Sonntag, 18. April 2010

Weekend - San Luis Obispo und die California Polytechnic State University

Hallo,

heute melde ich mich mal wieder aus Bakersfield nach einem tollen Tag an der Cal Poly (California Polytechnic State University) in San Luis Obispo. Dort ist nämlich dieses Wochenende 'Tag der offenen Tür' gewesen. Aber von vorne:

Bevor ich mich in El Centro mit meinem JCB auf den langen Weg nach Bakersfield gemacht habe, musste ich ihm noch eine Kleinigkeit Diesel (ca. 120 Gallonen) gönnen. An der Tankstelle hielt dann plötzlich ein Pick Up Truck neben mir an, und der Kunde, bei dem wir die erste Demonstration hatten, sprang heraus. Als er hörte, dass ich ab Freitagabend in Bakersfield bin, schlug er spontan vor, dass wir uns ja, sofern ich Lust habe, am Samstag in San Luis Obispo an der Cal Poly treffen könnten. Sein Sohn studiert dort, und es sei am Wochenende dort ein großes Fest mit 'Tractor Pulling' und 'Rodeo'. Und das Ganze sei ja nur 120 Meilen westlich von Bakersfield. Da ich Samstag in der Tat noch nichts vor hatte, habe ich mich kurzerhand verabredet, und bin dann gestern auch dort hin gefahren. Leider habe ich auf dem Hinweg eine Abzweigung des Highway 58 verpasst, und bin auf derm Highway 33 etwas zu weit nach Süden gefahren. Als ich das bemerkt habe, hatte ich aber keine Lust, die ganze Strecke durch drei Orte zurück zu fahren, und bin kurzerhand etwas weiter südlich nach Westen gefahren. Eine tolle und abwechslungsreiche Landschaft habe ich dabei durchquert.
Nach den bewässerten Feldern im Central Valley begann eine steppenähnliche Gegend, die mich jedoch sehr an die Dünenlandschaft auf den Nordseeinseln erinnerte.

Dann wechselte das Landschaftsbild plötzlich sehr abrupt. Ich kam mir vor, als ob mich jemand nach Aserbaidschan gebeamt hätte. Rechts und Links der Straße standen hunderte von Ölförderpumpen, die ganze Gegend war von einem Gewirr von oberirdisch verlaufenden Leitungen durchzogen, und teilweise war der Boden um die Pumpen herum mit Öl beschmutzt. Außerdem lag so ein leicht öliger Geruch in der Luft. Wie man mir erzählt hat, ist das Öl in der Bakersfield Ärea sehr dickflüssig, und muss durch in den Boden gepressten Dampf erst verflüssigt werden, um es pumpen zu können. 
Aber zum Glück ändern sich die Landschaften ja hier sehr schnell, und hinter dem nächsten Pass sah es wiederum komplett anders aus.
Ich war inzwischen auf dem Highway 166 und hatte Cuyama passiert. Wie mir das letzte Schild in Cuyama verraten hat, gibt es die nächsten 54 Meilen keinen Service - und das Schild hatte Recht. 54 Meilen bin ich durch offenes Weideland gefahren, ab und zu war am Wegesrand die ein oder andere aktive oder verlassene Ranch zu sehen, und die Weiden blühten teilweise sehr prächtig in allen möglichen Farben.
Einige Meilen weiter ging es dann noch mal durch saftig grüne Berge, bevor ich auf dem Highway 101 die letzten Meilen Richtung Norden, nach San Luis Obispo antrat. Von hier aus konnte man kurzzeitig auch wieder die tolle, schroffe Pazifikküste betrachten.
 
