Sonntag, 4. Juli 2010

Mal wieder ein Lebenszeichen: Lake Tahoe und Crater Lake!

Moin moin,

nachdem ich in den letzten Wochen sehr "busy" war, hatte ich nur wenig Zeit für ein Privatprogramm. Mittlerweile bin ich mit meiner Presse etwas weiter im Norden - genauer gesagt in Alturas, CA - angekommen, und in der Zwischenzeit habe ich viele interessante Dinge erlebt. Wie ihr vielleicht in meinem Krone Blog gelesen habt, habe ich eine große Runde durch Nevada hinter mir. Von Smith Valley ging es erst einmal wieder weit (ca. 200 Meilen) nach Süden - das erste mal für mich durch die Wüste - Richtung Fishlake Valley. Nach einem sehr erfolgreichen Tag mit vielen Kunden im Feld ging es dann zurück Richtung Norden nach Fallon, wo wir ebenfalls sehr viele Kunden auf der Vorführfläche begrüßen konnten, und von Dort über die Interstate 80 erst einmal wieder zurück nach Reno. Dann bin ich letzte Woche Freitag noch schell die drei Stunden Richtung Susanneville gefahren, wo wir ebenfalls eine gut besuchte Vorführung verbuchen konnten, bevor es dann zurück nach Reno ging. Dort hatte ich letztes Wochenende Besuch aus Deutschland - mein Vater hatte nach einem Business-Meeting am Freitag das Wochenende in Reno verbracht - und wir haben eine tolle Tour in der näheren Umgebung unternommen.

Zunächst sind wir Samstag Morgen nach Virginia City gefahren, ein historisch interessanter Ort, der sehr stark vom Gold Rush geprägt worden ist.






Virginia City ist eine der ältesten Siedlungen in Nevada, die heute jedoch sehr stark touristisch ausgerichtet ist. Sehr amüsant fanden wir, dass an einer für die Touristen künstlich hergestellten "Goldwasch-Strecke" die Pfannen mit Sand zuvor  mit jeweils drei kleinen Körnchen Gold versehen wurden, damit der Erfolg auch ja nicht ausbleibt.

Weiter ging es dann von Virginia City Richtung Carson City, der Hauptstadt Nevadas, und weiter Richtung Süden zum Lake Topaz. Am Lake Topaz habe ich die Wochen zuvor einige male im Hotel übernachtet - wir haben jedoch nur einen kurzen Zwischenstopp gemacht, und unsere Getränkevorräte etwas aufgefrischt.

Etwas südlich vom Lake Topaz sind wir dann auf den Highway 89 Richtung Westen abgebogen, und auf der recht kurvenreichen Strecke haben wir uns schnell einige 100 ft. in die Höhe geschraubt. Von dort oben hat man einen tollen Blick über die angrenzenden Täler, der jedoch mit der Kamera eigentlich nicht einzufangen ist. Ich habe es mal versucht, aber in natura ist es noch viel beeindruckender.

Weiter ging es auf dem Highway 89 Richtung Lake Tahoe. Lake Tahoe ist mit 500 Meter Tiefe der zweittiefste und mit einer Höhe von 1900 Metern auch einer der höchstgelegenen Seen der USA. Die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft mittig durch den See. Wir sind auf der kalifornischen Seite geblieben, und haben uns somit das westliche Ufer des Sees angesehen. Aufgrund der unterschiedlichen Gesetze in Kalifornien und Nevada gerade was das Thema Glücksspiel anbelangt ist gerade der Ort "South Lake Tahoe" auf der Seite Nevadas mit großen Casinos verschandelt. Die kalifornische Seite hingegen besticht durch ihre netten Häuser zwischen Ufer und Strasse und die immer wieder tollen Ausblicke.






In Tahoe City haben wir dann am frühen Nachmittag angehalten, und in einem netten Restaurant mit Terrasse mit Seeblick einen kleinen Imbiss zu uns genommen. Bei bestem Wetter war der Ort einfach traumhaft.

