Donnerstag, 6. Mai 2010

San Francisco - eine tolle Stadt!

Moin moin,

heute möchte ich euch dann auch endlich von San Francisco erzählen. Die Tour bis dort hin habe ich ja in meinem letzten Beitrag schon ausführlich geschildert.

Also....

Nachdem wir Samstag Mittag endlich am Hotel angekommen waren, haben wir nur kurz eingecheckt und sind dann direkt mit dem Linienbus (Linie 292) Richtung Downtown San Francisco gefahren. Für 2 Dollar pro Person muss man diese Strecke nun wirklich nicht mit dem Auto machen.


Die Linie 292 endet übrigens mitten im 'Financial District' an der Ecke Mission Street / 1st Street. Von dort aus sind es nur wenige Schritte Richtung China Town.

Die Häuserschluchten, durch die man dabei schreitet, sind schon sehr sehenswert. Meine Mutter versichert mir zwar, dass die Schluchten in New York noch beeindruckender sind, aber ich gebe mich für den Anfang auch mit diesen Schluchten zufrieden - und bin beeindruckt.
Hier mal ein Blick entlang California Street.

Zum Glück müssen wir nicht den ganzen Berg hoch, sondern nur bis zur Grant Avenue. Unser Plan ist nämlich, uns durch 'China Town' Richtung 'Fishermans Warf' zu begeben. In der Straße sieht man übrigens die Schienen der berühmten Cable Car - aber dazu später mehr.

Nach den ersten zwei Blocks bergauf biegen wir dann rechts in die Grant Avenue ab, und es bietet sich uns folgendes Bild. Man kommt sich vor, wie in eine andere Welt versetzt. Alle Schriftzüge sind doppelt - lesbar und nicht lesbar - die Häuser und sogar die Straßenlaternen sind wild verziert, und viele Asiaten bevölkern die Strasse und die Gehsteige - China Town live!

Am Ende von China Town / Grant Avenue treffen wir dann auf die Columbus Avenue - die einzige Straße, die im 45° Winkel durch das Schachbrettmuster führt. Direkt um die Ecke entdecken wir dann erst mal ein recht interessantes Restaurant, in das wir jedoch mangels Hunger nicht einkehren.

Wir wandern weiter durch 'little Italy', wie uns scheint, Richtung 'Fishermans Warf'. Ein Blick zurück, und wir gucken direkt auf ein sehr interessantes Hochhaus in San Francisco.

Das Gebäude mit dem Namen 'Transamerica Pyramid' wurde 1972 fertig gestellt, ist 260 Meter hoch, hat 42 Stockwerke und gilt als Erdbebensicher. Es beherbergt Büroräume und ist leider für Touristen nicht zugänglich. Zu gerne hätte ich mal den Rundumblick von der Spitze solch eines Skyscapers genossen.

Je weiter wir Richtung Fishermans Warf kommen, desto mehr Souvenirläden säumen den Rand der Straße.
Hier mal der Blick in einen, der irgendwie besonders amerikanisch ausgestattet war.

Von hier aus fahren auch die verschiedenen City-Sightseeing Bustouren. Auch wenn ich normalerweise nicht auf diese Touristenveranstaltungen stehe, war es in L.A. doch sehr informativ. Und somit beschließen wir, auch hier in San Francisco wieder so eine Tour zu machen. Das Angebot reicht von Modern über Alt bis Skuril.
Hier ein Bild von Skuril:

Wir haben uns dann allerdings für Modern entschieden. Nicht zuletzt, weil das Angebot ein 48 Stunden 'hop on, hop off' Ticket war. Somit haben wir die Möglichkeit, auch am nächsten Tag noch mit dem Bus von Sightseeing Punkt zu Sightseeing Punkt zu fahren. Die offenen Doppeldecker (übrigens von Dennis aus Great Britain, dem Land der Doppeldecker) passen außerdem sehr gut zum Wetter, und wir haben einen tollen Ausblick. Wo wir gerade beim Wetter sind - die Sonne war sehr schön, und auch schon kräftig, der Wind aus Richtung Pazifik aber noch sehr frisch. Aber für San Francisco war das Wetter ungewöhnlich gut, da man hier gerne mal im Nebel versinkt.

Also, mit diesem Bus haben wir dann eine tolle, ca. 2-stündige Tour durch San Francisco gemacht.

Unter anderem sind wir an diesen Punkten vorbei gekommen:

Die 1912 - 1916 erbaute 'City Hall', das Rathaus der Stadt erbaut aus weißem Granit, nachdem die alte City Hall beim Erdbeben 1906 komplett zerstört wurde.

Ein Tunnel, von dem ich gerade gar nicht mehr genau weiß, in welcher Strasse er eigentlich war. Aber das Bild finde ich sehr schön, deswegen möchte ich es auch nicht vorenthalten. Auf jeden Fall war er irgendwo zwischen Financial District und City Hall.

