Dienstag, 23. Februar 2010

Imperial Valley - eine lange Reise!

Moin moin,

heute möchte ich euch endlich etwas über meine lange Reise ins 'Imperial Valley' erzählen. Am besten fange ich ganz vorne an - um genauer zu sein, Sonntag morgen, 7 Uhr in Reno. Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes.
Über Nacht hat es fast 30 cm Neuschnee gegeben. Und ich muss aus dem ca. 3000 ft hohen Reno über den 7500 ft hohen Donner Pass Richtung Kalifornien.

Nachdem ich mühevoll meine Koffer durch den Schnee geschleppt habe, dann das Auto "ausgegraben" habe, die Schuhe wieder geleert, und mich dann auf den Weg ins Office gemacht habe, höre ich unterwegs erst mal den Zustandsbericht der Straßen im Radio. Dort wird zur Interstate 80 immer wieder von 'chains' und 'except 4x4 drive' gesprochen. Ich bin mir plötzlich gar nicht mehr so sicher, was 'except' eigentlich genau heißt, bin dann aber doch recht erleichtert, als mir LEO (http://dict.leo.org/) im Büro sagt, dass es soviel wie 'ausgenommen' heißt. Meine Tour kann also losgehen, wenn auch unter extrem widrigen Wetterbedingungen.

Hier seht ihr mal die Route, die ich vor mir habe. Es sind ca. 630 Meilen (1010 km) , und Google Maps schreibt etwas von 10,5 Stunden. Na toll! Und das bei Schnee. Die ersten Meter sind dann auch sehr rutschig, und trotz 4x4 komme ich nur ehr schleppend mit ca. 40 mph vorwärts. Dichtes Schneetreiben macht die Situation nicht unbedingt übersichtlicher, und die normalen PKW und die Trucks sind bereits alle mit Schneeketten unterwegs.

Doch schon kurze Zeit später, als ich wieder etwas weiter in die Berge komme, hört der Schneefall plötzlich auf, und die Strasse ist frei. Puh - geschafft.
Denkste! Plötzlich höre ich im Radio, dass die Interstate 80 nach einem schweren Unfall ab Truckee in Richtung San Francisco voll gesperrt ist. Als ich mich der letzten Ausfahrt nähere, parken schon überall LKW und PKW auf der Interstate. Ich fahre frohen Mutes erst einmal ab, und frage noch in der Ausfahrt die freundlichen Verkehrsanweiser, wie ich denn am Besten weiter komme. Diese nehmen mir doch recht schnell alle Hoffnung, als sie mir die Alternativen aufzählen. Entweder quer durch, ganz am Lake Tahoe runter, um dann auf den Highway 50 zu gelangen, der jedoch deutlich schlechter geräumt ist, oder aber warten. Eine andere Parallelstraße gibt es nicht. Ein Anruf bei Brent, und auch er empfiehlt mir, lieber zu warten. Also stehe ich ca. eine Stunde neben der Abfahrt auf einem Parkplatz, und warte - mit noch weit über 500 Meilen vor der Brust. Toll!
Gegen Mittag geht es dann aber weiter, und ich komme auch recht zügig voran. Ich fahre erst Richtung Sacramento, und begebe mich dort auf den Highway 99, da ich noch in Tulare meine 'Business Cards' abholen muss, die während der Messe ins Hotel geschickt wurden, dort aber irgendwie vergessen worden sind. 
Die Fahrt durch Kalifornien ist eigentlich sehr nett. Zwar regnet es immer mal wieder, aber am Straßenrand blühen die Obstbaumplantagen, und auch sonst ist schon alles sehr frühlingshaft.
 

Hinter Bakersfield endet dann plötzlich das große Tal, durch dass ich die ganze Zeit gefahren bin, und es geht wieder steil in die Berge. Leider wird es auch schon langsam etwas dunkel, und es regnet auch wieder leicht, so dass das fotografieren kurz vor LA dann doch nicht mehr funktioniert. Gerade in LA ist es schon sehr imposant. Ich war vorher soweit ich mich erinnern kann noch nie auf einer Interstate oder einer Autobahn unterwegs, auf der es 8 (acht) Spuren pro Richtung gab. Auch habe ich solche Bauwerke wie die dortigen Autobahnkreuze noch nirgendwo zuvor gesehen. Abends gegen 8:15 Uhr erreiche ich dann La Jolla, einen Vorort von San Diego. Am nächsten morgen muss ich um 11:30 Uhr meinen Kollegen Blake Fuller vom San Diego International Flughafen abholen, und somit ist das Etappenziel doch recht erfolgreich.

