Mittwoch, 24. Februar 2010

Imperial Valley - viel intensive Landwirtschaft unter Normal-Null

So, da bin ich wieder. Nach einem interessanten zweiten Tag mit vielen guten Kundengesprächen und vielen neuen Eindrücken möchte ich euch von dieser Gegend berichten.
Hier seht ihr mal ein Satellitenbild des ganzen Tals, oder besser gesagt dem Berich des Tals, in dem wir uns im Moment befinden. Am unteren Bildrand verläuft die Grenze nach Mexiko, und das obere Ende bildet der 'Salted Sea', ein See, der mehrere ft unter dem Meeresspiegel liegt, wie übrigens weite Teile des Imperial Valley, und der 1905 durch einen Dammbruch am Colorado River entstanden ist. In den zwei Jahren, die es dauerte, bis der Dammbruch unter Kontrolle gebracht werden konnte, ist der See auf 974 km² angewachsen, und ist damit der größte See Kaliforniens. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft in seinem Zuflussgebiet (der 'New River', der dreckigste Fluss der USA, mündet in den abflusslosen See) und der in diesem Gebiet intensiven Bewässerung ist der See jedoch heutzutage mit 4,4% Salzgehalt für viele Tierarten zu salzig. Außerdem begünstigen eingeleitete Nährstoffe und Chemikalien aus der Landwirtschaft gerade in den heißen Sommermonaten immer wieder ein massives Algenwachstum und dann ein 'umkippen' des Sees.

An den Ufern sieht man teils starke Salzkrusten.

Direkt neben dem See befinden sich einige geothermische Kraftwerke. Dabei wird durch die an dieser Stelle sehr dünne Erdkruste aufgewärmtes Grundwasser empor gefördert, und mit Hilfe dieser Erdwärme werden große Dampfturbinen in Bewegung versetzt, die dann zur Stromgewinnung genutzt werden. Das emporgeförderte Wasser wird wieder in den Untergrund injiziert, da es sehr viele Schwermetalle enthält, und sonst nicht zu gebrauchen ist. Außerdem kann es so, nachdem es im Untergrund wieder aufgewärmt worden ist, direkt wieder zur Energiegewinnung genutzt werden.


Hier mal ein Bild eines Bohrturms, mit dem immer neue 'Quellen' erschlossen werden.

Aber neben der Geothermie ist für uns natürlich die Landwirtschaft ein deutlich wichtigerer Punkt. Schließlich kann man ja kein warmes Wasser zu Ballen pressen ;-)
Wie man schon auf dem Satellitenbild weiter oben sehen kann, ist das Tal sehr grün. Das hängt damit zusammen, dass das ganze Tal mit einem ausgeklügelten System aus Be- und Entwässerungsgräben durchzogen ist. Weil nur wenn man ordentlich Entwässern kann, darf man Bewässern, da sonst der Boden in kürzester Zeit total versalzt. Das Wasser für dieses ausgeklügelte System kommt in einem großen Hauptkanal direkt aus dem Colorado River, und erreicht das Imperial Vally im Südosten, direkt an der mexikanischen Grenze. Von hier aus verzweigt es sich in immer kleinere Kanäle, die über Schieber genaustens reguliert werden können. An jedem Feld ist auf der einen Seite ein Kanal zur Wasserversorgung, und auf der anderen Seite ein Graben zur Wasserentsorgung.

Hier mal ein Kanal zur Wasserversorgung. Die Gräben zum Abfluss habe ich noch nicht fotografiert.
Die Flächen sind dann so angelegt, dass immer sogenannte 'Beds' von kleinen Dämmen unterteilt werden. Auf diesem Bild ist es recht schön zu erkennen, da hier die Schafe dafür gesorgt haben, dass die Dämme schon blank sind.

Diese Dämme haben übrigens den Abstand 45 oder 90 ft (13,5 Meter oder 27 Meter) Eigentlich Ideal für den BiG M500! Die so angelegten Flächen werden dann komplett geflutet. Das Wasser läuft von der Zuleitungsseite über die Flächen und dann auf der anderen Seite des Feldes wieder ab.