Dann ging es weiter zum Alamo Square, wo die 'Painted Ladies' stehen. Diese Häuser rund um den Park zum größten Teil noch aus dem 19. Jahrhundert im viktorianischen Stil erbaut sind auch auf vielen San Francisco Postkarten zu finden.

Weiter ging es dann auf der Haight Street, durch den Stadtteil Haight-Ashbury, östlich des Golden Gate Parks gelegen. Bekanntheit erlangte das Gebiet in den 60er Jahren durch die Beatnik- und Hippie-Bewegung. Berühmte Musiker, die in Haight-Ashbury ihren Wohnsitz hatten und die dortige Musikszene entscheidend mitprägten, sind sowohl Janis Joplin und Jimi Hendrix wie auch die Gruppen Grateful Dead und Jefferson Airplane. Haight-Ashbury ist auch heute noch Anziehungspunkt für eine alternative Gegenkultur. Hier mal ein Haus, das ich besonders interessant finde - natürlich nur wegen der Verzierungen am Dachsims..


Von dort aus ging es weiter durch den Golden Gate Park vorbei an der 'California Academy of Scince'
und dem 'De Joung Museum' mit seinem interessanten Turm.

Übrigens sehen so die Verkabelungen in einem Land aus, dass ohne Strom fast kollabiert. Ein ganz besonders großer Fan bin ich von den Abzweigungen auf halber Strecke zwischen zwei Pfosten. Einfach Wahnsinn, dass das alles noch oberhalb der Erde liegt. Was sind wir nicht nur in dem Bereich in Deutschland doch fortschrittlich....

Und dann, nach wenigen Meilen im Stau auf dem Highway 1 kam sie endlich in Sicht - die Golden Gate Bridge! Wie ihr vielleicht schon auf der Karte im letzten Post gesehen habt, führte unsere Tour nämlich auch über die weltberühmte Brücke.

Da auf der Brücke ebenfalls Stau war, hatten wir besonders viel Zeit, den tollen Blick nach rechts und links zu genießen. Hier mal die Blicke Richtung Pazifik!


Und hier zur andern Seite Richtung Bay - und Alcatraz, auch 'The Rock' genannt.

Und dieses Bild möchte ich euch als Land Rover Fan auch nicht vorenthalten. Man sieht sie sehr selten in den USA, weil sie ohne Airbag neu nicht mehr zulassungsfähig sind, und wahrscheinlich auch, weil die Amerikaner in der Regel komfortverwöhnte Weicheier sind. Aber ab und an erspähe ich dann doch einen heiß geliebten Defender. Man achte nur auf dieses coole Kennzeichen - nur zur Info - Es handelt sich um einen Defender 90, oder ninty, wie die Engländer sagen würden...

Und für alle, die es nicht lesen können: DFNDR9T
Das Foto ist übrigens kurz vor der Mautstation am südlichen Ende der Golden Gate Bridge entstanden.
Weiter ging es bei uns dann wieder Richtung 'Fishermans Warf'. Kurz vor der Ankunft sind wir noch am Ende der Cable Car Linie 'Powell-Hyde' vorbei gekommen. An jeder Endhaltestelle müssen die Wagen von Hand auf hölzernen Drehscheiben ungedreht, und dann wieder ins Seil eingekuppelt werden. Aber auch dazu später mehr.

Den Abend haben wir dann zusammen mit jemandem aus San Francisco verbracht, den ich vor einigen Wochen in San Luis Obispo an der Cal Poly kennen gelernt habe. Nach einem gemeinsamen Essen hat uns Michael noch ein wenig durch das nächtliche San Francisco gefahren, und die steilste Straße mit 30° Gefälle gezeigt, und er ist mit uns ebenfalls einmal duch die berühmten acht Kehren der Lombard Street gefahren. Fotografieren war zu so später Stunde im Dunkeln nicht mehr so erfolgreich, aber ein Erlebnis war es alle mal.

Am nächsten Morgen sind wir dann wieder zeitig aufgebrochen, da wir uns für diesen Tag bereits Samstagabend Karten für eine Überfahrt um 11 Uhr nach

mit
besorgt hatten. Wie sich bei der Ankunft am Pier 33 herausstellte, war es sehr gut, dass wir am Abend vorher da waren, da wir nicht die einzigen waren, die für Sonntag diesen Ausflug geplant hatten.
Nach einigem Warten und dem obligatorischen Foto vor der 'Alcatraz Foto Wand', das man anschließend im Doppelpack für günstige 22 $ hätte erwerben können, waren wir dann pünktlich um 11 Uhr auf dem Oberdeck der Alcatraz Fähre, und erspähten diesen netten kleinen Seehund auf dem Deck eines ebenfalls an der Pier liegenden Versorgungsbootes.

Leider gibt das Foto nicht wieder, wie nett sich der 'kleine' dort in der Sonne hin- und hergerollt und bewundern lassen hat.
Nach dem Ablegen haben wir dann bei bestem Wetter die Überfahrt zu 'The Rock' genossen.

