Sonntag, 28. Februar 2010

Weekend - Hollywood (update)

Moin moin, es gibt mal wieder ein Update!

Ich bin ja quasi auf der Rückreise vom Imperial Valley nach Reno, mit Zwischenstopp in Bakersfield. Und auf diesem Weg kommt man ja bekanntlich durch Los Angeles - was liegt da also näher, als das Wochenende in der Zweitgrößten Stadt der USA zu verbringen?

Gestern (Samstag) morgen habe ich mich also von San Diego auf den Weg Richtung Los Angeles gemacht. Ein Hotel (Best Western) habe ich mir schon vorher im Internet besorgt, und auch dort gebucht. Eigentlich hatte ich mit völlig überzogenen Preisen gerechnet, weil ich vorher von allen Seiten gehört hatte, dass L.A. eine der teuersten Städte ist. Zu meiner Freude kostet das Hotel nicht mehr, als woanders auch, und ich bin nur wenige Meter vom Hollywood Boulevard entfernt. Leider spielt das Wetter jedoch nicht so ganz mit. Ich habe die ganze Zeit immer wieder starke Regenfälle, und auf dem nicht unbedingt für starke Regenfälle ausgelegten Freeway (Interstate 5) steht teilweise das Wasser ganz schön hoch. Trotz langsamer Geschwindigkeit steht teilweise etwas viel Wasser auf der Straße, so dass der Highlander ab und an mal leicht zu schwimmen anfängt. Das Gefühl des Aquaplaning kenne ich von meinem Landy nun gar nicht, ich finde es aber auch ehrlich gesagt nicht gerade angenehm. Zum Glück sind die Straßen hier breit, und der Verkehr nicht so dicht. Mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit komme ich aber dann doch ohne weitere Probleme gut in Hollywood an. Ich beschließe, der Interstate 5 bis Burbanks zu folgen, und mich dann quasi von hinten vorbei an den großen Filmstudios nach Hollywood zu begeben.

Das schöne ist, dass die Interstate 5 nicht mautpflichtig ist, die meisten anderen Freeways in L.A. jedoch Toll Roads sind. Und auf Mautstationen habe ich irgendwie keine Lust.
Der Regen macht auch zwischendurch mal kurze Pausen, und der Scheibenwischer muss nicht die ganze Zeit in der höchsten Stufe schuften.
Als ich dann an den Warner Bros Studios vorbeifahre, scheint sogar die Sonne.


Weiter geht es Richtung Hollywood. Als ich am Hotel ankomme, habe ich den Hollywood Boulevard ca. 5 min. zu Fuss vor mir, und den berühmten Schriftzug hinter mir, hoch oben am Berg.

Schon irgendwie cool, auf einmal alle diese Dinge live zu sehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Leider hat es sich das Wetter wieder anders überlegt, und es fängt wieder an zu Regnen. In der nächsten Regenpause beschließe ich trotzdem, mir den 'Walk of Fame' auf dem Hollywood Boulevard anzusehen. Doch irgendwie ist das Ganze etwas enttäuschend. Die Geschäfte auf beiden Straßenseiten wirken trist, der Boulevard irgendwie langweilig. Gut, da sind ein paar Sterne im Asphalt, aber auch das hatte ich mir irgendwie aufregender vorgestellt. Zwischendurch regnet es immer heftig, und ich suche permanent Stellen zum Unterstellen. Auch die offenen Sightseeing Busse kämpfen mit dem wohl doch sehr ungewöhnlichen Wetter.
Hiermit hat man dann doch ehr weniger Probleme bei dem nassen Wetter.
Gegen 17:00 Uhr mache ich mich, nachdem ich lecker Pizza gegessen habe, auf den Rückweg zum Hotel. Etwas nass komme ich dort an, und beschließe, das weitere Sightseeing Programm auf den nächsten Tag zu verschieben. So hatte ich mir Hollywood eigentlich nicht vorgestellt. Wenigstens ist das Programm auf Discovery Channel gut, und das Internet verspricht gutes Wetter für den nächsten Tag.
Heute morgen sah das Bild dann schon ganz anders aus. Die Sonne lacht, der Himmel ist blau, und keine Wolke am Himmel. Da das Hotel ohne Frühstück ist, und ich eh noch zum Geldautomaten muss, da die Pizza am Vortag fast mein letztes Bargeld aufgebraucht hat, beschließe ich, zu Fuss Richtung Hollywood Blvd zu laufen. Unterwegs entdecke ich direkt neben dem Kodak Theatre einen Starbucks Coffee, und beschließe, dort erst einmal zu Frühstücken. Ein Geldautomat ist auch nicht weit, und die wichtigen Dinge sind erst einmal erledigt. Auch der Hollywood Blvd kommt mir heute irgendwie viel spannender vor. Alles ist belebt, und vor dem Kodak Theatre wird gerade alles für die Oskar Verleihung am 7. März hergerichtet.
Tribünen werden aufgebaut, neben dem Eingang wird eine riesige Oskar Figur positioniert, und Ampelanlagen werden demontiert. Es muss halt alles perfekt sein, wenn der Glanz und Glamour vorfährt.