In San Luis Obispo an der Cla Poly angekommen, habe ich mich dann mit unserem Kunden getroffen, der schon am Eingang zum Tractor Pulling auf mich wartete. Aufgrund meines verpassten Abzweiges von Higway 33 auf den Highway 58 war ich etwas spät, und das Tractor Pulling hatte bereits 10 Minuten angefangen. Aber bekanntlich kommt das beste ja immer zum Schluss, und somit hatte ich zwei Pulls der kleinen Klasse verpasst. Am coolsten fand ich neben der großen Klasse mit Gasturbinen und mehreren Motoren auch die Klasse der Trucks. Aber seht selbst - hier ein paar Impressionen:
Mehr zu dem Thema Tractor Pulling gibt es auf der Homepage der Universität. Sehr interessant finde ich, dass die Uni selber zwei Boliden, 'Mustang Fever' und 'Poly Thunder' besitzt, und es eine eigene 'class' gibt, die sich dem Thema Tractor Pulling, Bremswagen etc widmet. Die meisten der Traktoren haben übrigens Motoren ohne irgend ein Kühlsystem. Weder Wasser noch Luft. Der Alkohol, mit dem sie betrieben werden, verbrennt einerseits deutlich kälter als herkömmliches Benzin, und andererseits machen die Motoren ja auch nur einen Lauf. Danach ist Schluss. Und Mustang Fever hätte eigentlich noch einmal stechen müssen, hat dieses aber nicht gemacht, um den Motor, für den man so gut wie keine Ersatzteile mehr bekommt, zu schonen. Denn schließlich sollen die nächsten Jahrgänge auch noch Spass mit dem Gefährt haben. Alles in allem war die Veranstaltung schon sehr cool, und der teilweise ohrenbetäubende Lärm sowie die Rußwolken waren schon beeindruckend. Aber das größte Problem für die Puller, egal, wie viel PS sie hatten, war, die Kraft auf den Boden zu bekommen. Ich denke, mit meinem Meisterstück deutscher Ingenieurskunst, meinem Universalen Motor Gerät (auch UNIMOG genannt) hätte ich sie wahrscheinlich alle geschlagen ;-)

Nach ca. 2 Stunden Tractor Pulling hat man mir dann das Universitätsgelände gezeigt. Unser Kunde hat selber bis 1983 dort studiert, und beliefert die Uni auch heute noch mit Heu, und sein Sohn studiert dort im letzten Semester. Von einem neugeborenen Fohlen ....
.... das gerade mal 14 Stunden alt war, wie uns das Schild verraten hat .....
.... über die Schweineaufzucht, die Gewächshäuser der Gartenbauer, das Heulager, das Baseballfeld und den Milchkuhstall habe ich alles gezeigt bekommen. Anschließend war dann um 5 Uhr pm das Rodeo angesetzt. Da ich vorher noch nie ein Rodeo gesehen habe, war ich auf dieses Ereignis ganz besonders gespannt.

Sehr schön war auch, dass ich fachkundiges Publikum zu meiner Seite hatte, dass mir die ganzen Regeln erklären konnte. Los ging es mit dem Reiten von wilden Pferden.

Bei dieser Disziplin muss der Reiter mindestens 8 Sekunden auf dem Pferd sitzen bleiben, und darf dabei seine Füsse nicht höher als zur Schulter des Pferdes heben. Anschließend kommen ihm die Teammitglieder zur Hilfe, und während sie das wilde Pferd zwischen sich nehmen, steigt der Reiter auf ein Pferd seiner Teammitglieder über.

Die nächste Disziplin war das Einfangen von Cattle (jungen Rindern). Dazu startet sowohl das Jungvieh als auch der Cowboy aus einem Gitterkäfig an der Seite des Feldes, reitet neben das fliehende Jungvieh, schmeißt sich von seinem Pferd auf das Jungrind, fasst es an den Hörnern und wirft es zu Boden. Die Zeit von Start bis zu dem Zeitpunkt, wo das Rind seitlich auf dem Boden liegt, wird gemessen, und der Beste hat es in 5,4 Sekunden gemacht.


Dann als nächstes mussten zwei Cowboys ein Rind mit dem Lasso einfangen. Dazu musste einer das Lasso um den Hals des Rindes, und der Andere um die beiden Hinterläufe werfen. Auch hier wurde wieder die Zeit gemessen. Hatte man nur einen Hinterlauf, gab es Zeitstrafen. Die Zeiten lagen hier um die 7 Sekunden.