Zurück nach Reno ging es dann über Mount Rose. Abends haben wir uns dann mit meinem Kollegen Brent Raines zum Abendessen verabredet, und anschließend den Tag noch in einer der zahlreichen Hotel-Bars ausklingen lassen.
Sonntag hatten wir dann morgens das Shopping-Programm, und nach einem kurzen Zwischenstopp Downtown Reno sind wir noch einmal nach Squaw Valley gefahren.

Schon interessant zu sehen, wie es dort ohne Schnee aussieht. Auf dem Rückweg wollten wir dann noch einen Stau auf der Interstate umfahren - das einzige, was ich so nicht erwartet hatte, war, dass die andere Strecke plötzlich eine Schotterstrecke wurde. Auch meine Mitreisenden und vor allem unser Fahrer war so überrascht und vor allem konzentriert bei der Sache, dass ein Wunsch, an einer besonders schönen Stelle einmal anzuhalten, erst nach etlichen Sekunden und vielen weiteren Metern gehört wurde.


Am Sonntagabend haben mein Vater und sein Kollege dann Reno mit dem Nachtflug verlassen, und ich hatte ab Montag wieder alle Hände voll zu tun, um möglichst vielen interessierten Kunden unsere BiG Pack 1290 HDP zu zeigen. Montag bin ich nach einigen Arbeiten an der Presse in reno dann gegen Mittag Richtung Lovelock aufgebrochen, wo wir Dienstagmorgen um 4 Uhr eine Vorführung hatten. Danach ging es weiter zu einer Ranch nördlich von Winnemucca, wo wir am Mittwochmorgen vorgeführt haben. Diese Demo war dann auch die letzte mit unserem Nevada-Händler Dan Smith von der Smith Valley Garage in Wellington.
Die Bilanz in Nevada ist sehr sehr gut. Wir haben in 2,5 Wochen in 15 Demonstrationen mehr als 54 Interessenten unsere Presse zeigen können. Von Winnemucca, NV aus bin ich dann Mittwochnachmittag Richtung Alturas, CA aufgebrochen. Immer auf dem Highway 140 durch die Wüste.



Nach einem besonders beeindruckenden Teilstück entlang eines Canyons halte ich kurz an, um dieses Foto zu schießen.....

... und was sehen meine entsetzten Augen da? Unterm Trecker ist alles voller grünlichem Wasser. Toll. Ich bin in der Mitte eines 84 Meilen langen Teilstücks des Highway 140 ohne irgendeinen Service - ja sogar ohne irgend ein Haus - und sogar ohne irgendeinen Handy Empfang, und mein Kühlwasser tropft aus dem Motorraum. Schnell öffne ich die Haube und die Seitenverkleidung, und sehe dann zu meiner Erleichterung, dass nicht der Schlauch geplatzt ist, sondern dass JCB oder Cummins nur an den Schlauchschellen gespart hat, und der Schlauch der Luftpresser-Kühlung von dem Stutzen gerutscht ist. Die Klemm-Schelle sitzt noch auf dem Schlauch, und somit kann ich ihn genau dort wieder recht einfach fixieren. Eine leere Wasserflasche (0,5 ltr.) hilft mir dann, in den nächsten 1,5 Stunden ca. 25 Liter Wasser aus dem Tank auf der Presse in den Vorratsbehälter des Kühlsystems zu befördern. Ich muss dazu nur ganze 50-mal auf die Presse und wieder auf das vordere Schutzblech des JCB klettern - bei 40°C in der Sonne. Aber wie sagte schon Forrest Gump?
Shit happens!
Mit etwas Verzögerung setze ich meine Tour fort, und komme gegen 20 Uhr nach sieben Stunden fahrt in Alturas CA an. Ein Hotel ist auch schnell gefunden, und ein Subway ist auch im Ort (auch mit das Beste, was es dort an Möglichkeiten gibt)
Donnerstag treffe ich unseren Verkäufer Tom Downs von Klamath Basin Equipment und Freitagmorgen haben wir unsere erste Vorführung dort. Brent Raines ist auch nach Alturas gekommen, da ich ja noch wieder zurück nach Reno muss, um meinen Pick Up Truck und den Trailer zu holen. Unser Händler überrascht uns jedoch damit, dass er für Freitagabend und Samstagmorgen weitere Demos vereinbart hat. Somit verschiebt sich unsere Rückreise nach Reno um einen Tag, und da wir Freitag die nächste Demo um 21 Uhr haben, bleibt uns der ganze Tag für Sightseeing. Wir beschließen zum Crater Lake in Oregon zu fahren. Auf dem Hinweg fahren wir über Lakeview, da dort eine neue Pipeline gebaut wird, und die Tage zuvor Haufenweise nagelneues CAT Equipment verladen auf LKW an unserem Hotel vorbei gerollt ist. Diese Baustelle wollen wir uns genauer ansehen.