Nach einer Nacht im Hotel gucke ich mir am nächsten morgen nach dem eher schlechten Frühstück noch kurz die Gegend an. Hier ein Blick Richtung Pazifik

Und hier ein Foto direkt an der Küste, genauer gesagt am künstlichen Strand, der jetzt von den Seehunden als beliebter Rastplatz heimgesucht wird. Da die Tiere in Kalifornien unter Schutz stehen, dürfen sie bleiben, und lassen sich von oberhalb sehr gut beobachten.
Hier noch mal eine etwas größere Aufnahme:
Nachdem ich dann gerade im Auto sitze, und Richtung Flughafen unterwegs bin, ruft Blake an, dass sein Flug gestrichen ist, und dass er mit einem anderen Flieger um 14:10 ankommt. Sehr schön. Dank der so gewonnenen Zeit kann ich mir dann doch noch San Diego etwas angucken.
 


Im Hafen von San Diego liegt gerade die 'Radiance of the Seas'.  Ob diese Schiff  'Made im Emsland' ist, wollte ich auch nochmal nachgucken. Ich bin mir aber eigentlich sicher, dass sie von der Meyer Werft aus Papenburg kommt.

Nun ja, nach einem leckeren Mittagessen direkt am Hafen - Fisch, was sonst - habe ich dann pünktlich um 14:10 Uhr Blake am Flughafen abgeholt, der sich übrigens mitten in der Stadt befindet. Er begrüßt mich allerdings mit den Worten "They have lost my luggage". Angeblich soll der Koffer aber dann mit der nächsten Maschine um 15:30 Uhr eintreffen. Aber als auch um 16:00 Uhr noch kein Koffer da ist, sind wir nach El Centro im Imperial Valley aufgebrochen.
Nach der Ankunft haben wir uns mit dem örtliche Händler getroffen, und zusammen den Abend verbracht. Zwischendurch bekam Blake einen Anruf vom Flughafen, dass sein Koffer jetzt da sei. Nur nach El Centro könne man ihn nicht liefern, da das zu weit sei. Er würde aber am nächsten Tag per FedEx verschickt, und wäre dann Mittwoch hier. Wir haben uns dann entschieden, abends nach dem Essen um 21:30 Uhr noch mal nach San Diego zu fahren, haben dieses auch auf die Minute bis 23:15 Uhr geschafft, und waren um 1:20 Uhr wieder im Hotel.

Und demnächst erzähle ich euch dann was vom Imperial Valley. Nur dank der super langsamen Internet Verbindung schaffe ich es heute nicht mehr, die ganzen Bilder hoch zu laden. Also, bis die Tage!

Gruß Niklas

Samstag, 20. Februar 2010

Weekend - Squaw Valley

Hey ho,

here I am!

Das zweite Wochenende steht auf dem Plan. Gut, eigentlich nur ein Tag, denn morgen fahre ich ja nach San Diego. 650 Meilen - geschätzte 10 Stunden. Aber dieser eine Tag Ausspannen hatte es heute in sich.
Nachdem ich lange überlegt habe, ob es sich wohl lohnt, für einen Tag Skivergnügen alle Sachen zu besorgen, die mir fehlen - also eigentlich bis auf eine Jacke alles - habe ich mich dann doch dazu durchgerungen, nicht untätig im Hotel zu sitzen. Heißt also, wir, Steve und ich, waren heute Ski fahren.
Gestern Abend sind wir noch schnell zum Skihändler hier in Reno gefahren, und ich habe mich mit dem Nötigsten eingedeckt. Skihose, Handschuhe, Mütze - und da gerade 'sale' ist, alles 30% off. Sonnenbrille und warme Krone Jacke hatte ich ja, also stand dem ganzen Vorhaben quasi nichts mehr im Weg. Die Ski haben wir auch gleich dort gemietet - Performance-Ski von Salomon, total geniale Dinger- und natürlich auch die Skischuhe und Stöcke. Und die Skipässe gab es dort auch noch, und zwar 20 $ günstiger als im Skigebiet.
Was will man mehr? So macht Einkaufen doch Spass!
Heute morgen sind wir dann um 7:30 hier am Hotel aufgebrochen, und auf der Interstate 80 Richtung Truckee gefahren. Dort etwas im Hinterland liegt das Squaw Valley, ein Resort, in dem 1960 die Olympischen Spiele stattgefunden haben.