Anschließend habe ich mich dann erst mal wieder auf den Rückweg zum Hotel gemacht, da mein Auto ja dort noch auf dem Parkplatz stand. Der Plan für den heutigen tag sah folgendermaßen aus.


Zuerst wollte ich in die Hollywood Hills fahren, und von dort den Blick einerseits Richtung Süden über Hollywood und Los Angeles genießen, und andererseits ein Stück weiter Richtung Nordosten über die Filmstudios.

Wie man auf diesen Fotos sieht, ist die Sicht sehr klar. Man kann auf dem zweiten Foto sogar den Pazifik im Hintergrund erahnen. Hatte der Regen am Vortag doch was Gutes? Normalerweise hängt L.A. ja aufgrund des schlecht ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes und des daraus resultierenden starken Individualverkehrs permanent unter einen dicken Dunstglocke - besser bekannt als SMOG! Aber heute ist die Luft klar.

Hier mal zwei Bilder vom Blick über die Filmstudios. Auf dem Zweiten erkennt man sogar das Markenzeichen von Warner Bros. - der weiße (Wasser) Turm. Sehr interessant finde ich auch die Ausmaße von Los Angeles. Man nirgendwo das Ende dieses riesigen Ballungsraums sehen. Die Stadt mit ihren 15 Stadtbezirken hat einfach gigantische Ausmaße. 1214 km², ca. 120 km im Durchmesser, 17,8 Millionen Einwohner in der Metropolitan Area.
Auf den Bergen im Norden sind die Luxusvillen der gut Betuchten. Leider ist es gar nicht so einfach, Fotos von den Anwesen zu machen, da meistens schon die Straßen dort hin 'Private Property' sind, und mit einem großen Tor abgeriegelt sind.
Stellvertretend sei mal dieses Anwesen gezeigt, das mir eigentlich recht gut gefällt, auch wenn es jetzt ehr ein normales Haus ist. Der Ausblick über ganz L.A. ist bestimmt nicht schlecht. Ob die Lage auf Dauer so sicher ist, wage ich zu bezweifeln, aber irgendwie hat mich das Häuschen fasziniert.

Nach dem Ausflug in die Berge bin ich dann zurück nach Hollywood und auf den Sunset Blvd. Richtung Westen gefahren.
Vorbei an tollen Häusern in Beverly Hills und Bel Air führt der Sunset Blvd. direkt bis an die Pazifik Küste.



Und auch wenn die Villen alle sehr toll und vor allem solide aussehen - unter ihrer Fassade steckt überall das gleiche: Holz!
Ich habe vor längerer Zeit mal gehört, dass es in den USA 5 und 7 Minuten Häuser gibt. Die Zeit soll angeben, wie lange sie brennen. Was da dran ist, kann ich nicht beurteilen, nur wundert es mich nicht, dass nach den verherenden Waldbränden in den letzten Jahren, die teilweise auch bin in die Wohngebiete vorgedrungen sind, meistens nichts außer die Bodenplatte von den Villen übrig gebrlieben ist.
Hier dann mal ein Bauwerk, was schon etwas solider aussieht:

Nach einigen Meilen erreiche ich dann die Pazifikküste. Ich fahre erst ein Stück Richtung Malibu, weil ich gerne mal anhalten, und ein bischen Seeluft schnuppern möchte. Der auflandige Wind passt dazu ja sehr gut. Nur leider darf man entweder nicht anhalten, oder man muss gleich 7 Dollar Parkgebühr auf einem der vielen kostenpflichtigen Parkplätze löhnen. Richtung Malibu findet sich dann aber ein Randstreifen, auf dem man parken darf.