Alternativ gibt es auch diese Art des Anbaus. Die Reihen der anzubauenden Frucht sehen auf den Dämmen (immer 4 bis 6 Reihen), und dann kommt ein Graben, durch den das Wasser fließt. Durch die Kapillarwirkung des Bodens saugt sich dann der ganze Damm langsam voll. Je nachdem, wie man die Rinnen flutet, kann man auch die Bewegung des Salzes im Boden steuern.


Hier sieht man, wie sich der 'New River' in den zwei Jahren (1905 und 1906) in den Boden gefressen hat, als er vom Colorado River nach einem Dammbruch gespeist den Salted Sea aufgefüllt hat.

Hier auf dem Silo dieser Zuckerfabrik sieht man recht nett eine Makierung, die den Meeresspiegel angibt. Das ganze Tal befindet sich also teilweise weit unter dem Meeresspiegel. Eine eigene Zuckerfabrik im Tal lässt darauf schließen, dass viele Zuckerrüben angebaut werden, und genau so ist es auch. Immer wieder sieht man Felder, auf denen die großblättrige Frucht zu sehen ist.

Hier mal ein Bild von einem Rindermastbetrieb. Wir sind einige Minuten an der Anlage vorbeigefahren. Das Ganze von vorne bis hinten aufs Bild zu bekommen, war einfach nicht möglich, aber mir wurde berichtet, dass alleine diese Anlage ca. 50.000 bis 70.000 Rinder mästet. Zusammen mit anderen, deutlich kleineren Standorten im Valley mästet Brandt über 100.000 Rinder. Brandt hat sogar einen eigenen Bahnanschluss mit Futtersilo, in dem 100 Waggonladungen zwischengelagert werden können. Außerdem hat sie einen eigenen Schlachthof. Wenn man ( 7015 Brandt Road, Calipatria, CA ) bei Google Maps ins Suchfenster eingibt, bekommt man einen schönen Überblick über die Anlage. Ob die Mastrinder in dieser Anlage allerdings glücklich sind.... Immerhin fressen sie sich regelrecht zu Tode.

Hier werden gerade Möhren geerntet. Anschließend werden die Möhren nicht nur aus dem Imperial Valley nach Bakersfield transportiert, wo sie weiterverarbeitet werden. Aber aus dieser Gegend (Imperial Valley plus einige kleinere Valleys in der Nachbarschaft) werden täglich 700 LKW-Züge nach Bakersfield gefahren. Für mich ist das unvorstellbar, und ich habe extra mehrmals nachgefragt. Ein Zug besteht immer aus zwei von diesen blauen Aufliegern. Der Vorteil des Imperial Valley in der Gemüseproduktion ist, dass das ganze Jahr über geerntet werden kann. Die Witterung ist eigentlich immer perfekt.

Hier sieht man ein Sellerie-Feld, das schon teilweise abgeerntet wurde. So weit das Auge reicht, ist hier nur Sellerie zu sehen. Daneben grenzt dann gleich ein Zwiebel-Feld an. Auch hier sieht man das Ende jedoch nicht. Im Winter kommen 80% der in den USA produzierten Gemüsesorten aus dieser Gegend. Im Sommer werden dann auf diesen Flächen andere Pflanzenarten angebaut - unter anderm Alfalfa.
Ein weiteres Highlight des heutigen Tages war eine Anlage, in der Stroh- und Heuballen an die Bedürfnisse der Exportmärkte sowie den Transport dort hin angepasst werden. Für den Transport werden die Ballen noch einmal neu gepresst - nur diesmal mit einem Hydraulikkolben, der die Ballen noch mal eben locker um das doppelte verdichtet. Außerdem werden kleine Portionen abgepackt, da gerade in Asien viele Kunden jeden Tag ihre Kleinballen kaufen, und teilweise mit dem Moped nach Hause befördern, um dort ihre ein oder zwei Rinder zu füttern. Das hier gezeigte Material ist für den Markt in Korea bestimmt.
Hier das Lager und die wartenden Container-LKW.

Hier werden die Ballenstapel aufgelöst, und der Presse zugeführt.