Und da lag er vor uns...

Einladende Schilder an der Küste und am Gebäude auf der Insel heißen jeden Gast willkommen. Zumindest glaube ich, dass es dort ungefähr so geschrieben steht.


Naja, zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass 'indians' willkommen sind.
Wir sind es aber dann auch, und alle Sorgen sind unbegründet. Zuerst erzählt uns ein Ranger etwas über die Insel, und dann dürfen wir sie selber zu Fuss erkunden. Für besonders fußfaule Leute gibt es auch eine E-Karre mit Anhänger, um von der Pier zum Zellenblock zu kommen.

Schon der Wachturm am Hafen weckt irgendwie komische Gefühle. Einerseits nur einen Steinwurf entfernt liegt San Francisco, rundherum blüht das Leben, Segelboote und Ausflugsdampfer fahren wenige Meter an der Insel vorbei, und hier war ein Hochsicherheitsgefängnis mit den schwersten Verbrechern der USA. Schon irgendwie faszinierend.
Mehr Infos gibt es übrigens hier !


Neben den kleinen Zellen mit den Gittertüren war aber wohl der Ausblick auf die schöne Welt draußen mit das Härteste in Alcatraz.

Aber wie man auf diesem Bild zieht, hat der Zahn der Zeit oder besser das Salz des Pazifik doch sehr stark an der Substanz der Insel genagt. Nicht zuletzt war dass ja auch ein Grund für die Schließung von Alcatraz. Aber mehr dazu unter dem oben genannten Link zu Wikipedia.

Auf jeden Fall war der Ausflug nach Alcatraz sehr schön. Nicht zuletzt wegen der Überfahrt und den tollen Panorama. Auch die Audio-Tour im Zellenblock mit Schilderungen von Zeitzeugen, die sogar in Deutsch verfügbar ist, bringen einem das Treiben und Geschehen vergangener Tage in dem Hochsicherheitsgefängnis doch sehr realistisch näher. Und von der Terrasse am Südende der Insel hat man folgenden Blick!
Ich entschuldige mich an dieser Stelle für das unprofessionelle Foto, aber mein Firmencomputer gibt nun mal nur paint als Bildbearbeitungsprogramm her.


Nach der Rückkehr ans Festland am frühen Nachmittag hatten wir eigentlich nur noch einen Programmpunkt auf unserer Liste. Zuvor fahren wir aber noch einmal die Runde mit dem Cabrio Bus - weil es so schön war. Doch dann kommt noch einmal das große Abenteuer: Wenn man schon in San Francisco ist, muss man auch mal Cable Car fahren. Ich wollte außerdem noch mal zur Lombard Street, und die 'acht Kehren in einem Block' fotografieren, und somit haben wir diese beiden Sachen verbunden. 
Hier die acht Kehren, die jedoch leider nur sehr schwer mit der Kamera einzufangen waren.
 
Hier mal ein Bild vom Gefälle der Hyde Street ....

.... und hier ein Bild, von einem Cable Car, das diese Steigung voll beladen mit Touristen erklimmt.

Ebenfalls ein beliebtes Motiv auf Postkarten oder Reiseführern - das Cable Car auf der Hyde Street mit Alcatraz im Hintergrund.
Wir sind dann hier eingestiegen, und die Hyde Street bis zur Washington Street hinauf gefahren, bevor es dann die Washington und Powell Street hinunter ging.
Das System Cabe Car fasziniert mich immer noch sehr, und ich ärgere mich auch schon, dass wir nicht die Zeit gefunden haben, das Cable Car Museum an der Ecke Washington / Mason Street besucht zu haben. Die vier Cable Car Linien in San Francisco werden alle von dort aus betrieben. Vier große Motoren treiben von diesem Zentralen Ort alle Zugseile in den Straßen an, die kontinuierlich mit 9,5 Meilen pro Stunde laufen. Die Cable Cars klinken sich in dieses Seil ein, und werden gezogen. An Weichen oder Abzweigungen klinken sie sich kurz aus, und danach direkt wieder ein. Aber auch hier gibt Wikipedia wieder tolle Informationen: San Francisco Cable Cars
Hier zum Schluss noch ein paar Fotos vom Endbahnhof. Zu sehen ist auch die hölzerne, von Hand betriebene Drehscheibe.
Und hier wird das Zugseil angehoben, um die Cable Cars wieder einzuklinken.

So viel zu unseren 1,5 Tagen in San Francisco. Ich hoffe, diese kleine Auswahl an Bildern die ich aus meinen über 800 Bilder von diesen beiden Tagen ausgewählt habe, hat euch nicht allzu sehr gelangweilt. 
Ich kann eigentlich nur jedem einen Besuch dieser wunderbaren Stadt empfehlen. 

Gruß Niklas

 

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