In der leichten Brandung versuchen sich einige Wellensurfer, und am Strand sind vereinzelt Leute auszumachen. An der Küste stehen quasi auf der Klippe zwischen Straße und Wasser die berühmten Pfahlbauten, die man auch schon das ein oder andere Mal im Fernsehen gesehen hat. Ich beschließe, auf dem Pacific Coast Highway Richtung Süden zu fahren. Mein Ziel ist der Jachthafen von Los Angeles - genauer gesagt die 'Marina del Rey'.

Vorbei geht es an der berühmten Pier von Santa Monica, an der ich jedoch nicht anhalte, da einerseits mein Reiseführer sagt, dass das ganze Spektakel dort ehr touristisch ausgelegt ist, und damit alles sehr teuer sei, und andererseits kein Parkplatz unter sieben Dollar zu finden ist. Und sieben Dollar sind mir für eine halbe Stunde Santa Monica Pier dann doch etwas zu viel.
Hier ein Foto, dass ich schnell im vorbeifahren geschossen habe. Nicht besonders gut, aber man sieht die Pier mit dem Riesenrad und der Achterbahn.

Ein gutes Stück weiter komme ich dann in ein Wohngebiet, in dem man auch sein Auto kostenlos parken darf. Ich beschließe also, die Gegend ein wenig zu Fuss zu erkunden. Erst einmal Richtung Strand. Der Strand von Santa Monica ist ja auch das ein oder andere Mal in Filmen zu sehen.
Der Strand ist breit, und zu dieser Jahreszeit fast menschenleer. Im Hintergrund sieht man die Venice Fishing Pier, und weiter dahinter die Berge von Santa Maria.
Am Strand ist nur leichte Brandung, und draußen auf dem Meer sind einige Segelboote zu sehen. Ach wie schön wäre jetzt so ein kleiner Segeltrip. Nun ja, ich gehe ein ganzes Stück am Strand entlang zur Hafeneinfahrt der Marina del Rey. Direkt in erster Reihe am Strand sind einige schöne Häuser zu sehen, wobei diese Position bei Sturm nicht unbedingt meine bevorzugte Lage wäre.
Trotz der noch recht frühen Jahreszeit sind bei dem tollen Wetter bereits viele Segler auf dem Wasser, wie man hier auf dem Foto von der Hafeneinfahrt sehen kann.
Auf dieser Übersichtskarte kann man sehen, wo ich überall im Hafen war.

Dabei sind das blaue die Wege, die ich zu Fuss zurück gelegt habe, und das rote ist die gefahrene Strecke. Während die Westseite des Hafens quasi eine große Apartementanlage ist, die jedoch nicht mit einem Tor abgeschlossen ist, ist die Ostseite des Hafens ursprünglicher, und dort befinden sich auch Werften wie u.a. eine Benetau-Vertretung. In dieser großen Appartmentanlage wurde ich nach wenigen Metern von einer Security Tante in einem Golf Cart freundlich darauf hingewiesen, dass Fotografieren für Leute, die nicht in der Anlage wohnen, leider nicht gestattet sei. Warum auch immer... Ein Verbotsschild habe ich nicht entdecken können, und die Einsicht fehlte bei mir ehrlich gesagt auch ein wenig.
Hier mal Bilder, die vor dem Verbot entstanden sind:

Eine der Einfahrten zu der Maritimen Appartementanlage von der Straße aus
Ein Überblick über die Hafenanlage in Becken A
Ein schöner Daycruiser in der wahrscheinlich noch erschwinglichen Preisklasse....