Hier werden die Ballen dann vom Garn befreit, und der Presse in Form von einer langen Reihe gepresstem Stroh zugeführt.

Mit diesem hydraulischen Bügel wird dann ein neues Futterpaket in die Presse geschoben.

Hier sieht man dann den dicken Kolben, der das Material zu einem neuen Ballen presst, und dabei gleich noch einmal in der Höhe trennt, indem er es durch ein Messer drückt.

Hier sieht man dann die neue 'Bindung' (die beiden weißen runden Rollen) und das Ergebnis des Press- und Schneidevorgangs.

Hier das Kraftwerk der ganzen Anlage.

Hier mal eine Nahaufnahme von so einem verdichteten Ballen. Die Fläche ist hart wie Holz.

Und hier werden die Ballen dann nach dem Wickeln mit Wickelfolie in den Conteinern verstaut. Doch warum das Ganze? Mit einer herkömmlichen Presse erreicht man nicht die Ballendichten, die für einen Containertransport notwendig sind. Der Container wird nach Raum und nicht nach Gewicht bezahlt. Es gibt allerdings ein Maximalgewicht, und an dass sollte man nach Möglichkeit heran kommen, wenn man die Transportkosten möglichst gering halten möchte. Da dieses Nachverdichten natürlich nicht um sonst ist, und da wir mit unserer BiG Pack 1290 HDP von vornherien 25 % mehr Material in einen Ballen pressen können, ist diese Maschine gerade für diese Exportmärkte sehr interessant. Der ganze Zwischenschritt des Nachpressens kann bei der HDP entfallen. Einzig die Ballengröße eines 3 x 4 Ballens mit 8 ft Länge könnte in manchen Exportländern etwas Probleme bereiten. Aber auch hierfür wird sich dann sicherlich eine Lösung finden.

Hier mal ein Bild von Dienstag. Die Pressen gehören zur Firma Agritrade, die im ganzen Westen der USA tätig ist, und vier Tage die Woche täglich 200 Container zum Verschiffen nach Los Angeles bringt. Von der HDP ist man hier sehr begeistert. Denn nur mit dieser Presse ist es möglich, direkt Ballen zu pressen, die die Container an ihre Gewichtsgrenze bringen. Und nur wenn ein Container gewischtsmäßig ausgereizt ist, sind die Transportkosten minimal. Wenn man bedenkt, dass eine Tonne Heu in Asien über den Daumen bis zu 200 Dollar kostet..... Denn alleine der Container auf dem Schiff liegt schon bei ca. 1700 Dollar - und in einen 40 ft Container passen ziemlich genau 30 Ballen - macht fast 60 Dollar pro Ballen. Und dafür hat noch keiner gepresst, keiner das Heu verladen und keiner das Heu zum Hafen transportiert.

Alle Pressen werden bei Agritrade übrigens mit Ballensammler eingesetzt. Somit lassen sich bis zu drei Ballen am Feldrand ablegen, und weite Wege beim Einsammeln der Ballen entfallen. Gerade bei empfindlichen Beständen wie u.a. Alfalfa eine wichtige Sache. Zudem kann der Ballensammelwagen mit einer Waage ausgestattet sein, um das Ballengewicht immer direkt zu überprüfen.

So viel für heute!
Es ist mal wieder spät geworden, aber die Bilder wollte ich euch alle hochladen. Also, bis die Tage!

Gruß aus El Centro
Niklas

Dienstag, 23. Februar 2010

Imperial Valley - eine lange Reise!

Moin moin,

heute möchte ich euch endlich etwas über meine lange Reise ins 'Imperial Valley' erzählen. Am besten fange ich ganz vorne an - um genauer zu sein, Sonntag morgen, 7 Uhr in Reno. Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes.
Über Nacht hat es fast 30 cm Neuschnee gegeben. Und ich muss aus dem ca. 3000 ft hohen Reno über den 7500 ft hohen Donner Pass Richtung Kalifornien.