Ich weiß, wie schwer es ist, mit einem Festmacher einen Poller zu treffen. Die Wurfkünste dieser Cowboys und Cowgirls sind regelrecht beeindruckend.

Dann kam die Disziplin, bei der der Cowboy ein Rind mit dem Lasso fangen muss, vom Pferd springt, das Rind zu Boden wirft, und drei Läufe mit einem anderen Seil zusammen bindet. Anschließend darf sich das Rind 6 Sekunden nicht bewegen oder befreien. Sehr interessant hierbei ist, dass auch die Pferde genau wissen, wie sie mitarbeiten müssen. Sie sehen zu, dass das Lasso immer gespannt bleibt, indem sie rückwärts laufen.

Als Aufmunterung kam dann eine Spassdisziplin, in der jedes Team ohne Pferd ein Rind fangen und diesem dann ein T-shirt als Hose anziehen muss. Das schnellste Team gewinnt diesen Kontest.
Das Team 'Flamingos' hatte sich hierzu eine wirklich lustige Verkleidung ausgedacht. Das zeigt schon, wie ernst diese Disziplin ist.
Und irgendwie sah das Rind mit seinem neuen 'Beinkleid' auch nicht wirklich glücklich aus.

Dann kam als vorletzte Disziplin das Reiten durch einen Parcour, der aus drei 'Tonnen' bestand. Um zwei Tonnen musste in einer Richtung, um die dritte Tonne in einer anderen Richtung gewendet werden. Gestoppt wurde die Zeit. Wenn ein Pferd die Tonne berührt, und dabei umwirft, gibt es Strafsekunden.

Als letztes kam dann das wohl Spektakulärste. Das 'Bull Riding'. Es ist schon Wahnsinn, wenn man sieht, wie schnell sich diese Schwergewichte bewegen können, und vor allem, wenn man über die Risiken nachdenkt. Dass der Rettungswagen bereit steht, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen. Aber Gestern wurde er auch gebraucht, weil ein Reiter unter den Bullen gekommen ist. Er konnte jedoch noch selbstständig das Feld verlassen, was dann hinter der Absperrung gelaufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe nur noch gesehen, wie er dort dann zusammen gebrochen ist. Aber auch das gehört bei einem Rodeo dazu, wie man mir versicherte, und schließlich wird jeder vorher auf die Risiken hingewiesen, und unterschreibt dafür, dass er das Risiko selber trägt.
Mehr Infos zum Rodeo bietet hoffentlich in den nächsten Tagen die Internetseite des Cal Poly Rodeo Clubs

Wir sind dann nach dem Rodeo noch zu einem Restaurant südlich von San Luis gefahren, und haben den Tag mit einem gemütlichen Essen ausklingen lassen. Anschließend bin ich zurück nach Bakersfield gefahren, wo ich gegen 1 Uhr im Hotel angekommen bin. Diesmal habe ich jedoch auf Empfehlung eine weiter nördlich verlaufende Route bestehend aus Highway 101, Highway 41 und Highway 46 gewählt. Die Strasse ist nicht so kurvig wie der etwas weiter südlich verlaufende Highway 58 - was ja im Dunkeln durchaus besser ist.

Alles in allem war es ein toller Tag, an dem ich wieder viel Neues kennen gelernt habe. Vor allem auch die Gastfreundschaft der Amerikaner begeistert mich immer wieder.

Ich hoffe, das heutige Update war nicht zu lang und zu langweilig, und ich wünsche euch allen einen guten Wochenstart. Bis die Tage!

Euer Niklas

Freitag, 16. April 2010

Roadshow 2010 - Und es geht weiter!

