heute melde ich mich mal wieder aus dem schönen Reno, um euch ein wenig auf dem Laufenden zu halten.
Ich wollte euch ja noch vom letzten Wochenende erzählen.
Eigentlich hatte ich geplant, das Wochenende mit Snowmobil fahren oder Ski fahren zu verbringen, aber erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Also, derjenige, der weiß, wo man günstig Snowmobiles mieten kann, hat sich leider nicht bei meinem Kollegen Steve gemeldet, und somit ist am Samstag das Projekt schon mal flach gefallen. Die Alternative war dann, mit Steve an seinem Flugzeug zu basteln. Ich habe mir also vorgestellt, dass er ein kleines Flugzeug ähnlich einer Cessna oder so besitzt, und dort eine Kleinigkeit repariert werden muss - gut, er sprach von Flügeln abnehmen und von Spritleitungen.... Hätte mich eigentlich schon stutzig stimmen müssen. Aber egal. Wir sind also gegen 10 Uhr zum Reno Stead Airport aufgebrochen, und sind dort zu seinem angemieteten Hangar gefahren.
Dort bot sich mir dann folgendes Bild:Steve's Airplane ist ein Bausatz, an dem er seit ca. 4 Jahren baut, und in den er schon geschätzt mehr als 2000 Stunden investiert hat. Dazu muss man wissen, dass Steve ein sehr gründlich arbeitender Mensch ist, der nicht auf die Schnelle etwas zusammen schustert, sondern vor jedem Loch das er bohrt, vor jeder Niete, die er setzt, mindestens drei mal überprüft, ob das so auch richtig ist. Ich denke, bei einem Flugzeug würde ich es genau so machen. Bei den Sachen, an denen ich bisher gearbeitet habe, sind die Folgen bei einem Fehler vielleicht nicht so ganz ernst, so dass ich auch schon manchmal auch nur ein oder zwei mal in die Anleitung gucke, oder bei Sachen, die klar zu sein scheinen auch ganz auf die Selbige verzichte. Frei nach dem Motto: "Versuch macht klug!"
Aber was ich dort in dem Hangar gesehen habe, hat mich schon irgendwie fasziniert. Nicht zuletzt, weil ich mir so ein Projekt wahrscheinlich (noch) nicht zutrauen würde. Auch das ganze Spezialwerkzeug, was man braucht, hat mich irgendwie beeindruckt.
Hier noch ein paar Bilder von seinem Flugzeug.
Und hier dann auch ein Bild von der Baustelle, an der wir an dem Tag gewerkelt haben:
In der Vorderkante der Flügel sind die Tanks verbaut. Wir haben erst an der Befestigung eine 'Nutplate', also eine Mutter auf einer Platte aufgenietet, an der später der Flügel im vorderen Bereich zusätzlich gehalten wird, und dann die Schwimmer der Tankgeber angepasst. Leider konnten wir das Ganze dann nicht mehr einbauen, da die entsprechende Dichtmasse fehlte. Aber vorbereitet ist alles.
Auch wenn dieser Tag komplett anders war, als gedacht, war es doch wieder sehr interessant für mich. Denn sowas habe ich bisher noch nicht gesehen.
Auf Skifahren am Sonntag hatte ich dann auch keine Lust mehr, deswegen hat sich am Sonntag mein Plan dann auch etwas geändert. Hauptgrund war die Wettervorhersage, die von teils starken Winden in den Bergen sprach. Und auf starken Wind hatte ich dann mit meiner spärlichen Ausstattung doch keine Lust. Außerdem konnte ich mich nicht damit anfreunden, Samstagabend wieder das ganze Gerödel auszuleihen, um einen Tag Ski fahren zu gehen. Als Alternative habe ich mich dann mal Richtung Wüste auf gemacht. Interstate I-80 Richtung Osten. Es ist schon interessant, wie schnell hier die Landschaft von einem Extrem ins andere wechselt. Da wo Wasser ist, wächst und gedeiht alles prächtig, und da wo kein Wasser hinkommt, ist Steppe bis Wüste.
Hier mal ein paar Eindrücke:
Sehr nett anzusehen waren auch die Mustangs, die wilden Pferde, die in dieser Region in den Bergen leben. Wie ich auf wikipedia herausgefunden habe, werden diese wilden Pferde nicht von jedem geliebt, und gerade die Viehzüchter sehen sie als große Konkurrenz. Wer dazu genaueres wissen möchte, guckt am Besten selber nach! Klick me softly!
Meine Fahrt ging dann aber weiter, immer entlang dem Truckee River, der im Lake Tahoe seinen Ursprung findet, und über Reno in den Pyramid Lake fließt.
Toll anzuehen sind auch die verschiedenen Farben der Berge. Auf diesem Foto kann man es nur leicht erkennen, in wirklichkeit leuchten die Farben noch deutlich kräftiger.
Auf der anderen Straßenseite ist der Truckee River in seinem tiefen Bett zu sehen.
Und am Ende des Flusses liegt der Pyramid Lake. Leider hat es mir meine Tankuhr nicht erlaubt, weiter zu fahren, da ich wiedererwartend keine Tankstelle in der näheren Umgebung sichten konnte, und natürlich auch vorher in Reno nicht mehr getankt hatte - wieso auch? grrr Und nach Hause laufen stand ebenfalls nicht auf meinem Plan. Aber aus der Ferne sieht der See sehr schön aus. Leider habe ich auch hierzu einige Informationen bei Wikipedia gefunden, die besagen, dass der See von Jahr zu Jahr kleiner wird. Klick here!
Also hieß es "umkehren" für mich, und zurück nach Reno. Aber auch diese fast menschenleere Region hat irgendwie ihren ganz besonderen Reiz. Vor allem zu dieser Jahreszeit.
So long!
Gruß Niklas
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