.... und ein traumhaft schönes Holzboot in der wahrscheinlich nicht mehr erschwinglichen Preisklasse. Das Foto ist leider nicht so ganz optimal, da ich es aus der Hüfte heraus geschossen habe, mit den Augen immer auf der Suche nach der Security Tante, die mir das fotografieren verboten hat. ;-)

Deutlich besser als diese Seite des Hafens hat mir jedoch die andere Seite gefallen. Dort war alles etwas ursprünglicher und nicht so Schicki-Micki. Neben netten Ausflugslokalen, die alle bunt angestrichen sind, und einer Eisdiele mit super leckerem Eis lagen dort auch einige Fischerboote, die Wasserschutzpolizei und zahlreiche Ausflugsdampfer.





Der Tag in L.A. war auf jeden Fall bisher ein Highlight auf meiner Tour, oder besser vor meiner Tour. Es ist schon irgendwie toll, all die Plätze mal live zu erleben, die man sonst immer nur in den Kinofilmen sieht. Sicherlich hätte man noch gut ein oder zwei weitere Tage dort verbringen können, aber das Wochenende ist ja leider immer viel zu schnell rum, auch wenn es hier 9 Stunden länger dauert - und da ist es dann auch egal, wo man sich auf der Weltkugel befindet.

Gruß Niklas


Freitag, 26. Februar 2010

Imperial Valley - so far!

So, da bin ich wieder.

Heute bin ich bereits wieder in San Diego, und befinde mich langsam auf der Rückreise. Nächste Woche werde ich dann einen Zwischenstopp in Bakersfield bei Pioneer Equipment machen, wo meine Vorführpresse auf mich wartet, und werde an der Maschine alles startklar machen. Das bedeutet, ich werde die Checkliste zur Auslieferung durchgehen, und alles überprüfen. Die wichtigsten Punke dabei sind, dass alle Ölstände in den Getrieben noch mal kontrolliert werden, die Taktung zwischen Kolben, VFS und Nadeln noch mal überprüft wird, und das die wenigen mauellen Schmierstellen, die nicht an der Zentralschmierung hängen, noch mal Fett bekommen. Außerdem bekommt die Presse noch zwei Zusatzausstattungen von Harvest Tec - einmal eine Feuchtemesseinrichtung, mit der permanent die Ballenfeuchte gemessen wird, und einmal einen Tagger, der die Ballen mit einem Barecode versieht, in dem dann alle wichtigen Daten gespeichert sind. Dazu kommen die Jungs von Harvest Tec am Mittwoch und bauen mit meiner Unterstützung die beiden Sachen an.

Aber zurück zur letzten Woche. Alles in allem ist die Woche als sehr erfolgreich zu bewerten. Ich habe viel von meinem ersten Einsatzort bei der Roadshow kennen gelernt. Außerdem habe viele neue Bekanntschaften gemacht, zu denen neben Kunden und potentiellen Kunden aus der Imperial Valley Region auch diese hier in San Diego gehört....
...war aber zum Glück auf der anderen Seite eines Zauns, im Zoo von San Diego!

Unsere Kunden waren dann zum Glück nicht ganz so furchteinflößend. Dafür hatten sie viele interessante Geschichten über ihr Business und ihre Pressen, egal ob Wettbewerb oder Krone Maschinen, zu erzählen. Die Roadshow hat während des Aufenthaltes ein deutlich klareres Gesicht für mich bekommen. Ich weiß jetzt, wo es hin geht, wen ich treffen werde, und überhaupt, ich kenne die Gegend und die Besonderheiten ein wenig mehr.
Tom Brown, unser Mann von Central Implement, dem Händler vor Ort, hat mir wärend den drei Tagen auch viele tolle und beeindruckende Sachen rechts und links des Weges gezeigt. Da er einige Zeit im Imperial Valley gelebt hat, kennt er hier Land und Leute. So habe ich in der letzten Woche dort Maschinen und Techniken gesehen, die ich sonst nur - wenn überhaupt - aus dem Fernsehen kannte, oder die mich durch ihre Größe einfach nur beeindruckt haben.