Moin moin,

da wir mit unseren Demonstrationen im Imperial Valley durch sind, geht es jetzt in Bakersfield weiter. Leider haben wir im Imperial Valley nur 8 Demonstrationen geschafft, aber diese 8 waren dafür sehr erfolgreich, und jetzt hoffen wir, dass die potentiellen Kunden ihre Versprechen tatsächlich einlösen, und die zugesagten Pressen auch kaufen. Sobald ich etwas höre, werde ich euch in meinem Business Blog darüber informieren. Dort auch mehr zu den Demonstrationen.

Hier an dieser Stelle möchte ich euch von meiner heutigen Reise berichten. Da der Transport des JCB aufgrund von 'Oversize Load' teuer und im Bereich L.A. auch kompliziert war, haben wir uns entschlossen, den JCB auf eigener Achse von El Centro nach Bakersfield zu überführen. Meine Kollegen haben den PickUp Truck und den Trailer bis Bakersfield mitgenommen, und ich habe heute in 10 Stunden die 360 Meilen mit dem JCB zurückgelegt.

Um den Großraum Los Angeles weiträumig zu umfahren, haben wir uns für folgende Route entschieden:

Aber step by step:

Zuerst habe ich das ganze Imperial Valley auf dem Highway 111 durchquert. Dabei bin ich auch noch einmal an den Futtersilos von Brandt Cattle (Mastbetrieb mit derzeit 86.000 Mastrindern) vorbei gekommen, und habe folgende Bilder von der Anlieferung von Corn geschossen.

Der ganze Zug passt auf das Gleisoval, und durchfährt das Entladegebäude mit Schrittgeschwindigkeit. Ohne anzuhalten werden dabei alle Waggons entladen. So etwas habe ich vorher noch nicht gesehen. Die Dimensionen bei Brandt Cattle sind schon gigantisch.

Weiter ging es dann auf dem Highway 111 entlang des Salton Sea. Sobald die intensiv bewässerte Landwirtschaft der Imperial Valley endet, beginnt die Wüste. Alle paar Meter ist die Strasse abgesenkt, damit bei Regen das Oberflächenwasser über die Strasse Richtung Salton Sea ablaufen kann. Diese Strasse muss bei starkem Regenfall schon spannend sein.
Am nördlichen Ende des Salton Sea beginnt dann eine Gegend, in der Zitrusfrüchte und Wein angebaut werden. Große Plantagen zieren den Strassenrand.
In Indio beschließe ich dann, nicht durch Palm Desert und durch Palm Springs zu fahren, sondern etwas nördlich im Nachbartal die Dillon Road zu fahren. Die Strasse führt mich zwar durch die Einöde, diese blüht aber zur Zeit sehr schön, so dass es doch nicht so ganz langweilig ist. Außerdem haben die Strassenbauer alles unternommen, damit die Fahrt nicht langweilig wird. Der größte Teil der Strasse erinnerte irgendwie an die Werbung eines großen schwedischen Möbelhauses mit einem Käfer und einem voll beladenen Dachgepäckträger. Vertont war das Ganze darmals mit "Hui.. Hui... Hui..." Nur die Brücke wollte nicht kommen....
Am Ende der Dillon Road, bevor man auf den Highway 62 Richtung Yucca Valley abbiegt, hat man einen sehr tollen Ausblick auf die Windmühlen in diesem scheinbar optimal geeigneten Tal. Das Foto gibt übrigens nur einen kleinen Ausschnitt wieder. Das ganze Tal und die Bergkämme sind voller Windmühlen - Wahnsinn!
Auf dem Weg Richtung Yucca Valley geht es dann erst einmal steil bergauf. Ich nutze mit meinem JCB des öfteren die linke Fahrspur, um mit ca. 37 mph an den etwa halb so schnellen Trucks vorbeizuziehen, und den Blick des Erstaunens in die Gesichter der Fahrer zu zaubern. Viele von ihnen sind wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben auf dem Highway von einem Trecker überholt worden....
Nach einer kurzen Pause in Yucca Valley feht es dann auf dem Highway 247 Richtung Norden. Die Landschft wandelt sich jetzt immer mehr in eine trockene Wüstenlandschaft und auch die größeren Büsche verschwinden so langsam und weichen Kakteen.
 

