Sonntag, 25. April 2010

Bakersfield - Schlechtes Wetter und tolle Autos

Moin moin,

heute melde ich mich mal wieder nach einer leider etwas regnerischen Woche aus Bakersfield. Unsere Roadshow stockt gerade etwas, da es vergangene Woche sehr regnerisch war, und für nächste Woche Mittwoch ebenfalls weiterer Regen angesagt ist, aber vergangene Woche habe ich somit mal etwas Zeit gehabt, mich um liegen gebliebene Dinge zu kümmern. Montag habe ich erst einmal um den JCB gekümmert, der jetzt nach den ersten Stunden auch mal abgeschmiert werden wollte. Außerdem ließ er an diversen Stellen Hydrauliköl aufgrund nicht richtig festgezogener Schlauchschellen und Überwurfmuttern ins Freie entweichen. Aber nach einigen Stunden Zuneigung und einigem Fluchen über die britische Ingeneurskunst ist er jetzt wieder dicht. Dienstag habe ich dann die Presse startklar gemacht, die Garnvoräte aufgefüllt, noch einige Teile, die wir modernisiert hatten, nachlackiert, und überhaupt noch einmal alles gecheckt. Auch im Trailer gab es einiges zu reinigen, aufzuräumen, so dass ich auch diesen Tag sinnvoll genutzt hatte. Mittwoch bin ich dann mit unserem Verkäufer im Central Valley, wie die Gegend um Bakersfield heißt, unterwegs gewesen, und wir haben potentielle Kunden besucht, haben uns einen Milchbetrieb angesehen, und ich habe einiges mit ihm besprochen. Donnerstag habe ich dann mal einige Berichte über die vergangenen Demonstrationen verfasst, mich mit JCB kurzgeschlossen, da das Getriebe am Fastrac komische Geräusche macht, und bei Pioneer Equipment in der Werkstatt mitgeholfen. Freitag kam dann ein Monteur von einem ehemaligen JCB Händler hier in Bakersfield, der jedoch auf Wunsch von John Deere seine JCB Vertretung vor kurzer Zeit abgegeben hat, aber auch er konnte die Geräusche nicht zuordnen. Außerdem kamen unser Service Mann von Krone-Northamerika zusammen mit einem Service-Kollegen aus Spelle, um mit Pioneer einige Sachen zu besprechen. Somit habe ich die Woche auch ohne Demonstrationen (leider) sehr gut nutzen können, und habe jetzt meine zuvor liegen gebliebenen Arbeit weitestgehend erledigt. Dummerweise haben sie jedoch für Mitte nächster Woche ebenfalls wieder Regen angesagt - absolut untypisch für die Jahreszeit, wie man mir hier überall sagt, aber halt auch nicht gerade gut, wenn man Heu pressen möchte. Die Kunden sind alle sehr zurückhaltend, was das mähen angeht, und somit sieht es derzeit so aus, dass die Roadshow auch nächste Woche noch pausieren wird.

Das Wochenende habe ich dann mit meinem Kollegen aus Spelle verbracht, und wir hatten ein wirklich sehr abwechslungsreiches aber auch sehr interessantes Programm. Samstagmorgen sind wir zu einem unserer Kunden aufgebrochen, um mal einem BiG X im kalifornischen Arbeitseinsatz zu sehen. Die Firma Lambchops besitzt insgesammt drei BiG X, zwei V12 und einen BiG X 1000. Der Fahrer, Henrik, ist ebenfalls ein Deutscher, der als Vorführfahrer für Krone vor einigen Jahren nach Kalifornien gekommen ist, und sich so gut mit dem Chef bei Lambchops verstanden hat, dass er jetzt jeden Sommer dort arbeitet und den nagelneuen BiG X 1000 fährt. Wir haben ihn bei der Arbeit süd-westlich von Bakersfield auf der Green Acre Farm besucht. Gehäckselt wurde 'winter forage', das zuvor von einem Mac Don Schwadmäher gemäht wurde. Aber hier ein paar Bilder:
Im Feld waren neben dem Krone BiG X auch noch zwei ältere claas Häcksler.




Für Deutschland eigentlich unvorstellbar ist die Tatsache, dass die ganzen Abfuhrgespanne normale LKW mit normalen Straßenreifen sind. Wenn ich an meine Landtechnik Vorlesungen in Kiel denke, wo wir lang und breit das Thema Agrarreifen besprochen habe, und wenn ich an meinen Bodenkunde Professor denke, für den eigentlich das Betreten eines Ackers schon zu viel Verdichtung bedeutete, dann ist ein harter Straßenreifen und eine große Achslast eigentlich so mit das Schlimmste, was man dem Boden antun kann. Die Poren im Bodengefüge werden verdichtet, und die Nährstoffverfügbarkeit sowie die Speicherkapazität des Bodens wird unwiederbringlich zerstört. Hier interessiert das jedoch keinen, und man fährt munter so weit, bis es nicht mehr weiter geht, und dann wird man halt vom Häcksler raus gezogen. Und weiter geht es.