Nachdem ich mühevoll meine Koffer durch den Schnee geschleppt habe, dann das Auto "ausgegraben" habe, die Schuhe wieder geleert, und mich dann auf den Weg ins Office gemacht habe, höre ich unterwegs erst mal den Zustandsbericht der Straßen im Radio. Dort wird zur Interstate 80 immer wieder von 'chains' und 'except 4x4 drive' gesprochen. Ich bin mir plötzlich gar nicht mehr so sicher, was 'except' eigentlich genau heißt, bin dann aber doch recht erleichtert, als mir LEO (http://dict.leo.org/) im Büro sagt, dass es soviel wie 'ausgenommen' heißt. Meine Tour kann also losgehen, wenn auch unter extrem widrigen Wetterbedingungen.

Hier seht ihr mal die Route, die ich vor mir habe. Es sind ca. 630 Meilen (1010 km) , und Google Maps schreibt etwas von 10,5 Stunden. Na toll! Und das bei Schnee. Die ersten Meter sind dann auch sehr rutschig, und trotz 4x4 komme ich nur ehr schleppend mit ca. 40 mph vorwärts. Dichtes Schneetreiben macht die Situation nicht unbedingt übersichtlicher, und die normalen PKW und die Trucks sind bereits alle mit Schneeketten unterwegs.

Doch schon kurze Zeit später, als ich wieder etwas weiter in die Berge komme, hört der Schneefall plötzlich auf, und die Strasse ist frei. Puh - geschafft.
Denkste! Plötzlich höre ich im Radio, dass die Interstate 80 nach einem schweren Unfall ab Truckee in Richtung San Francisco voll gesperrt ist. Als ich mich der letzten Ausfahrt nähere, parken schon überall LKW und PKW auf der Interstate. Ich fahre frohen Mutes erst einmal ab, und frage noch in der Ausfahrt die freundlichen Verkehrsanweiser, wie ich denn am Besten weiter komme. Diese nehmen mir doch recht schnell alle Hoffnung, als sie mir die Alternativen aufzählen. Entweder quer durch, ganz am Lake Tahoe runter, um dann auf den Highway 50 zu gelangen, der jedoch deutlich schlechter geräumt ist, oder aber warten. Eine andere Parallelstraße gibt es nicht. Ein Anruf bei Brent, und auch er empfiehlt mir, lieber zu warten. Also stehe ich ca. eine Stunde neben der Abfahrt auf einem Parkplatz, und warte - mit noch weit über 500 Meilen vor der Brust. Toll!
Gegen Mittag geht es dann aber weiter, und ich komme auch recht zügig voran. Ich fahre erst Richtung Sacramento, und begebe mich dort auf den Highway 99, da ich noch in Tulare meine 'Business Cards' abholen muss, die während der Messe ins Hotel geschickt wurden, dort aber irgendwie vergessen worden sind. 
Die Fahrt durch Kalifornien ist eigentlich sehr nett. Zwar regnet es immer mal wieder, aber am Straßenrand blühen die Obstbaumplantagen, und auch sonst ist schon alles sehr frühlingshaft.
 

Hinter Bakersfield endet dann plötzlich das große Tal, durch dass ich die ganze Zeit gefahren bin, und es geht wieder steil in die Berge. Leider wird es auch schon langsam etwas dunkel, und es regnet auch wieder leicht, so dass das fotografieren kurz vor LA dann doch nicht mehr funktioniert. Gerade in LA ist es schon sehr imposant. Ich war vorher soweit ich mich erinnern kann noch nie auf einer Interstate oder einer Autobahn unterwegs, auf der es 8 (acht) Spuren pro Richtung gab. Auch habe ich solche Bauwerke wie die dortigen Autobahnkreuze noch nirgendwo zuvor gesehen. Abends gegen 8:15 Uhr erreiche ich dann La Jolla, einen Vorort von San Diego. Am nächsten morgen muss ich um 11:30 Uhr meinen Kollegen Blake Fuller vom San Diego International Flughafen abholen, und somit ist das Etappenziel doch recht erfolgreich.