Hier bekommt man mal eine Übersicht über das Skigebiet. Die Striche sind alles Sessellift, die meisten mit 5er oder 6er Sesseln. Schlepplifte gibt es hier nicht, dafür aber mehrere Gondelbahnen. Pisten sind eigentlich überall dort, wo man runter fahren kann.

Hier mal ein leider nicht so ganz super Foto, dass direkt um kurz nach Neun bei der ersten Bergfahrt entstanden ist. Man sieht den Parkplatz und im Hintergrund den 'Ort'.

Bei bestem Wetter fahren wir also erst einmal mit dem Lift mit dem glamorösen Namen 'Far East Express' auf geschätzte 2200 Meter. Dabei geniessen wir den wunderbaren Ausblick auf Pisten soweit das Auge reicht. Sämtliche Hänge sind entweder perfekt präpariert, oder aber micht tollen Buckelpisten versehen.
Je höher man kommt, desto weiter kann man ins eigentliche Skigebiet gucken, und desto genialer erscheint einem das ganze Ausmaß.

Der ganze Hang auf diesem Bild ist mit Liften bestückt. Teilweise kreuzen sie sich sogar. Insgesamt hält das Skigebiet 32 Lifte vor.

Die Pisten sind einfach traumhaft! Samtig weicher Schnee, keine Eisplatten oder ähnliches, was einem den Spaß verderben könnte.

Breiter als ein Highway, keine Kanten oder unsauber präparierte Stellen. Einfach Perfekt!

Oben, auf dem Emigrant (8700 ft / 2652 Meter) erwartet einen ein traumhafter Blick bis zum Lake Tahoe. Wobei man hier auch schon langsam Wolken aufziehen sieht.

Auch vom 8200 ft hohen KT-22 kann man den Lake Tahoe im Hintergrund sehen. Die Pistenmakierungen sind ebenfalls sehr gut, so dass man auch schnell die für einen passende Piste findet.

Auch dieser Anblick hat mich als technikbegeisterten Pistenbully-Fan wieder sehr erfreut. Die vielen Detailfotos möchte ich euch hier an dieser Stelle ersparen, es sei nur so viel gesagt. Ich habe alleine um diese Halle herum 26 Pistenbully mit sämtlicher mir bekannter und teilweise auch noch unbekannter Ausstattung gesehen. Genial!

Und wenn es so ein Anbaugerät gibt.....

.... richtig, dann ist auch der Fun-Park mit Halfpipe und sämtlichen erdenklichen Sprungschanzen nicht weit. Auch Holzwände zum 'grinden' sind vorhanden, und es macht Richtig Spass, den Profis beim Springen zuzugucken.

Vom Tal führt direkt eine große Seilbahn, die 'High Coast Cable Car' direkt zum 'High Camp', einem Resort mit Eislaufbahn, Pool, Wellness und Gastronomie auf 8300 ft Seehöhe.





Der Wetterbericht für hier oben sah übrigens wie folgt aus:
Temp: 22°
Wind: 0-5 mph
Skies: Partly Cloudy
Base: 105"
Snow Surface: Groomed Packed Powder

Ab Mittag änderte sich das Wetter allerdings dann schlagartig, und es zogen Wolken auf. Kurze Zeit später fing es teilweise heftig an zu schneien, was auch bis jetzt anhält. Auch hier in Reno liegt mittlerweile ca. 5 cm Schnee. Finde ich natürlich ganz toll, da ich ja morgen nach San Diego fahren muss, und der Weg führt mich mal wieder auf der Interstate 80 über den 7500 ft hohen Donner Pass.
Aber egal, ich habe einen Toyota Highlander mit 4x4, und die Strasse wird hoffentlich frei sein.

Also, so viel für heute von meinem wunderbaren Skitag, vielleicht dem bisher besten Skitag überhaupt, und hier zum Schluss noch ein paar Impressionen. Und ja, der Schnee in den Rocky's ist einfach unschlagbar! Keine Ahnung, was an ihm anders ist, aber er ist einfach wunderbar!

Bis dahin, macht's gut!
Gruß Niklas










Donnerstag, 18. Februar 2010

Mein Equipment: Service-Trailer

Moin moin,

ich melde mich mal wieder aus dem sonnig schönen Reno mit einem kleinen Update. Und zwar bin ich schon die ganze Woche damit beschäftigt, den Service Trailer meinen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen.