Meile um Meile fahre ich nun durch eine Landschaft, die außer Steinen, Sand und kleinem Buschwerk nichts zu bieten hat. Kaum Häuser, einige verlassene Gehöfte und viele Schilder, dass man günstig Grundstücke erwerben kann, zieren den Weg.

Erst in Barstow wird es wieder etwas grüner, und ich bewege mich auf der 'Historic Route 66' durch den Ort.
Ab hier beginnt dann der langweiligste Teil der ganzen Tour. Auf dem Highway 59 geht es 124 Meilen durch die Wüste Richtung Bakersfield. Bis auf ein paar abgestellte Flugzeuge in Mojave gibt es auf der ganzen, fast 3 stündigen Strecke nichts Interessantes zu sehen. Nur Wüste zu beiden Seiten, und eine schnurrgerade Strasse.
Erst als ich wieder in die Berge kurz vor Bakersfield komme, wird es wieder spannender. Plötzlich gibt es wieder grüne Wiesen, und Bäume. Irgendwie kommt einem dass plötzlich komisch vor nach längerer Zeit in der Wüste. Denn das Imperial Valley hat ebenfalls kaum Bäume zu bieten. Und auch hier scheint der Wind sehr beständig zu blasen.
Der Abstieg ins Bakersfield Tal bietet dann wieder viele tolle Aussichten, auch wenn das Tal heute leider etwas diesig war. Und nach einer kleinen Irrfahrt - ich habe die richtige Strasse verpasst - durch Bakersfield habe ich dann ca. 10 Stunden nach meinem Start in El Centro das Hotel in Bakersfield erreicht. Zwar etwas erschöpft, aber nicht total müde habe ich über 360 Meilen mit einem Traktor an einem Tag zurück gelegt. Irgendwie schon verrückt, aber die Distanzen sind hier drüben einfach andere.

So  viel für den Moment!

Gruß Niklas

Samstag, 10. April 2010

Kurzes Update!

Moin moin,

wollte mich mal schnell aus dem warmen Imperial Valley melden. Eigentlich gibt es im Moment nicht viel zu berichten. Die Demonstrationen laufen jetzt in vollem Gange, nur ist das Zeitfenster Morgens und Abends relativ kurz. Über den Tag ist ein Pressen nicht möglich, da das Material viel zu trocken ist. Würde man so trockenes Alfalfa Heu pressen, würde der Kolben sämtliche Blätter vom Stängel abschlagen, und diese würden als Bröckelverluste auf dem Feld bleiben. In den Blättern steckt jedoch das, was man eigentlich haben will. Nämlich die Energie!
Für uns bedeutet das, dass wir, wenn wir Glück haben, morgens etwa 3 Stunden Pressen können, wobei morgens mal 3 Uhr und mal 7 Uhr sein kann. Kommt halt auf den Standort an. Dann geht es, wenn der Tau abends wieder kommt evtl. noch mal ab 8 Uhr für ein paar Stunden.

Aber um hier nicht alles doppelt zu schreiben verweise ich einfach mal auf den anderen Blog, den ich jetzt quasi als "Business Blog" für die Firma Krone pflege.


Dort findet ihr in Zukunft alles über die Demos. Ich hätte es lieber alles zusammen in diesem Blog gehabt, aber Privates und Geschäftliches muss ja nicht immer eine Einheit bilden.

Unter meinem Profil rechts in der Menüleiste findet ihr auch den Link zu dem anderen Blog.

Das war es für den Moment auch schon. Die Tage sind im Moment aufgrund der unglücklichen Demozeiten sehr lang, und ich erlebe wenig neben der Roadshow! Aber das wird sich dann nächste Woche auch ändern, denn dann kommt die PROFI mich besuchen.

Also, bis dahin!

Gruß Niklas

(Das Foto habe ich geschossen - folglich sitzt auf dem Traktor mein Kollege Blake und testet gerade seine
spanisch Kenntnisse während er dem mexikanischen "Operator" die Bedienung der Presse nahe bringt)

Sonntag, 4. April 2010

Das warten hat sich gelohnt!