Und während ich gerade auf dem Acker stand, und darauf gewartet habe, dass der Häcksler zurück kam, fuhr doch auf dem angrenzenden Freeway (Interstate 5) folgender Truck vorbei - das nenne ich Zufall!

Nachdem wir auf dem Feld genug gesehen hatten, haben wir uns einfach mal an einen Truck ran gehängt, und sind ihm zum Abladeort, einem großen 'dairy' (Milchbetrieb) gefolgt. Auch dort waren die Dimensionen dann wieder gigantisch - Bigger is Better!

Zuerst werden die Trucks gewogen, und dann geht es direkt zum Silohaufen, wo abgeladen wird.

Der Fahrer muss übrigens zum Entladen nicht einmal aussteigen. Türen, Klappen, Kratzboden - alles funktioniert automatisch und aus der Kabine gesteuert.
Und der abgeladene Haufen wird dann, sobald der LKW den Ort des Geschehens verlassen hat, sofort von einem kleinen Traktor mit nahezu winzigem Schild aufgeschoben und verdichtet.

Und da man die Dimensionen des ganzen Dairys nicht auf ein Foto bekommt (es sei denn, man hat einen Hubschrauber), stelle ich euch mal wieder einen Ausschnitt aus Google Maps ein. Im unteren Bereich seht ihr die Silohaufen, und ich habe mal bewusst den Massstab auf dem Feld rechts unten eingefügt.
Hier der Link zu Google Maps, unter dem ihr dann auch noch mal näher ran zoomen könnt.

Hier noch ein Bild, mit welchem sonstigen Equipment dort gearbeitet wird. Und von diesen Futtermischwagen haben wir alleine drei gesehen.

Nach diesem sehr interessanten Vormittag haben wir dann den Nachmittag auf einer Car-Show in Bakersfield verbracht. Auf dem Fairground Gelände haben sich dieses Wochenende alle möglichen Liebhaber von Hod Rods, Ventage Cars (bei uns auch Oldtimer genannt) und sonstigen interessanten Gefährten getroffen.
Hier nur mal ein paar Bilder, um einen Eindruck zu bekommen. Leider kann man ja den Sound der V8 Motoren nicht mit fotografieren, und wie man in diesem Blog Videos einfügt, habe ich noch nicht heraus gefunden.















Nach der Car-Show mussten wir uns dann ziemlich beeilen, da und Jeremiah, ein Monteur von Pioneer Equipment zu einem Rollschuh-Derby eingeladen hat. Er war mit seiner Familie dort, weil eine Bekannte der Familie dort mit fährt. Bei dem 'Event' geht es darum, dass zwei Teams bestehend aus fünf vorzugsweise weiblichen Spielern in einem Rundpacour laufen. Die Teams teilen sich in einen 'Leader', drei 'Blocker' und einen 'Jammer' auf. Der 'Jammer' ist der Spieler, der Punkte machen kann. Sinn des Derbys ist es, dass der 'Leader' das Team anführt, und somit die Geschwindigkeit bestimmt. Der 'Jammer' muss so viele Runden wie möglich fahren, und es zählt dabei die Anzahl der gegnerischen Spieler, die er überholt, als Punkte. Die 'Blocker' müssen einerseits den gegnerischen 'Jammer' blocken, und andererseits den eigenen 'Jammer' gegenüber den gegnerischen 'Blockern' abschirmen. Normalerweise ist das Derby sehr rasant, und nicht selten kommt es zu mächtigen Tumulten. Leider waren die beiden Teams jedoch sehr unterschiedlich, so dass das Bakersfield Team dem zugereisten Team meilenweit überlegen war. Somit war es diesmal nicht so ganz spannend, wie man uns versicherte. Als es dann zur Halbzeit 122 zu 22 stand, kam kurzerhand die Idee auf, den Ort des Geschehens zu verlassen, und den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen. Alles in Allem war es jedoch sehr interessant, und auch das anschließende Abendessen war sehr lustig, und wir haben viel Spass gehabt.

Den heutigen Sonntag haben wir dann etwas ruhiger angehen lassen, und neben einem Mall Besuch heute Nachmittag noch einige Sachen am Computer erledigt. Unter anderem müssen diese Zeilen ja auch geschrieben, und die Bilder hochgeladen werden.


So viel für den Moment!

Bis die Tage!

Niklas

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