Hier auf der Tulare Farm Show war der Trailer noch komplett ohne Inneneinrichtung, quasi so, wie er zuvor gekauft worden ist. Da ich aber einiges an Material sowohl in Form von Werkzeug als auch in Form von Verbrauchsmaterialien (z.B. Garn, Fett etc.) oder Ersatzteilen mitnehmen möchte, und dieses nicht unbedingt in einer losen Schüttung (gerne auch als Ordnungsprinzip 'Chaos' bezeichnet), habe ich den anfangs noch kargen Innenraum mittlerweile schon zu einer kleinen Werkstatt mit angrenzendem Lager verwandelt.

Hier mal eine Skizze, wie meine Einrichtung aussieht. Der erste Schritt war, dass der Boden eine Auflage aus Linoleum bekommen hat, damit evtl. austretende Flüssigkeiten wie Öl und Fett aber auch der ganz normale Dreck den Holzboden des Trailers nicht gleich ruinieren. Hinten habe ich dann erst einmal einen zweiten Boden eingezogen, der ca. 10 cm höher als der eigentliche Boden ist. Wie Ihr ja aus den vorigen Beiträgen wisst, werde ich auf der ganzen Tour eine Ballenwaage mitnehmen, um auf dem Feld direkt den Mehrgewinn an Pressdichte zu verdeutlichen. Diese Waage möchte ich jedoch bei längeren Etappen nicht unbedingt in der Fronthydraulik meines JCB durch die Gegend gondeln, da das Gespann dadurch doch locker 1,5 Meter länger wird, und die Zinken vorne nicht wirklich gut zu sehen, dafür aber verdammt spitz sind. Aber zurück zum Thema: Durch den doppelten Boden im hinteren Bereich habe ich jetzt die Möglichkeit, die Ballenwaage von hinten in den Trailer zu schieben, und die Zinkenarme quasi im Boden verschwinden zu lassen. Einerseits hat die Ballenwaage somit direkt eine Begrenzung nach vorne (beim Bremsen recht wichtig), kippt zweitens nicht nach hinten um, und nimmt drittens wenig Platz weg.

Im vorderen Bereich habe ich gut erreichbar neben der Tür die beiden Ersatzreifen platziert. Wenn das Schicksal (oder ein sonstiger spitzer oder scharfer Gegenstand) schon möchte, dass ich einen Platten an der Presse habe, will ich wenigstens schnell an den Reifen kommen. Diese Platzierung ist auch so gewählt, da die beiden Reifen doch ein ordentliches Gewicht auf die Waage bringen, und sie somit als Gegengewicht zur Ballenwaage dienen.
Auf der linken Seite habe ich dann vorne zwei niedrige Stahlschränke mit einer Arbeitsfläche eingebaut, dahinter ziemlich auf den Achsen steht ein großer, 1,90 Meter hoher Stahlschrank, in dem ich hauptsächlich Ersatzteile verstauen werde.

Auf der rechten Seite steht direkt auf den Achsen eine Palette, die ich bisher nur mit mehreren Aufsetzrahmen versehen habe. Auf ihr möchte ich später die schweren Ersatzteile und Garn transportieren.  
Weitere Kleinigkeiten wie Ösen zur Ladungssicherung, Haken zum Aufhängen von Sachen, ein KG-Rohr unter dem Dach, in dem ich einen Fahnenmast mitnehme etc.etc. werden im Moment von mir ergänzt. Auch muss ich das ganze Werkzeug, was ich mitnehmen möchte, noch zusammensuchen und teilweise besorgen.

Aber die Unterstützung hier in Reno ist bestens, und ich bin recht zuversichtlich, dass ich einen super ausgestatteten Trailer habe, wenn die Tour dann endlich los geht.

Auf dass ich ihn nie brauche!

Bis die Tage
Niklas

Dienstag, 16. Februar 2010

Smith Valley

Moin moin,

heute morgen haben wir einen Ausflug ins "Smith Valley" süd- östlich von Carson City gemacht.