Moin moin,

das warten hat sich gelohnt. Donnerstagmorgen um 5:30 Uhr konnte ich endlich die ersten Ballen pressen. Zwar nicht auf dem Feld, an dem wir am Tag vorher die Presse geparkt hatten, aber auf einer anderen Fläche des gleichen Interessenten. Wir haben den Traktor als morgens schnell umgesetzt, und dann gegen 6 Uhr dort angefangen zu pressen. Und ich muss sagen, BiG Pack fahren ist wirklich das einfachste, was ich bisher gemacht habe.
Die ersten Ballen waren dann auch gleich sehr schon. Die Waage im Ballensammelwagen zeigte genau das gewünschte Gewicht an (1600 lbs), die Ballenform war scharfkantig und die Ballen sahen aus wie Briketts. Leider kam dann jedoch etwas, was es im Imperial Valley eigentlich sonst nicht gibt - es fing an zu REGNEN! Recht schnell stieg das Ballengewicht an, und der Pressdruck verringerte sich zunehmend bei gleicher Presskraft - Ein Indiz für höhere Feuchtigkeit im Ballen. Die letzten Ballen hatten dann auch 2165 lbs bei gleicher Länge (86 inch) und somit mit fast 30% viel zu viel Feuchtigkeit. Für den Export dürfen sie max. 14 % haben. Also erst einmal wieder Abbruch.


Wir haben dann erst einmal alle zusammen ein ordentliches Frühstück bei Nana's Cafe in Holtville genossen, und dort über viele Features der BiG Pack gefachsimpelt. Da der Regen so schnell wie er gekommen war auch wieder aufgehört hat, schöpften wir Hoffnung, nachmittags weiter pressen zu können.

Nach einigen Stunden Wartezeit ging es dann ca. um 14 Uhr weiter. Die Schwade waren wieder so weit abgetrocknet, dass ein Pressen wieder möglich war.



Abends gegen 18 Uhr waren wir dann nach 87 Ballen fertig mit Pressen, und ein zufriedener Interessent und hoffentlich zukünftiger Kunde lud uns zum gemütlichen Grillen zu sich auf den Hof ein. Wir haben vorher nur schnell die Presse zurück zu Anthony Mertens, unserem Servicestandort im Imperial Valley gebracht, und dort mit dem Laubbläser sauber geblasen. Leider hatte der Regen am Vormittag jedoch den Staub so gut auf der Presse und dem JCB verklebt, dass wir nicht um den Hochdruckreiniger herum kamen. Das dann jedoch am nächsten Tag.

Freitagmorgen haben wir auf dem Weg zu Anthony dann einige potentielle Waschplätze ausfindig gemacht. In Holtville haben wir dann einen Selbstwaschplatz für PKW gefunden, der jedoch 11ft hohe Waschboxen hatte, die auch von der Breite evtl. ausreichend zu sein schienen. Die angesteuerten LKW Waschstrassen waren mir persönlich zu teuer - deswegen haben wir uns dann letztendlich dazu durchgerungen, den PKW Selbstwaschplatz anzusteuern, und zu checken, ob wir mit dem JCB da rein passen. Schließlich sagt der Aufkleber in der Kabine 11ft 6 inch Gesamthöhe. Um es vorweg zu nehmen - es hat genau gepasst. In der Höhe waren vielleicht 3 cm über, und in der Breite vielleicht 20 cm - 10 auf jeder Seite! Und letztendlich hat das Waschen dort weniger als ein Drittel gekostet.  