Hier noch einige weitere Eindrücke vom Wegesrand:
Sehr schön anzusehen waren z.B. diese Selbstfahrer zur Salaternte, die aufgrund der Hygienebestimmungen der Lebensmittelverordnung in den Vereinigten Staaten komplett aus rostfreiem Edelstahl gefertigt werden müssen.


Dann hier mal ein Foto von den vielleicht tollkünsten Piloten der heutigen Zeit. Nicht selten werden am Feldende die Stromleitungen an den Telegrafenmasten unterflogen, bevor dann fast kunstflugartig Umgedreht wird, um die nächste Reihe auf dem Feld mit Spritzmittel zu versorgen. 'Crop Duster' - die wahre Meister der Lüfte!

Dann haben wir am Wegesrand einen dieser schnellen Stapler (Roadrunner) beim Verladen von Ballen gesehen. Auch das ist sehr imposant, wenn man sieht, wie schnell und präzise die Fahrer mit ihrer Maschine arbeiten und die Ballen umgestapelt und Verladen werden.

Seh interessant und toll anzusehen waren auch die Trainingsflüge der 'Blue Angels', einer Kunstflugtruppe der US Navy. Immer zwischen Januar und März trainiert die Truppe, bestehend aus sechs F/A 18 Hornet morgens über dem Imperial Valley. Stationiert sind sie zu dieser Zeit auf der Naval Air Facility, El Centro, California.
Nicht selten liegen nur wenige Fuss zwischen den Flügelspitzen der Kampfjets, und der Krach ist ohrenbetäubend! Leider kann man die tollen Manöver nur sehr schwer mit der Kamera einfangen. Aber ich habe mein Bestes gegeben, und mir sind einige wenige ganz brauchbare Fotos gelungen.

Für alle, die das Thema mehr interessiert, sei hier der Link (http://www.blueangels.navy.mil/) und der Link zu einem tollen Youtube-Video (http://www.youtube.com/watch?v=W6tB8Lf7YoU) genannt. Viele Szenen im Video sind übrigens im oder besser über dem Imperial Valley entstanden.

Dann gab es natürlich die schier endlos wirkenden Gemüsefelder, die zu dieser Jahreszeit abgeerntet wurden. Auch wenn ich den Gemüseanbau aus meiner Heimat etwas kenne - die Dimensionen hier sprengen alles. Ob Salat, Möhren, Sellerie, Zwiebeln - alles immer so weit das Auge reicht.


Gut, ein kleiner Wehmutstropfen war, dass man viele von den Schwadmähern gesehen hat. Aber leider (noch) keine BiG M. Aber ich denke, so begeistert, wie man derzeit von den Krone Pressen und vor allem von der BiG Pack 1290 HDP ist, ist das nur eine Frage der Zeit und natürlich des entsprechenden Marketings, bis die ersten BiG M in dieser Region rollen. Harte Arbeit wird es natürlich, denn Unsere High Tech Maschine ist natürlich in keiner Weise mit so einem doch sehr einfachen Schwadmäher zu vergleichen. Letztendlich schafft man aber mit dem BiG M auch so viel, dass er mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Schwadmäher ersetzen kann.
Und was ich bisher auch selten in einer landwirtschaftlich geprägten Region gehört habe, ist: "Regen, den brauchen wir hier nicht. Der kann ruhig weg bleiben." OK, wenn man sich dieses ausgeklügelte Bewässerungssystem anguckt, dann wird die Aussage sehr schnell verständlich. Mich hat es auf jeden Fall sehr beeindruckt, dass man eine ganze Region bewässern kann, ohne großartig Pumpen einzusetzen. Das Wasser fließt mit dem Gefälle von großen Kanälen durch Schotten geregelt in immer kleinere Kanäle, und schließlich in die einzelnen Betten der Felder. Auf der anderen Seite ist ein genau so aufwändiges Entwässerungssystem für die Drainagen vorhanden, damit der Boden nicht total versalzt.