Zweck unserer Reise war das Abholen von zwei Ersatzrädern für die BiG Pack, die ich in meinem Trailer mitnehmen werde. Ich hoffe zwar, dass ich sie nie brauchen werde, aber bei so vielen Kilometern oder Meilen, weiß man ja nie.
Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich den örtlichen Krone Händler kennen gelernt, und haben mit ihm über die Roadshow und mögliche Kunden in seinem Gebiet gesprochen. Sehr überrascht waren wir über das große Interesse in dieser Region. Ich denke also, dass ich im Mai wieder hier her kommen werde.
Aber folgend einige Impressionen aus dieser Gegend. Die Landschaft steht hier schon sehr unter dem Einfluss der nahe gelegenen Wüste. Alles ist deutlich trockener, und man meint fast, man fährt quer durch eine Western-Kulisse. Ob das wohl daran liegt, dass die "Ponderosa Ranch" aus dem Klassiker "Bonanza" nicht weit entfernt liegt?

Auch erinnerte mich die Landschaft gleich an einen meiner Lieblingsfilme. "Convoy" mit Chris Kristofferson. Irgendwie habe ich jede Minute darauf gewartet, dass "Rubber Duck" mit seinem schönen schwarzen Mack um die Ecke biegt.

Das Smith Valley ist dann jedoch schon wieder deutlich landwirtschaftlicher geprägt. Die Steppenroller, oder auch Tumbleweed, weichen grünen Grasflächen, und man sieht das Vieh auf den Flächen stehen.


Und dieser Anblick kommt einem schon fast wieder vertraut vor. Gerade in dieser Umgebung mit seinen jetzt im Winter ehr blassen Farben strahlen einen die grün-beigen Maschinen geradezu an.


Für mich auch sehr interessant: Hier auf dem Land scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein, ohne dass jetzt böse zu meinen. Wenn man diesen Händler als Europäer das erste mal sieht, ist man erst einmal skeptisch. Man ist zwar von Zuhause nicht unbedingt große Glaspaläste mit Showroom und top ausgestatter Werkstatt gewöhnt, nur unterscheiden sich die Locations, die ich in Deutschland bisher besucht habe, schon ziemlich von dieser hier. 
 
Neue Maschinen stehen kreuz und quer auf dem Hof, nein, besser auf der Fläche vor dem Laden oder auf einer der beiden Abstellflächen etwas die Straße rauf und runter. Der Boden unter den größeren Anbaugeräte ist jetzt nach dem Winter etwas aufgeweicht, und nicht mehr benötigte, geschlachtete Maschinen stehen in einer Reihe mit den Neuen.

Kommt man dann in den Laden, muss man recht schnell feststellen, dass es alles gibt, was das Herz begehrt. Auf engstem Raum sind alle wichtigen Ersatzteile vorhanden, Schrauben können noch einzeln gekauft werden, und SAP ist etwas schier unbekanntes. Im Lebensmittelbereich hieß sowas bei uns früher "Tante Emma Laden". Aber was viel wichtiger ist - hier nimmt sich der Chef noch Zeit für seine Kunden. Man kennt sich gut, wechselt ein paar Worte mehr, als nur das Geschäftliche, und überhaupt, die ganze Atmosphäre im Laden macht einen netten, persönlichen Eindruck. Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn ich hier wieder zum Vorführen hin komme.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch schnell bei einem Geschäft für Bodenbeläge angehalten, und ein Reststück Linolium-Boden für den Trailer erworben. Mit diesem Bodenbelag (übrigens im mediterranen Fliesen Look ;-) ) erhoffen wir uns, dass der Trailer leichter zu reinigen ist, und dass Feuchtigkeit und evtl. austretendes Öl und Fett nicht so schnell in den Boden eindringen. Heute Nachmittag habe ich dann den Boden im Trailer verlegt, und mit dem individuellen Ausbau begonnen. Morgen werden wir einige Stahlschränke und weiteren Kleinkram wie Haken, Zurrösen etc kaufen, damit ich den Trailer diese Woche noch fertig bekomme. Denn nächste Woche werde ich zusammen mit meinem Kollegen Blake Fuller den Süden Kaliforniens, also die Gegend, in der ich Starten werde, besuchen. Auch hier heißt es dann, die Händler kennen zu lernen, Feinheiten zur Roadshow planen, die Gegend schon mal ein bisschen vorab zu erkunden, und vor allem festzustellen, wann es endlich los geht!

Von mir aus kann die Ernte endlich kommen. Doch dazu mehr in einem der nächsten Blog-Beiträge.

Gruß Niklas
Zum Schluss noch ein Stimmungsfoto, auch wenn es heute morgen am Anfang des Tages (6:30 Uhr) entstanden ist.