze Aktion hat nur leider so viel Zeit in Anspruch genommen, dass ich keine Lust mehr hatte viel weiter als Bakersfield zu fahren. Außerdem kannte ich von meinen vorigen Aufenthalten das Hotel schon, und die Fahrt durch L.A. hatte ich eh für Sonntag geplant. Gut, für Samstag hatte ich eigentlich auch den Six Flags Magic Mountain Park geplant........
Aber erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt!
Sonntag ging es dann weiter Richtung San Diego, wo ich gegen 16 pm eingetroffen bin. Den Rest meines Wochenendes habe ich dann noch bei traumhaftem Wetter im Balboa Park und in Gaslamp Quarter (Downtown) verbracht.
Hier einige Eindrücke vom Balboa Park. Mehr Informationen zu dem Park gibt es hier: Wiki weiß mehr!
Im Anschluss habe ich mich wieder auf Richtung Hafen gemacht, und von dort eine große Runde zu Fuss durch Downtown San Diego unternommen. Erst durchs Gaslamp Quarter ....
.... und dann Richtung Seaport Village. Seaport Village liegt direkt am Wasser, und ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel mit vielen Lokalen mit Hafenblick, einigen Freiflächen zum grillen, Drachen steigen lassen etc.
Dort sind mir dann auch einige 'Kuriositäten' vor die Linse gelaufen oder gefahren - oder einfach nur gekommen. Zuerst eine doch recht lustig aussehende Kutsche...
Dann ein Auto (Kabine), oder Bus (Anzahl der Sitze), oder doch Boot (Rumpf mit Schiffsschraube am Heck).
Und dann jemand, der sehr ruhige Hände hat, und es damit schafft, auch die noch so ungeeignetsten Steine ohne Kleber, Mörtel oder "Bubble Gum" zu stapeln.
Alles in allem war der Abend in San Diego sehr sehr schön, und hat etwas den Ärger der letzten Tage entschädigt. Auch der entgangene Spass im Magic Mountain Park war recht schnell wieder vergessen, und als krönenden Abschluss habe ich am Hafen Fish und Chips gegessen, und den Sonnenuntergang sowie die Kreuzfahrtschiffe beim ablegen beobachtet.
Da ich am Montag Blake Fuller in San Diego am Fluhafen treffen wollte, und er einen Flug gebucht hatte der erst um 4.40 pm ankommen sollte, hatte ich einen weiteren schönen Tag in San Diego in Aussicht. Mit dem Hotel hatte ich aus gemacht, dass ich den Trailer dort auf dem Hotelparkplatz bis zum Abend stehen lassen kann, und somit war ich auch etwas beweglicher. Zum Start habe ich mir morgens ca. zwei Stunden lang "San Diego Old Town" angeguckt. Zu meiner Überraschung handelt es sich dabei um eine Ansammlung von teilweise rekonstruierten Gebäuden aus der Zeit von 1820 - 1870 an dem Ort, an dem San Diego angeblich entstanden ist. Das Ganze ist ein Museumsdorf, wobei der Eintritt frei ist, und auch die Häuser mit ihren Einrichtungen aus der Zeit sind alle frei zugänglich. Pro Gebäude gibt es jemanden, der dort zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung steht, und, wenn ich das richtig interpretiert habe, dort auch in ein oder zwei Hinterzimmern wohnt. Auch hat nicht jedes Gebäude jeden Tag geöffnet, aber die Ruhetage sind über die Woche verteilt, so dass es jeden Tag genügend zu sehen gibt. Das Zeit die ich dort verbracht habe war sehr schön, und vor allem war es morgens noch nicht so warm.
Nach dem interessanten Auftakt dieses Tages wollte ich dann auf die Halbinsel "Point Loma" fahren, und mir den berühmten Leuchturm auf der 128 Meter hohen Anhöhe ansehen, der 1854 nach der Fertigstellung nur bis ins Jahr 1891 seinen Dienst versah, da der zuvor als so genial erachtete Standort leider sehr häufig aufgrund von Nebel und niedrigen Wolken von See aus nicht zu sehen ist. In klaren Nächten hingegen war das Leuchtfeuer mehr als 70 km weit zu sehen.
Auf dem Weg dort hin kommt man mitten durch einen der Veteranenfriedhöfe, und zwar den "Fort Rosecrans National Cemetery"- in vielen Filmen habe ich so etwas schon gesehen, aber live ist die Wirkung doch irgendwie eine ganz andere....
So weit das Auge reicht sind hier nur weiße Grabsteine zu sehen.
Da das Gelände dort sehr hügelig ist, lässt sich das ganze Ausmaß mit der Kamera nicht erfassen. Außerdem liegt der Friedhof auf beiden Seiten der Straße, was es zusätzlich erschwert, die ganzen Ausmaße zu überblicken. Aber auch dieser Ort des Gedenkens ist irgendwie auf eine ganz besondere Art beeindruckend.Vor allem die Größe ist erschreckend.