Beenden möchte ich den heutigen Post mit dem letzten Bild, dass ich gestern kurz vor dem Verlassen des Imperial Valley gemacht habe. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Bergen im Westen. Zu diesem Zeitpunkt sind wir auf einer Party mit den ganzen Farmern der Region, die jeden Abend zu gewohnter Zeit an gewohnter Stelle stattfindet. Mit Bier und einem kleinen Snack steht man ums Lagerfeuer herum und fachsimpelt über das ein oder andere Thema, oder aber wie gestern über Krone BiG Baler!


Bis dahin! Ich werde mich jetzt erst mal ins Wochenende begeben und mir Los Angeles ein wenig angucken. Noch habe ich zeit dafür. Wenn ich den immer enger werdenden Zeitplan der Roadshow sehe, hoffe ich, dass der Tag wirklich 24 Stunden und die Nacht hat.

Gruß Niklas

Mittwoch, 24. Februar 2010

Imperial Valley - viel intensive Landwirtschaft unter Normal-Null

So, da bin ich wieder. Nach einem interessanten zweiten Tag mit vielen guten Kundengesprächen und vielen neuen Eindrücken möchte ich euch von dieser Gegend berichten.
Hier seht ihr mal ein Satellitenbild des ganzen Tals, oder besser gesagt dem Berich des Tals, in dem wir uns im Moment befinden. Am unteren Bildrand verläuft die Grenze nach Mexiko, und das obere Ende bildet der 'Salted Sea', ein See, der mehrere ft unter dem Meeresspiegel liegt, wie übrigens weite Teile des Imperial Valley, und der 1905 durch einen Dammbruch am Colorado River entstanden ist. In den zwei Jahren, die es dauerte, bis der Dammbruch unter Kontrolle gebracht werden konnte, ist der See auf 974 km² angewachsen, und ist damit der größte See Kaliforniens. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft in seinem Zuflussgebiet (der 'New River', der dreckigste Fluss der USA, mündet in den abflusslosen See) und der in diesem Gebiet intensiven Bewässerung ist der See jedoch heutzutage mit 4,4% Salzgehalt für viele Tierarten zu salzig. Außerdem begünstigen eingeleitete Nährstoffe und Chemikalien aus der Landwirtschaft gerade in den heißen Sommermonaten immer wieder ein massives Algenwachstum und dann ein 'umkippen' des Sees.

An den Ufern sieht man teils starke Salzkrusten.

Direkt neben dem See befinden sich einige geothermische Kraftwerke. Dabei wird durch die an dieser Stelle sehr dünne Erdkruste aufgewärmtes Grundwasser empor gefördert, und mit Hilfe dieser Erdwärme werden große Dampfturbinen in Bewegung versetzt, die dann zur Stromgewinnung genutzt werden. Das emporgeförderte Wasser wird wieder in den Untergrund injiziert, da es sehr viele Schwermetalle enthält, und sonst nicht zu gebrauchen ist. Außerdem kann es so, nachdem es im Untergrund wieder aufgewärmt worden ist, direkt wieder zur Energiegewinnung genutzt werden.


Hier mal ein Bild eines Bohrturms, mit dem immer neue 'Quellen' erschlossen werden.

Aber neben der Geothermie ist für uns natürlich die Landwirtschaft ein deutlich wichtigerer Punkt. Schließlich kann man ja kein warmes Wasser zu Ballen pressen ;-)
Wie man schon auf dem Satellitenbild weiter oben sehen kann, ist das Tal sehr grün. Das hängt damit zusammen, dass das ganze Tal mit einem ausgeklügelten System aus Be- und Entwässerungsgräben durchzogen ist. Weil nur wenn man ordentlich Entwässern kann, darf man Bewässern, da sonst der Boden in kürzester Zeit total versalzt. Das Wasser für dieses ausgeklügelte System kommt in einem großen Hauptkanal direkt aus dem Colorado River, und erreicht das Imperial Vally im Südosten, direkt an der mexikanischen Grenze. Von hier aus verzweigt es sich in immer kleinere Kanäle, die über Schieber genaustens reguliert werden können. An jedem Feld ist auf der einen Seite ein Kanal zur Wasserversorgung, und auf der anderen Seite ein Graben zur Wasserentsorgung.