Auf dem Weg Richtung Lakeview kann man sehen, wie auf der parallel verlaufenden Bahnstrecke mit entgleisten Waggongs umgegangen wird. Sie werden einfach ein wenig zur Seite geschoben.




In Lakeview entdecken wir auch recht schnell den Ort, an dem die Pipeline Rohre abgeladen werden - die Stelle mit dem ganzen nagelneuen CAT Equipment finden wir jedoch leider nicht.

Aber auch dieses Equipment ist sehr interessant. Mit einem riesigen Elektro-Magnet hebt der 'Loader' die Rohre von den Waggons, und ein ebenfalls riesiger Radlader bringt sie dann zum entsprechenden Lagerplatz.


Vorn hier ging es dann aber auf direktem Weg weiter Richtung Crater Lake.



Kurz vor dem Krater habe ich dann das dümmste Schild gesehen, dass mir bis jetzt in den USA begegnet ist.
Dieses Schild ist ungefähr genau so wichtig, wie der Hinweis "Rutschgefahr bei Glätte".


Leider liegen die Ränder des Kraters des auf 1883 Metern gelegenen Sees im Nebel, und das Wetter ist auch nicht gerade sehr einladend. Es schneit.

Beeindruckend ist hingegen das blaue Wasser des Sees. Wir beschließen die Ringstraße einmal um den See herum zu fahren, was uns leider nicht ganz gelingt, da ein Teilstück aufgrund des Schnees noch gesperrt ist. Zwischenzeitig wird das Wetter jedoch besser, und wir genießen viele tolle Ausblicke auf den See.



Wer mehr Infos zu diesem Ort haben möchte - Hier der Link zu Wiki!

Nach zwei weiteren erfolgreichen Demonstrationen Freitagabend um 22 Uhr und Samstagmorgen um 6:00 Uhr in Alturas haben wir uns dann Samstagmittag wieder auf den Weg Richtung Reno gemacht.

So viel für den Moment!

Gruß Niklas




Sonntag, 6. Juni 2010

Crazy Americans!

Moin moin,

wie ihr ja vielleicht in meinem Krone Blog gelesen habt, bin ich gestern mit meinem Vorführgespann über die Berge (High Sierras oder Sierra Nevada, und nicht Rockys, wie ich immer fälschlicherweise angenommen hatte) gefahren und jetzt wieder in Nevada. Der Trecker steht jetzt in Wellington im Smith Valley, und ich bin in Reno, da ich hier Montagmorgen etwas zu erledigen habe, bevor dann die Roadshow im Smith Valley weiter geht.

Aber ich wollte euch ja eigentlich was ganz anderes erzählen. Nämlich über ein Event, das demnächst hier stattfindet. Vielleicht vorweg mal eine Frage in die Runde? Was macht man, wenn man ein Wüsten-Offroad Event austragen will, und nur einen Steinwurf von der Wüste entfernt ist? Richtig, man baut die Wüste auf dem Hotelparkplatz mitten in Reno nach!

Sieht im Moment noch so aus.....


