heute möchte ich euch endlich etwas über meine lange Reise ins 'Imperial Valley' erzählen. Am besten fange ich ganz vorne an - um genauer zu sein, Sonntag morgen, 7 Uhr in Reno. Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes.
Über Nacht hat es fast 30 cm Neuschnee gegeben. Und ich muss aus dem ca. 3000 ft hohen Reno über den 7500 ft hohen Donner Pass Richtung Kalifornien.
Nachdem ich mühevoll meine Koffer durch den Schnee geschleppt habe, dann das Auto "ausgegraben" habe, die Schuhe wieder geleert, und mich dann auf den Weg ins Office gemacht habe, höre ich unterwegs erst mal den Zustandsbericht der Straßen im Radio. Dort wird zur Interstate 80 immer wieder von 'chains' und 'except 4x4 drive' gesprochen. Ich bin mir plötzlich gar nicht mehr so sicher, was 'except' eigentlich genau heißt, bin dann aber doch recht erleichtert, als mir LEO (http://dict.leo.org/) im Büro sagt, dass es soviel wie 'ausgenommen' heißt. Meine Tour kann also losgehen, wenn auch unter extrem widrigen Wetterbedingungen.
Hier seht ihr mal die Route, die ich vor mir habe. Es sind ca. 630 Meilen (1010 km) , und Google Maps schreibt etwas von 10,5 Stunden. Na toll! Und das bei Schnee. Die ersten Meter sind dann auch sehr rutschig, und trotz 4x4 komme ich nur ehr schleppend mit ca. 40 mph vorwärts. Dichtes Schneetreiben macht die Situation nicht unbedingt übersichtlicher, und die normalen PKW und die Trucks sind bereits alle mit Schneeketten unterwegs.
Doch schon kurze Zeit später, als ich wieder etwas weiter in die Berge komme, hört der Schneefall plötzlich auf, und die Strasse ist frei. Puh - geschafft.
Denkste! Plötzlich höre ich im Radio, dass die Interstate 80 nach einem schweren Unfall ab Truckee in Richtung San Francisco voll gesperrt ist. Als ich mich der letzten Ausfahrt nähere, parken schon überall LKW und PKW auf der Interstate. Ich fahre frohen Mutes erst einmal ab, und frage noch in der Ausfahrt die freundlichen Verkehrsanweiser, wie ich denn am Besten weiter komme. Diese nehmen mir doch recht schnell alle Hoffnung, als sie mir die Alternativen aufzählen. Entweder quer durch, ganz am Lake Tahoe runter, um dann auf den Highway 50 zu gelangen, der jedoch deutlich schlechter geräumt ist, oder aber warten. Eine andere Parallelstraße gibt es nicht. Ein Anruf bei Brent, und auch er empfiehlt mir, lieber zu warten. Also stehe ich ca. eine Stunde neben der Abfahrt auf einem Parkplatz, und warte - mit noch weit über 500 Meilen vor der Brust. Toll!
Gegen Mittag geht es dann aber weiter, und ich komme auch recht zügig voran. Ich fahre erst Richtung Sacramento, und begebe mich dort auf den Highway 99, da ich noch in Tulare meine 'Business Cards' abholen muss, die während der Messe ins Hotel geschickt wurden, dort aber irgendwie vergessen worden sind.
Die Fahrt durch Kalifornien ist eigentlich sehr nett. Zwar regnet es immer mal wieder, aber am Straßenrand blühen die Obstbaumplantagen, und auch sonst ist schon alles sehr frühlingshaft.
Hinter Bakersfield endet dann plötzlich das große Tal, durch dass ich die ganze Zeit gefahren bin, und es geht wieder steil in die Berge. Leider wird es auch schon langsam etwas dunkel, und es regnet auch wieder leicht, so dass das fotografieren kurz vor LA dann doch nicht mehr funktioniert. Gerade in LA ist es schon sehr imposant. Ich war vorher soweit ich mich erinnern kann noch nie auf einer Interstate oder einer Autobahn unterwegs, auf der es 8 (acht) Spuren pro Richtung gab. Auch habe ich solche Bauwerke wie die dortigen Autobahnkreuze noch nirgendwo zuvor gesehen. Abends gegen 8:15 Uhr erreiche ich dann La Jolla, einen Vorort von San Diego. Am nächsten morgen muss ich um 11:30 Uhr meinen Kollegen Blake Fuller vom San Diego International Flughafen abholen, und somit ist das Etappenziel doch recht erfolgreich.
Nach einer Nacht im Hotel gucke ich mir am nächsten morgen nach dem eher schlechten Frühstück noch kurz die Gegend an. Hier ein Blick Richtung Pazifik
Und hier ein Foto direkt an der Küste, genauer gesagt am künstlichen Strand, der jetzt von den Seehunden als beliebter Rastplatz heimgesucht wird. Da die Tiere in Kalifornien unter Schutz stehen, dürfen sie bleiben, und lassen sich von oberhalb sehr gut beobachten.
Hier noch mal eine etwas größere Aufnahme:Nachdem ich dann gerade im Auto sitze, und Richtung Flughafen unterwegs bin, ruft Blake an, dass sein Flug gestrichen ist, und dass er mit einem anderen Flieger um 14:10 ankommt. Sehr schön. Dank der so gewonnenen Zeit kann ich mir dann doch noch San Diego etwas angucken.
Im Hafen von San Diego liegt gerade die 'Radiance of the Seas'. Ob diese Schiff 'Made im Emsland' ist, wollte ich auch nochmal nachgucken. Ich bin mir aber eigentlich sicher, dass sie von der Meyer Werft aus Papenburg kommt.
Nun ja, nach einem leckeren Mittagessen direkt am Hafen - Fisch, was sonst - habe ich dann pünktlich um 14:10 Uhr Blake am Flughafen abgeholt, der sich übrigens mitten in der Stadt befindet. Er begrüßt mich allerdings mit den Worten "They have lost my luggage". Angeblich soll der Koffer aber dann mit der nächsten Maschine um 15:30 Uhr eintreffen. Aber als auch um 16:00 Uhr noch kein Koffer da ist, sind wir nach El Centro im Imperial Valley aufgebrochen.
Nach der Ankunft haben wir uns mit dem örtliche Händler getroffen, und zusammen den Abend verbracht. Zwischendurch bekam Blake einen Anruf vom Flughafen, dass sein Koffer jetzt da sei. Nur nach El Centro könne man ihn nicht liefern, da das zu weit sei. Er würde aber am nächsten Tag per FedEx verschickt, und wäre dann Mittwoch hier. Wir haben uns dann entschieden, abends nach dem Essen um 21:30 Uhr noch mal nach San Diego zu fahren, haben dieses auch auf die Minute bis 23:15 Uhr geschafft, und waren um 1:20 Uhr wieder im Hotel.
Und demnächst erzähle ich euch dann was vom Imperial Valley. Nur dank der super langsamen Internet Verbindung schaffe ich es heute nicht mehr, die ganzen Bilder hoch zu laden. Also, bis die Tage!
Gruß Niklas
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