Hier mal ein Kanal zur Wasserversorgung. Die Gräben zum Abfluss habe ich noch nicht fotografiert.
Die Flächen sind dann so angelegt, dass immer sogenannte 'Beds' von kleinen Dämmen unterteilt werden. Auf diesem Bild ist es recht schön zu erkennen, da hier die Schafe dafür gesorgt haben, dass die Dämme schon blank sind.

Diese Dämme haben übrigens den Abstand 45 oder 90 ft (13,5 Meter oder 27 Meter) Eigentlich Ideal für den BiG M500! Die so angelegten Flächen werden dann komplett geflutet. Das Wasser läuft von der Zuleitungsseite über die Flächen und dann auf der anderen Seite des Feldes wieder ab.

Alternativ gibt es auch diese Art des Anbaus. Die Reihen der anzubauenden Frucht sehen auf den Dämmen (immer 4 bis 6 Reihen), und dann kommt ein Graben, durch den das Wasser fließt. Durch die Kapillarwirkung des Bodens saugt sich dann der ganze Damm langsam voll. Je nachdem, wie man die Rinnen flutet, kann man auch die Bewegung des Salzes im Boden steuern.


Hier sieht man, wie sich der 'New River' in den zwei Jahren (1905 und 1906) in den Boden gefressen hat, als er vom Colorado River nach einem Dammbruch gespeist den Salted Sea aufgefüllt hat.

Hier auf dem Silo dieser Zuckerfabrik sieht man recht nett eine Makierung, die den Meeresspiegel angibt. Das ganze Tal befindet sich also teilweise weit unter dem Meeresspiegel. Eine eigene Zuckerfabrik im Tal lässt darauf schließen, dass viele Zuckerrüben angebaut werden, und genau so ist es auch. Immer wieder sieht man Felder, auf denen die großblättrige Frucht zu sehen ist.

Hier mal ein Bild von einem Rindermastbetrieb. Wir sind einige Minuten an der Anlage vorbeigefahren. Das Ganze von vorne bis hinten aufs Bild zu bekommen, war einfach nicht möglich, aber mir wurde berichtet, dass alleine diese Anlage ca. 50.000 bis 70.000 Rinder mästet. Zusammen mit anderen, deutlich kleineren Standorten im Valley mästet Brandt über 100.000 Rinder. Brandt hat sogar einen eigenen Bahnanschluss mit Futtersilo, in dem 100 Waggonladungen zwischengelagert werden können. Außerdem hat sie einen eigenen Schlachthof. Wenn man ( 7015 Brandt Road, Calipatria, CA ) bei Google Maps ins Suchfenster eingibt, bekommt man einen schönen Überblick über die Anlage. Ob die Mastrinder in dieser Anlage allerdings glücklich sind.... Immerhin fressen sie sich regelrecht zu Tode.

Hier werden gerade Möhren geerntet. Anschließend werden die Möhren nicht nur aus dem Imperial Valley nach Bakersfield transportiert, wo sie weiterverarbeitet werden. Aber aus dieser Gegend (Imperial Valley plus einige kleinere Valleys in der Nachbarschaft) werden täglich 700 LKW-Züge nach Bakersfield gefahren. Für mich ist das unvorstellbar, und ich habe extra mehrmals nachgefragt. Ein Zug besteht immer aus zwei von diesen blauen Aufliegern. Der Vorteil des Imperial Valley in der Gemüseproduktion ist, dass das ganze Jahr über geerntet werden kann. Die Witterung ist eigentlich immer perfekt.