...... soll dann aber am 17. Juni folgendermaßen aussehen:

Das Bild stammt von folgender Seite: http://www.grandsierraresort.com/xtreme-outlaws/

Deswegen werden derzeit Unmengen von 'dirt', wie der Amerikaner zu sagen pflegt - übersetzen würde ich es mit Boden, oder Aushub - mit riesigen Lastzügen auf den einstigen Hotelparkplatz gekarrt. Und dort wird dann mit großen Radladern die Strecke gebaut.



Vor dem Hoteleingang werben bereits zwei Offroad Fahrzeuge für die Veranstaltung. Auch diese musste ich mir natürlich erst einmal sehr genau ansehen.




Ich denke, über den Sinn dieses Unterfangens braucht man nicht weiter zu diskutieren. Neben der Wüste auf einem Hotelparkplatz eine Wüstenrennstrecke aufzubauen halte ich schon für ziemlich unsinnig. Aber wenn das Geld da ist - und wenn ich die Leute alle hier im Casino sehe, dann wird das wohl mehr als genug vorhanden sein - dann muss es ja auch irgendwie wieder in Umlauf gebracht werden. Wie ich am Rande mitbekommen habe, ist dieses Event erst einmal für zwei Jahre sicher. Man kann die Strecke also mehrmals auf und abbauen...

So viel für den Moment!

Gruß Niklas


Freitag, 4. Juni 2010

Yosemite Nationalpark - ein Ausflug, der sich lohnt!

Moin moin,

nach langer Zeit und viel Arbeit habe ich heute Abend endlich mal wieder etwas Zeit, mich um euch zu kümmern. Ich wollte euch ja noch von meinem kleinen Ausflug zum Yosemite Nationalpark erzählen. Letzten Montag hatte Amerika auch mal einen Nationalfeiertag - Memorial Day - und somit hatte ich mal einen Tag nichts zu tun. Das Wochenende zuvor hatten wir am Samstag eine Demonstration, und den Sonntag hat dann der die Woche über liegen gebliebene Papierkram sowie ICQ in Anspruch genommen. Aber Montag hatte ich dann doch endlich Zeit...

Ich bin also recht zeitig aufgebrochen, um neben der doch etwas längeren Strecke von ca. 120 Meilen (one way) auch noch etwas Zeit im Nationalpark verbringen zu können. Schon die Hinfahrt von Turlock über den Highway 132, 49 und 140 hat mich durch tolle Berglandschaften geführt.

Die Strasse dürfte ein Traum für jeden Motorradfahrer sein. Eigentlich bestand sie nur aus Kurven, wie auf dem Bild im Hintergrund zu erkennen. Und Gegenverkehr war eigentlich auch ehr selten.


Auf dem Highway 140 ging es dann entlang des Merced River Richtung Yosemite Valley.

Dieser doch recht rasante Gebirgsfluss lädt viele Wassersportler ein - auf dem Weg habe ich etliche Rafter und Kajakfahrer gesehen, die in den Stromschnellen scheinbar ihren Spass hatten.

Kurz hinter dem kleinen Straßendorf mit dem klangvollen Namen El Portal hieß es dann erst einmal "löhnen". Denn der Besuch in dem Nationalpark kostet.

Die Preisgestaltung ist hier jedoch recht interessant. Pro PKW bezahlt man 20 Dollar - egal, ob eine Person oder 8 Personen drin sitzen. Individualreisende mit Motorrad oder Fahrrad zahlen 10 Dollar, genau so wie Reisende in einem Bus. Dort dann 10 Dollar pro Person. Das Ticket ist dann sieben Tage gültig. Mit anderen Worten, ich habe die berühmte Karte gezogen. Alleine im Auto und nur einen Tag Zeit - aber trotzdem 20 Dollar. Aber egal. Man ist nur einmal hier.

Weiter geht es dann erst einmal mitten durch einen Granitblock. Bekannt ist das Tal ja durch seine steil aufragenden Felswände aus Granit - einst von Gletschereis geformt - und seinen Redwood Bäumen. Die Redwoods sind allerdings nicht so groß, wie an anderen Orten in den USA.