Nach einer Nacht im Hotel gucke ich mir am nächsten morgen nach dem eher schlechten Frühstück noch kurz die Gegend an. Hier ein Blick Richtung Pazifik

Und hier ein Foto direkt an der Küste, genauer gesagt am künstlichen Strand, der jetzt von den Seehunden als beliebter Rastplatz heimgesucht wird. Da die Tiere in Kalifornien unter Schutz stehen, dürfen sie bleiben, und lassen sich von oberhalb sehr gut beobachten.
Hier noch mal eine etwas größere Aufnahme:
Nachdem ich dann gerade im Auto sitze, und Richtung Flughafen unterwegs bin, ruft Blake an, dass sein Flug gestrichen ist, und dass er mit einem anderen Flieger um 14:10 ankommt. Sehr schön. Dank der so gewonnenen Zeit kann ich mir dann doch noch San Diego etwas angucken.
 


Im Hafen von San Diego liegt gerade die 'Radiance of the Seas'.  Ob diese Schiff  'Made im Emsland' ist, wollte ich auch nochmal nachgucken. Ich bin mir aber eigentlich sicher, dass sie von der Meyer Werft aus Papenburg kommt.

Nun ja, nach einem leckeren Mittagessen direkt am Hafen - Fisch, was sonst - habe ich dann pünktlich um 14:10 Uhr Blake am Flughafen abgeholt, der sich übrigens mitten in der Stadt befindet. Er begrüßt mich allerdings mit den Worten "They have lost my luggage". Angeblich soll der Koffer aber dann mit der nächsten Maschine um 15:30 Uhr eintreffen. Aber als auch um 16:00 Uhr noch kein Koffer da ist, sind wir nach El Centro im Imperial Valley aufgebrochen.
Nach der Ankunft haben wir uns mit dem örtliche Händler getroffen, und zusammen den Abend verbracht. Zwischendurch bekam Blake einen Anruf vom Flughafen, dass sein Koffer jetzt da sei. Nur nach El Centro könne man ihn nicht liefern, da das zu weit sei. Er würde aber am nächsten Tag per FedEx verschickt, und wäre dann Mittwoch hier. Wir haben uns dann entschieden, abends nach dem Essen um 21:30 Uhr noch mal nach San Diego zu fahren, haben dieses auch auf die Minute bis 23:15 Uhr geschafft, und waren um 1:20 Uhr wieder im Hotel.

Und demnächst erzähle ich euch dann was vom Imperial Valley. Nur dank der super langsamen Internet Verbindung schaffe ich es heute nicht mehr, die ganzen Bilder hoch zu laden. Also, bis die Tage!

Gruß Niklas

Samstag, 20. Februar 2010

Weekend - Squaw Valley

Hey ho,

here I am!

Das zweite Wochenende steht auf dem Plan. Gut, eigentlich nur ein Tag, denn morgen fahre ich ja nach San Diego. 650 Meilen - geschätzte 10 Stunden. Aber dieser eine Tag Ausspannen hatte es heute in sich.
Nachdem ich lange überlegt habe, ob es sich wohl lohnt, für einen Tag Skivergnügen alle Sachen zu besorgen, die mir fehlen - also eigentlich bis auf eine Jacke alles - habe ich mich dann doch dazu durchgerungen, nicht untätig im Hotel zu sitzen. Heißt also, wir, Steve und ich, waren heute Ski fahren.
Gestern Abend sind wir noch schnell zum Skihändler hier in Reno gefahren, und ich habe mich mit dem Nötigsten eingedeckt. Skihose, Handschuhe, Mütze - und da gerade 'sale' ist, alles 30% off. Sonnenbrille und warme Krone Jacke hatte ich ja, also stand dem ganzen Vorhaben quasi nichts mehr im Weg. Die Ski haben wir auch gleich dort gemietet - Performance-Ski von Salomon, total geniale Dinger- und natürlich auch die Skischuhe und Stöcke. Und die Skipässe gab es dort auch noch, und zwar 20 $ günstiger als im Skigebiet.
Was will man mehr? So macht Einkaufen doch Spass!
Heute morgen sind wir dann um 7:30 hier am Hotel aufgebrochen, und auf der Interstate 80 Richtung Truckee gefahren. Dort etwas im Hinterland liegt das Squaw Valley, ein Resort, in dem 1960 die Olympischen Spiele stattgefunden haben.