Hier sieht man ein Sellerie-Feld, das schon teilweise abgeerntet wurde. So weit das Auge reicht, ist hier nur Sellerie zu sehen. Daneben grenzt dann gleich ein Zwiebel-Feld an. Auch hier sieht man das Ende jedoch nicht. Im Winter kommen 80% der in den USA produzierten Gemüsesorten aus dieser Gegend. Im Sommer werden dann auf diesen Flächen andere Pflanzenarten angebaut - unter anderm Alfalfa.
Ein weiteres Highlight des heutigen Tages war eine Anlage, in der Stroh- und Heuballen an die Bedürfnisse der Exportmärkte sowie den Transport dort hin angepasst werden. Für den Transport werden die Ballen noch einmal neu gepresst - nur diesmal mit einem Hydraulikkolben, der die Ballen noch mal eben locker um das doppelte verdichtet. Außerdem werden kleine Portionen abgepackt, da gerade in Asien viele Kunden jeden Tag ihre Kleinballen kaufen, und teilweise mit dem Moped nach Hause befördern, um dort ihre ein oder zwei Rinder zu füttern. Das hier gezeigte Material ist für den Markt in Korea bestimmt.
Hier das Lager und die wartenden Container-LKW.

Hier werden die Ballenstapel aufgelöst, und der Presse zugeführt.

Hier werden die Ballen dann vom Garn befreit, und der Presse in Form von einer langen Reihe gepresstem Stroh zugeführt.

Mit diesem hydraulischen Bügel wird dann ein neues Futterpaket in die Presse geschoben.

Hier sieht man dann den dicken Kolben, der das Material zu einem neuen Ballen presst, und dabei gleich noch einmal in der Höhe trennt, indem er es durch ein Messer drückt.

Hier sieht man dann die neue 'Bindung' (die beiden weißen runden Rollen) und das Ergebnis des Press- und Schneidevorgangs.

Hier das Kraftwerk der ganzen Anlage.

Hier mal eine Nahaufnahme von so einem verdichteten Ballen. Die Fläche ist hart wie Holz.

Und hier werden die Ballen dann nach dem Wickeln mit Wickelfolie in den Conteinern verstaut. Doch warum das Ganze? Mit einer herkömmlichen Presse erreicht man nicht die Ballendichten, die für einen Containertransport notwendig sind. Der Container wird nach Raum und nicht nach Gewicht bezahlt. Es gibt allerdings ein Maximalgewicht, und an dass sollte man nach Möglichkeit heran kommen, wenn man die Transportkosten möglichst gering halten möchte. Da dieses Nachverdichten natürlich nicht um sonst ist, und da wir mit unserer BiG Pack 1290 HDP von vornherien 25 % mehr Material in einen Ballen pressen können, ist diese Maschine gerade für diese Exportmärkte sehr interessant. Der ganze Zwischenschritt des Nachpressens kann bei der HDP entfallen. Einzig die Ballengröße eines 3 x 4 Ballens mit 8 ft Länge könnte in manchen Exportländern etwas Probleme bereiten. Aber auch hierfür wird sich dann sicherlich eine Lösung finden.

Hier mal ein Bild von Dienstag. Die Pressen gehören zur Firma Agritrade, die im ganzen Westen der USA tätig ist, und vier Tage die Woche täglich 200 Container zum Verschiffen nach Los Angeles bringt. Von der HDP ist man hier sehr begeistert. Denn nur mit dieser Presse ist es möglich, direkt Ballen zu pressen, die die Container an ihre Gewichtsgrenze bringen. Und nur wenn ein Container gewischtsmäßig ausgereizt ist, sind die Transportkosten minimal. Wenn man bedenkt, dass eine Tonne Heu in Asien über den Daumen bis zu 200 Dollar kostet..... Denn alleine der Container auf dem Schiff liegt schon bei ca. 1700 Dollar - und in einen 40 ft Container passen ziemlich genau 30 Ballen - macht fast 60 Dollar pro Ballen. Und dafür hat noch keiner gepresst, keiner das Heu verladen und keiner das Heu zum Hafen transportiert.

Alle Pressen werden bei Agritrade übrigens mit Ballensammler eingesetzt. Somit lassen sich bis zu drei Ballen am Feldrand ablegen, und weite Wege beim Einsammeln der Ballen entfallen. Gerade bei empfindlichen Beständen wie u.a. Alfalfa eine wichtige Sache. Zudem kann der Ballensammelwagen mit einer Waage ausgestattet sein, um das Ballengewicht immer direkt zu überprüfen.

So viel für heute!
Es ist mal wieder spät geworden, aber die Bilder wollte ich euch alle hochladen. Also, bis die Tage!

Gruß aus El Centro
Niklas