Besonders spektakulär sind die vielen Wasserfälle, die sich überall im Tal befinden.

Das Tal selber ist ehr langweilig und sehr amerikanisch auf Tourismus eingestellt. Immerhin gibt es eine zweispurige Ringstrasse und überall Camps, in denen man sein Wochenende mal ganz naturnah verbringen kann - natürlich mit dem Auto in Reichweite, mit dem Restaurant um die Ecke und mit dem Kühlschrank mit Icemaker im Zelt.

Aber egal, mir kam es ganz gelegen, denn so konnte ich das Tal einmal umrunden - wie ein Amerikaner, ohne das Auto zu verlassen *grins*. Natürlich habe ich einige Zwischenstopps eingelegt, und auch mal rechts und links etwas abseits des Weges geguckt.

Nachdem ich dann meine Runde beendet hatte, und feststellen musste, dass ich am Memorial Day irgendwie nicht der einzige in diesem Tal war - ja, ich habe zeitweise im Stau gestanden - bin ich dann zum Glacier Point gefahren. Dieser Aussichtspunkt liegt südlich des Tals hoch oben in den noch tief verschneiten Bergen, und man hat einen grandiosen Blick über den Nationalpark.

Hier auf 2190 Metern Seehöhe habe ich dann neben dem tollen Ausblick auch einige sehr schöne Tiere beobachten können.
Dieser Vogel heißt laut Wikipedia Diademhäher. Komischer Name, aber sehr schöner Vogel mit einem tollen blauen Federkleid.
Dieses Foto gefällt mir besonders gut. Wenn ihr gesehen hättet, wie schnell diese Hörnchen unterwegs waren, dann ist es schon fast ein wunder, dass mir dieses Foto so gut gelungen ist. Die Größe dieses Goldmantel-Ziesel ist übrigens zwischen Maus und unserem Eichhörnchen - also nicht sehr groß. 
Hier noch mal ein Foto vom Glacier Point....

und hier ein Blick Richtung Parkplatz.

Da es bereits 17 Uhr war, habe ich mich dann auch schon wieder langsam auf den Rückweg gemacht. Schließlich wollte ich die kurvenreiche Strecke durch die Berge nicht unbedingt im Dunkeln zurücklegen. Gegen 18 Uhr war ich dann wieder im Yosemite Valley, wo ich noch mal kurz angehalten habe, weil alle irgendwie Richtung Himmel starrten. Dort war dann Folgendes zu sehen:

Über dem kleinen Baumwipfel in der Mitte ist ein hellerer Fels auszumachen. Ich habe das dann mal komplett herangezoomt.

Ziemlich in der Mitte des Bildes sieht man das Gepäck, und am oberen Bildrand die Bergsteiger. Ich hätte diese nicht entdeckt, aber dank einer freundlichen Amerikanerin, die mir ihr Fernglas zur Verfügung gestellt hat, konnte ich diese Gruppe ausmachen. Es waren noch mehrere Bergsteiger in der Steilwand, aber diese habe ich leider mit der Kamera nicht mehr wieder gefunden. Denn mit bloßem Auge waren sie fast nicht zu sehen. Auf jeden Fall ist die Position für die Uhrzeit schon recht sportlich.
Auf dem Rückweg bin ich dann noch durch einige Regionen gekommen, in denen zuvor das Feuer gewütet hatte.

Aber Buschfeuer sind hier nicht nur schädlich - ganz im Gegenteil - die Redwood Bäume brauche sie, um sich Fortpflanzen zu können. Denn nur mit Hilfe der Hitze platzen die Samenkapseln auf, und der Samen kann nach dem Feuer auf dem Nährstoffreichen Boden aufgehen.

Gegen 21 Uhr war ich dann wieder zurück in Turlock. Alles in allem ein anstrengender Tag (über 8 Stunden im Auto und mehr als 300 Meilen auf kurvigen Bergstraßen) aber auch ein sehr interessanter Tag mit vielen tollen Eindrücken. Nur die Redwoods hatte ich mir irgendwie imposanter vorgestellt.