Die Spitze der Halbinsel bildet dann der "Cabrillo National Monument Park, Point Loma". Neben dem bereits erwähnten alten Leuchtturm ist dort noch das Cabrillo National Monument, das an den portugiesischen Entdecker Juan Rodriguez Cabrillo erinnert, zu erwähnen. Juan Rodriguez Cabrillo gilt als erster Europäer, der an dieser Stelle am 28. September 1542 die Westküste der USA erreichte.
Außerdem hat man von hier oben einen tollen Überblick einerseits über San Diego...
..... und andererseits über den Pazifik.....
.... sowie den "neuen" Leuchturm weiter unten an der Küste.
Auch die Gesteinsformationen an der Steilküste sind sehr interessant, und bei jung und alt beliebt. Ziemlich am Südende gibt es eine 'zugängliche' Stelle, die von vielen Besuchern von Point Loma ebenfalls angesteuert wird. Hier kann man laut Hinweistafeln in den verschiedenen Tidenbereichen viele Mehrbewohner wie Krebse beobachten. Das Klettern auf den Felsen scheint bei den Besuchern aber beliebter zu sein. Übrigens kostet der State Park 5 Dollar Eintritt pro Fahrzeug, aber dafür kann man unter anderem am Leuchturm auch ein kleines Museum betreten, es gibt ein Visitor Centre, dass einige interessante Informationen über San Diego und die Küste bereit hält, und für wen dass alles an einem Tag zu viel ist - das Ticket gilt eine Woche lang!
Auf dem Rückweg zum Flughafen habe ich dann noch mal einen kurzen Abstecher zum Strand gemacht, und ich war echt überrascht, was dort los war. Immerhin haben wir gerade mal Ende März! Andererseits ist das Wetter mit dem an der deutschen Nordseeküste vorherrschenden Wetter im August und September zu vergleichen.
Pünktlich um kurz vor 5 pm habe ich dann Blake am Flughafen abgeholt, und wir sind, nachdem wir auf dem Weg den Trailer am Hotel abgeholt haben, direkt auf die Interstate 8 Richtung El Centro gefahren. Auch diese Strecke hat noch mal gute 2,5 Stunden gedauert, da auch hier wieder das Phänomen '4,5 Liter Motor und trotzdem keine Leistung' aufkam. Zwischenzeitlich mussten wir es auch etwas langsamer gehen lassen, da dem Motörchen doch etwas warm wurde - nicht bedrohlich, aber doch etwas über normal.
Übrigens fährt man auf der Strecke meilenweit durch Landschaften wie diese:
Noch Montag Abend sind wir im Dunkeln nach Holtville zu Anthony Mertens gefahren, der hier im Imperial Valley für die Firma Central Implement die Krone Maschinen betreut, um zu gucken, ob die Presse und der JCB wie angekündigt vor Ort waren. JCB war da, die Presse nicht.
Ob unser Plan, Dienstagabend die ersten Ballen zu pressen, aufgeht, oder nicht, hängt davon ab, wann die Presse Dienstag geliefert wird. Angekündigt wird sie uns für 2 pm, kommen tut sie dann aber doch nicht vor 5 pm, da der Truck an der Grenze von Arizona nach Kalifornien wegen fehlenden Papieren für 'Oversize Load' aufgehalten wird.
Als er dann endlich ankommt, geht alles sehr schnell.
Da aber dann auch noch den Accumulator (Ballensammelwagen) anbringen müssen, die Bedienungen (drei an der Zahl, Presse, Accumulator und Waage) in der Kabine installieren, die Waage des Accumulators kalibrieren, und einige anderen Sachen vorbereiten müssen, und zudem neben einer verlorenen Hälfte der Gelenkwelle auch das Stromkabel der Waage fehlt, rückt unser Plan in immer weitere Ferne. Angedacht war 7 pm, aber um 8:30 pm sind wir immer noch nicht ganz fertig, und somit wird der Ersteinsatz auf 4:30 am am Mittwochmorgen verschoben.
Heute morgen um 3 Uhr - mein Wecker hatte gerade geklingelt, da wir um 3:30 am nach Holtville aufbrechen wollten - kam dann die Absage von Anthony. Es sei zu windig, und damit kein Pressen möglich. Evtl. später, so gegen 7 am. Wir sind dann also um 6 am aufgebrochen, und haben das Vorführgespann zum Feld gefahren. Doch wie schon befürchtet war das Alfalfa Heu durch den Wind bereits so trocken, dass ein Pressen nicht mehr möglich ist. Weil wenn man das trockene Material presst, hat man zu viele Bröckelverluste bei den kleinen Blättern, in denen aber die Energie steckt. Also hieß es mal wieder warten. Das stürmische Wetter, die Sonne und vor allem viel viel Staub in der Luft machen das warten nicht unbedingt angenehmer. Wir nutzen den Leerlauf um noch einige Sachen zu erledigen, und hoffen die ganze Zeit, dass der Wind einschläft, und die Luftfeuchtigkeit dafür sorgt, dass am Abend ein Pressen möglich ist. Doch auch das wird nichts, und jetzt ist der nächste Termin morgen früh - 5 Uhr!
Also heißt es nach wie vor WARTEN!
Auf dass die Zeit nicht zu lang wird!
Bis dahin alles Gute, und viele Grüße aus dem Imperial Valley!
Niklas
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