Hier bekommt man mal eine Übersicht über das Skigebiet. Die Striche sind alles Sessellift, die meisten mit 5er oder 6er Sesseln. Schlepplifte gibt es hier nicht, dafür aber mehrere Gondelbahnen. Pisten sind eigentlich überall dort, wo man runter fahren kann.

Hier mal ein leider nicht so ganz super Foto, dass direkt um kurz nach Neun bei der ersten Bergfahrt entstanden ist. Man sieht den Parkplatz und im Hintergrund den 'Ort'.

Bei bestem Wetter fahren wir also erst einmal mit dem Lift mit dem glamorösen Namen 'Far East Express' auf geschätzte 2200 Meter. Dabei geniessen wir den wunderbaren Ausblick auf Pisten soweit das Auge reicht. Sämtliche Hänge sind entweder perfekt präpariert, oder aber micht tollen Buckelpisten versehen.
Je höher man kommt, desto weiter kann man ins eigentliche Skigebiet gucken, und desto genialer erscheint einem das ganze Ausmaß.

Der ganze Hang auf diesem Bild ist mit Liften bestückt. Teilweise kreuzen sie sich sogar. Insgesamt hält das Skigebiet 32 Lifte vor.

Die Pisten sind einfach traumhaft! Samtig weicher Schnee, keine Eisplatten oder ähnliches, was einem den Spaß verderben könnte.

Breiter als ein Highway, keine Kanten oder unsauber präparierte Stellen. Einfach Perfekt!

Oben, auf dem Emigrant (8700 ft / 2652 Meter) erwartet einen ein traumhafter Blick bis zum Lake Tahoe. Wobei man hier auch schon langsam Wolken aufziehen sieht.

Auch vom 8200 ft hohen KT-22 kann man den Lake Tahoe im Hintergrund sehen. Die Pistenmakierungen sind ebenfalls sehr gut, so dass man auch schnell die für einen passende Piste findet.

Auch dieser Anblick hat mich als technikbegeisterten Pistenbully-Fan wieder sehr erfreut. Die vielen Detailfotos möchte ich euch hier an dieser Stelle ersparen, es sei nur so viel gesagt. Ich habe alleine um diese Halle herum 26 Pistenbully mit sämtlicher mir bekannter und teilweise auch noch unbekannter Ausstattung gesehen. Genial!

Und wenn es so ein Anbaugerät gibt.....

.... richtig, dann ist auch der Fun-Park mit Halfpipe und sämtlichen erdenklichen Sprungschanzen nicht weit. Auch Holzwände zum 'grinden' sind vorhanden, und es macht Richtig Spass, den Profis beim Springen zuzugucken.

Vom Tal führt direkt eine große Seilbahn, die 'High Coast Cable Car' direkt zum 'High Camp', einem Resort mit Eislaufbahn, Pool, Wellness und Gastronomie auf 8300 ft Seehöhe.





Der Wetterbericht für hier oben sah übrigens wie folgt aus:
Temp: 22°
Wind: 0-5 mph
Skies: Partly Cloudy
Base: 105"
Snow Surface: Groomed Packed Powder

Ab Mittag änderte sich das Wetter allerdings dann schlagartig, und es zogen Wolken auf. Kurze Zeit später fing es teilweise heftig an zu schneien, was auch bis jetzt anhält. Auch hier in Reno liegt mittlerweile ca. 5 cm Schnee. Finde ich natürlich ganz toll, da ich ja morgen nach San Diego fahren muss, und der Weg führt mich mal wieder auf der Interstate 80 über den 7500 ft hohen Donner Pass.
Aber egal, ich habe einen Toyota Highlander mit 4x4, und die Strasse wird hoffentlich frei sein.

Also, so viel für heute von meinem wunderbaren Skitag, vielleicht dem bisher besten Skitag überhaupt, und hier zum Schluss noch ein paar Impressionen. Und ja, der Schnee in den Rocky's ist einfach unschlagbar! Keine Ahnung, was an ihm anders ist, aber er ist einfach wunderbar!