So viel von meinem Memorial Day - Also, bis dahin.

Gruß Niklas

Sonntag, 23. Mai 2010

Kurzes Lebenszeichen

Moin moin,

da es derzeit sehr viel zu tun gibt, habe ich weniger Zeit für meinen privaten Blog. Außerdem habe ich neben Demonstrationen derzeit auch nicht viel anderes erlebt. Über die Demonstrationen könnt ihr in meinem  Krone Blog mehr erfahren. Also, ich hoffe man sieht sich dort!

Aber ein lustiges Bild habe ich noch - da soll mal einer sagen, die Amerikaner seien nicht kreativ!

Würde mal gerne einen deutschen Schupo beim erspähen so eines Gespannes beobachten. Der 'Sprayer' ist nach wie vor am Traktor angekuppelt, wird aber quasi als zweiter Anhänger hinterher gezogen. Zwei Anhänger, wie auch ich es mit meinem Trailer hinter der Presse vor hatte, sind hier in Kalifornien hingegen nicht erlaubt. Auch das muss man nicht verstehen....

Gruß Niklas

Mittwoch, 12. Mai 2010

Weekend - Trip to Lake Isabella

Moin moin,

wo doch schon fast das nächste Wochenende vor der Tür steht möchte ich euch noch kurz von meinem letzten Wochenende berichten. Nachdem ich Samstag einige Dinge am Computer erledigt habe, bin ich Sonntag dann mal Richtung Lake Isabella aufgebrochen.

Lake Isabella ist ein in den Bergen liegendes Wasserreservoir, dass über den Kern River den südlichen Teil des Central Valleys mit Wasser versorgt. Kern River war eigentlich auch der Grund, warum ich mich mal in die Richtung auf gemacht habe. Seit sehr langer Zeit führt Kern River nämlich in Bakersfield mal wieder Wasser in seinem sonst staubtrockenen Flussbett. Ich habe mich also auf dem Highway 178 Richtung Osten auf gemacht.

Schon wenige Meilen hinter Bakersfield werden die bewässerten Felder weniger, und der Wegesrand wird von nur noch wenigen lückenhaften Plantagen geziert. Noch ein paar Meilen weiter sieht man dann, warum Kern River meistens in Bakersfield kein Wasser mehr führt.

Über große Betonkanäle wird das Wasser dem Fluss entnommen, und den Bewässerungskanälen der Landwirtschaft zugeführt. Wenige Meter weiter denkt man dann, das Tal und die Straße sind jeden Moment zu Ende, aber es gibt eine kleine Lücke in den Bergen.

Von hier an windet sich der Highway 178 entlang dem Kern River in einem schmalen Canyon in die Berge. Teilweise ragen die überhängenden Felsen so weit in die Fahrbahn hinein, dass man Angst haben muss, mit dem Spiegel oder der Dachkante des Pick Ups daran hängen zu bleiben. Jeder Motorradfahrer würde bei dieser kurvenreichen Straße mit Sicherheit leuchtende Augen bekommen - zumal sie zu dieser Jahreszeit auch noch nicht so überlaufen ist. Im Sommer lädt der Fluss zum raften ein, und der See und seine umliegenden Campingplätze locken auch den einen oder anderen Touristen an. Aber noch ist es für diverse Outdooraktivitäten zu kalt.



Wie man auf dem letzten Foto sieht, kommt auch hier in den Bergen so langsam der Frühling - zumindest blüht gerade mal alles, was dort irgendwie wächst.
Je weiter ich Richtung Lake Isabella kam, desto breiter wurde das Tal, und schon bald wurde die Straße auch wieder "amerikatypisch" vierspurig mit breit ausgebautem Pannenstreifen.

Und dann lag er irgendwann vor mit. Die Kurven hatte ich schon nicht mehr gezählt, und hinter einem großen Wall aus Geröll war dann der See zu sehen.