Nachdem wir unser Vorführgespann dann wieder schüssig hatten, und auch noch einige andere Sachen überprüft hatten, haben wir uns mit Tom Brown, dem Verkäufer von Central Implement und Anthony Mertens zum Mittagessen getroffen, und das weitere Vorgehen besprochen. Leider sind wir noch etwas zu früh, und jetzt vor Ostern hat keiner seine Flächen gemäht. Für die Woche nach Ostern gibt es jedoch schon einige Anfragen. Somit beschließen wir, nachmittags dass Wochenende zu beginnen. Da Blake in Los Angeles Verwandtschaft hat, und ich in San Diego jetzt schon einiges gesehen habe, beschließen wir, nach Los Angeles zu fahren.

Samstag fahren wir dann bei schönstem Wetter und leichtem Wind nach Santa Monica und verbringen den ganzen Tag dort zwischen Santa Monica Pier und Venice Beach. Dies alles ist auch für mich neu, da ich bei meinem letzten Aufenthalt dort nicht angehalten hatte, und ich muss sagen, dass mir auch dieser Ort sehr gut gefallen hat.


Besonders viel Spaß hat dieses Gerät am 'Muscle Beach' gemacht, an dem man sich wie (entschuldigt bitte den Vergleich) die Affen im Zoo von einem Ring zum anderen hangeln kann. Übrigens sieht es einfacher aus, als es dann letztendlich ist. Vor allem größere Leute hängen nämlich permanent mit den Füssen im Sand.


Hier im Hintergrund sieht man dann die Santa Monica Pier  - den Ausgangspunkt der legendären Route 66.


Hier ein Foto vom Ende der Pier - dem Ort, an dem Sich neben einem recht netten mexikanischen Restaurant auch die Hafenaufsicht befindet.

Hier mal ein Blick auf den Teil mit dem Amusementpark.

Und was ich auch sehr lustig finde - diese Fastfood Restaurant Kette:
Die Kette Bubba Gump Shrimp Company ist durch den Film 'Forrest Gump' inspiriert entstanden - das erste mal, dass es in dieser Reihenfolge passiert. Normalerweise kommen in Filmen ja real existierende Namen vor.
Und Forrest Gump habe ich gerade vor einigen Wochen noch hier im TV gesehen - übrigens in Originalsprache noch viel cooler als in der deutschen Übersetzung.


Hier dann einige Bilder von Venice Beach. Sehr interessant sind die vielen Kleinkünstler, die hier ihr Handwerk zeigen, und die vielen 'crazy people', die man hier antrifft.

Sehr schön fand ich auch dieses T-shirt Motiv, das ich an einem der zahlreichen Läden gesehen habe. Gut, tragen würde ich sowas nicht.....
..... aber ein Bild war es mir dann doch wert! ;-)

Abends haben wir dann noch einen kurzen Abstecher Richtung Sunset Blvd. und Hollywood Blvd. sowie Hollywood Hills gemacht, und von dort den Sonnenuntergang über L.A. beobachtet.


Hier mal ein frei Hand geschossenes Panorama Bild von den Aussichtspunkt in den Hollywood Hills. Leider habe ich nicht die entsprechenden Programme hier, um die Übergänge besser hin zu bekommen, und mit paint ist das Ganze dann doch recht schwierig. Aber immerhin passen die Fotos sauber aneinander.

Heute haben wir dann Blakes Tante besucht, und sie hat uns noch einige schöne Plätze in Santa Monica gezeigt. Leider hatte ich meine Digicam nicht mit, so dass es davon keine Bilder gibt. Kurz bevor wir dann wieder Richtung San Diego aufgebrochen sind, wackelte dann noch plötzlich mein Sessel, obwohl keiner dran gewackelt hat. Auch die Lampe über dem Tisch wackelte plötzlich. Das ganze waren Ausläufer des ca. 50 Meilen südlich von San Diego gelegenen Epizentrums des Erdbebens, das heute Nachmittag Mexiko mit der Stärke 6,9 auf der Richterskala erschüttert hat. Somit habe ich auch mal ein Erdbeben miterlebt. Ist irgendwie schon ein komisches Gefühl, wenn plötzlich alles wackelt. Zuerst zweifelt man an seinen eigenen Sinnen.

Also, bis dahin und zweifelsfreie Grüße

Niklas