Bis dahin, macht's gut!
Gruß Niklas










Donnerstag, 18. Februar 2010

Mein Equipment: Service-Trailer

Moin moin,

ich melde mich mal wieder aus dem sonnig schönen Reno mit einem kleinen Update. Und zwar bin ich schon die ganze Woche damit beschäftigt, den Service Trailer meinen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen.

Hier auf der Tulare Farm Show war der Trailer noch komplett ohne Inneneinrichtung, quasi so, wie er zuvor gekauft worden ist. Da ich aber einiges an Material sowohl in Form von Werkzeug als auch in Form von Verbrauchsmaterialien (z.B. Garn, Fett etc.) oder Ersatzteilen mitnehmen möchte, und dieses nicht unbedingt in einer losen Schüttung (gerne auch als Ordnungsprinzip 'Chaos' bezeichnet), habe ich den anfangs noch kargen Innenraum mittlerweile schon zu einer kleinen Werkstatt mit angrenzendem Lager verwandelt.

Hier mal eine Skizze, wie meine Einrichtung aussieht. Der erste Schritt war, dass der Boden eine Auflage aus Linoleum bekommen hat, damit evtl. austretende Flüssigkeiten wie Öl und Fett aber auch der ganz normale Dreck den Holzboden des Trailers nicht gleich ruinieren. Hinten habe ich dann erst einmal einen zweiten Boden eingezogen, der ca. 10 cm höher als der eigentliche Boden ist. Wie Ihr ja aus den vorigen Beiträgen wisst, werde ich auf der ganzen Tour eine Ballenwaage mitnehmen, um auf dem Feld direkt den Mehrgewinn an Pressdichte zu verdeutlichen. Diese Waage möchte ich jedoch bei längeren Etappen nicht unbedingt in der Fronthydraulik meines JCB durch die Gegend gondeln, da das Gespann dadurch doch locker 1,5 Meter länger wird, und die Zinken vorne nicht wirklich gut zu sehen, dafür aber verdammt spitz sind. Aber zurück zum Thema: Durch den doppelten Boden im hinteren Bereich habe ich jetzt die Möglichkeit, die Ballenwaage von hinten in den Trailer zu schieben, und die Zinkenarme quasi im Boden verschwinden zu lassen. Einerseits hat die Ballenwaage somit direkt eine Begrenzung nach vorne (beim Bremsen recht wichtig), kippt zweitens nicht nach hinten um, und nimmt drittens wenig Platz weg.

Im vorderen Bereich habe ich gut erreichbar neben der Tür die beiden Ersatzreifen platziert. Wenn das Schicksal (oder ein sonstiger spitzer oder scharfer Gegenstand) schon möchte, dass ich einen Platten an der Presse habe, will ich wenigstens schnell an den Reifen kommen. Diese Platzierung ist auch so gewählt, da die beiden Reifen doch ein ordentliches Gewicht auf die Waage bringen, und sie somit als Gegengewicht zur Ballenwaage dienen.
Auf der linken Seite habe ich dann vorne zwei niedrige Stahlschränke mit einer Arbeitsfläche eingebaut, dahinter ziemlich auf den Achsen steht ein großer, 1,90 Meter hoher Stahlschrank, in dem ich hauptsächlich Ersatzteile verstauen werde.

Auf der rechten Seite steht direkt auf den Achsen eine Palette, die ich bisher nur mit mehreren Aufsetzrahmen versehen habe. Auf ihr möchte ich später die schweren Ersatzteile und Garn transportieren.  
Weitere Kleinigkeiten wie Ösen zur Ladungssicherung, Haken zum Aufhängen von Sachen, ein KG-Rohr unter dem Dach, in dem ich einen Fahnenmast mitnehme etc.etc. werden im Moment von mir ergänzt. Auch muss ich das ganze Werkzeug, was ich mitnehmen möchte, noch zusammensuchen und teilweise besorgen.

Aber die Unterstützung hier in Reno ist bestens, und ich bin recht zuversichtlich, dass ich einen super ausgestatteten Trailer habe, wenn die Tour dann endlich los geht.

Auf dass ich ihn nie brauche!

Bis die Tage
Niklas