Die Ufer des Sees gleichen irgendwie einer Mondlandschaft. Das liegt hauptsächlich daran, dass der See schon seit einigen Jahren nicht mehr komplett gefüllt werden kann, da einer der beiden Dämme einige Risse bekommen hat. Da direkt unterhalb dieses Dammes eine Mobilhome-Park angesiedelt ist, und man nicht unbedingt noch mehr Mobilhomes in Bakersfield benötigt, hat man sich entschlossen, den Damm nicht mehr weiter zu belasten, und lieber das Wasser kontrolliert abfließen zu lassen. Und da der Staat Kalifornien ziemlich pleite ist, wird sich an diesem Zustand in naher Zukunft auch nicht viel ändern. Ich habe auf jeden Fall die Gelegenheit genutzt, und bin mal ein bisschen an den kargen Seeufern herum gefahren, und habe mich dabei permanent nach meinem Unimog gesehnt. Der wäre hier echt super gewesen. Denn auch auf der anderen Seite der Strasse gab es überall tolle Geländestrecken in die Berge.
 
Einige wenige hatten sich auch schon mit ihrem kleinen Camper ans Seeufer verirrt.
Jemand anders zog einsam seine Kreise. Denn Anleger oder Stege sind an diesem Reservoir nicht zu finden. Sliprampen waren alles, was ich gesehen habe. Kein Hafen, kein Ausflugslokal, keine Anlegemöglichkeit.
Eigentlich war hier gar nichts los....
Deswegen habe ich mich dann auch schon bald auf den Rückweg Richtung Bakersfield gemacht. Nur dass ich diesmal den Highway 155 nehmen wollte. Weil den Highway 178 kenne ich ja jetzt schon. Highway 155 Beginnt unmittelbar am Lake Isabelle, und führt über die Berge zurück ins Central Valley nach Delano. Zuerst schraubt er sich aber mal sehr steil in die Berge, und schon nach wenigen Meilen hat man einen Pass mit 6102 ft erreicht.

Die Vegetation ist komplett anders als auf dem Hinweg, und erinnert mich sehr stark an Kanada. Viele Bäume säumen den Wegesrand, und schon bald verschwinde ich auch in den Wolken. Am Pass angekommen mache ich einen kurzen Abstecher zum Shirley Meadows Skigebiet. Skifahren ist zwar nicht mehr möglich, aber es sind noch großflächig Schneereste vorhanden, und auch das Equipment steht noch da, wo es einige Wochen zuvor nach dem letzten Gebrauch abgestellt wurde.


Weiter ging es dann wieder bergabwärts raus aus dem Nebel durch etliche Kurven - ja eigentlich besteht der Highway 155 nur aus Kurven. Von der Winterlandschaft oben auf dem Pass ging es durch den Frühling vorbei an saftig grünen Bergwiesen und blühenden Bäumen....

.... immer weiter dem Sommer im Tal entgegen. Denn im Valley sind die nicht bewässerten Wiesen schon wieder braun. Leider hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert, so dass wir im Tal mal wieder einige heftige Regenschauer hatten, was die Stimmung auf den Bildern nicht gerade hebt. Aber Regen müsstet ihr in Deutschland ja auch im Moment recht gut kennen *grins*. Ich finde ihn hier mal recht abwechslungsreich. Gibt es halt selten....

Dieses Foto ist dann wieder am Rande des Highway 65 entstanden - zig Pumpen fördern hier das zähflüssige und mit Dampf pumpbar gemachte schwarze Gold aus dem Untergrund. Denn der südliche Teil des Central Valley ist neben der Landwirtschaft vor allem für die Ölförderung bekannt.
Auf jeden Fall erreiche ich im Regen mein Hotel nach dieser kleinen Rundfahrt. Auch wenn das Wetter nicht das Beste war, habe ich trotzdem mal wieder einen tollen Eindruck von der Umgebung bekommen, und ich muss sagen, ich bin echt fasziniert, wie schnell sich hier das Landschaftsbild komplett ändert.

Soviel für den Moment!

Gruß Niklas
(aus dem wieder sonnig warmen Kalifornien)