Sonntag, 25. April 2010

Bakersfield - Schlechtes Wetter und tolle Autos

Moin moin,

heute melde ich mich mal wieder nach einer leider etwas regnerischen Woche aus Bakersfield. Unsere Roadshow stockt gerade etwas, da es vergangene Woche sehr regnerisch war, und für nächste Woche Mittwoch ebenfalls weiterer Regen angesagt ist, aber vergangene Woche habe ich somit mal etwas Zeit gehabt, mich um liegen gebliebene Dinge zu kümmern. Montag habe ich erst einmal um den JCB gekümmert, der jetzt nach den ersten Stunden auch mal abgeschmiert werden wollte. Außerdem ließ er an diversen Stellen Hydrauliköl aufgrund nicht richtig festgezogener Schlauchschellen und Überwurfmuttern ins Freie entweichen. Aber nach einigen Stunden Zuneigung und einigem Fluchen über die britische Ingeneurskunst ist er jetzt wieder dicht. Dienstag habe ich dann die Presse startklar gemacht, die Garnvoräte aufgefüllt, noch einige Teile, die wir modernisiert hatten, nachlackiert, und überhaupt noch einmal alles gecheckt. Auch im Trailer gab es einiges zu reinigen, aufzuräumen, so dass ich auch diesen Tag sinnvoll genutzt hatte. Mittwoch bin ich dann mit unserem Verkäufer im Central Valley, wie die Gegend um Bakersfield heißt, unterwegs gewesen, und wir haben potentielle Kunden besucht, haben uns einen Milchbetrieb angesehen, und ich habe einiges mit ihm besprochen. Donnerstag habe ich dann mal einige Berichte über die vergangenen Demonstrationen verfasst, mich mit JCB kurzgeschlossen, da das Getriebe am Fastrac komische Geräusche macht, und bei Pioneer Equipment in der Werkstatt mitgeholfen. Freitag kam dann ein Monteur von einem ehemaligen JCB Händler hier in Bakersfield, der jedoch auf Wunsch von John Deere seine JCB Vertretung vor kurzer Zeit abgegeben hat, aber auch er konnte die Geräusche nicht zuordnen. Außerdem kamen unser Service Mann von Krone-Northamerika zusammen mit einem Service-Kollegen aus Spelle, um mit Pioneer einige Sachen zu besprechen. Somit habe ich die Woche auch ohne Demonstrationen (leider) sehr gut nutzen können, und habe jetzt meine zuvor liegen gebliebenen Arbeit weitestgehend erledigt. Dummerweise haben sie jedoch für Mitte nächster Woche ebenfalls wieder Regen angesagt - absolut untypisch für die Jahreszeit, wie man mir hier überall sagt, aber halt auch nicht gerade gut, wenn man Heu pressen möchte. Die Kunden sind alle sehr zurückhaltend, was das mähen angeht, und somit sieht es derzeit so aus, dass die Roadshow auch nächste Woche noch pausieren wird.

Das Wochenende habe ich dann mit meinem Kollegen aus Spelle verbracht, und wir hatten ein wirklich sehr abwechslungsreiches aber auch sehr interessantes Programm. Samstagmorgen sind wir zu einem unserer Kunden aufgebrochen, um mal einem BiG X im kalifornischen Arbeitseinsatz zu sehen. Die Firma Lambchops besitzt insgesammt drei BiG X, zwei V12 und einen BiG X 1000. Der Fahrer, Henrik, ist ebenfalls ein Deutscher, der als Vorführfahrer für Krone vor einigen Jahren nach Kalifornien gekommen ist, und sich so gut mit dem Chef bei Lambchops verstanden hat, dass er jetzt jeden Sommer dort arbeitet und den nagelneuen BiG X 1000 fährt. Wir haben ihn bei der Arbeit süd-westlich von Bakersfield auf der Green Acre Farm besucht. Gehäckselt wurde 'winter forage', das zuvor von einem Mac Don Schwadmäher gemäht wurde. Aber hier ein paar Bilder:
Im Feld waren neben dem Krone BiG X auch noch zwei ältere claas Häcksler.




Für Deutschland eigentlich unvorstellbar ist die Tatsache, dass die ganzen Abfuhrgespanne normale LKW mit normalen Straßenreifen sind. Wenn ich an meine Landtechnik Vorlesungen in Kiel denke, wo wir lang und breit das Thema Agrarreifen besprochen habe, und wenn ich an meinen Bodenkunde Professor denke, für den eigentlich das Betreten eines Ackers schon zu viel Verdichtung bedeutete, dann ist ein harter Straßenreifen und eine große Achslast eigentlich so mit das Schlimmste, was man dem Boden antun kann. Die Poren im Bodengefüge werden verdichtet, und die Nährstoffverfügbarkeit sowie die Speicherkapazität des Bodens wird unwiederbringlich zerstört. Hier interessiert das jedoch keinen, und man fährt munter so weit, bis es nicht mehr weiter geht, und dann wird man halt vom Häcksler raus gezogen. Und weiter geht es.

Und während ich gerade auf dem Acker stand, und darauf gewartet habe, dass der Häcksler zurück kam, fuhr doch auf dem angrenzenden Freeway (Interstate 5) folgender Truck vorbei - das nenne ich Zufall!

Nachdem wir auf dem Feld genug gesehen hatten, haben wir uns einfach mal an einen Truck ran gehängt, und sind ihm zum Abladeort, einem großen 'dairy' (Milchbetrieb) gefolgt. Auch dort waren die Dimensionen dann wieder gigantisch - Bigger is Better!

Zuerst werden die Trucks gewogen, und dann geht es direkt zum Silohaufen, wo abgeladen wird.

Der Fahrer muss übrigens zum Entladen nicht einmal aussteigen. Türen, Klappen, Kratzboden - alles funktioniert automatisch und aus der Kabine gesteuert.
Und der abgeladene Haufen wird dann, sobald der LKW den Ort des Geschehens verlassen hat, sofort von einem kleinen Traktor mit nahezu winzigem Schild aufgeschoben und verdichtet.

Und da man die Dimensionen des ganzen Dairys nicht auf ein Foto bekommt (es sei denn, man hat einen Hubschrauber), stelle ich euch mal wieder einen Ausschnitt aus Google Maps ein. Im unteren Bereich seht ihr die Silohaufen, und ich habe mal bewusst den Massstab auf dem Feld rechts unten eingefügt.
Hier der Link zu Google Maps, unter dem ihr dann auch noch mal näher ran zoomen könnt.

Hier noch ein Bild, mit welchem sonstigen Equipment dort gearbeitet wird. Und von diesen Futtermischwagen haben wir alleine drei gesehen.

Nach diesem sehr interessanten Vormittag haben wir dann den Nachmittag auf einer Car-Show in Bakersfield verbracht. Auf dem Fairground Gelände haben sich dieses Wochenende alle möglichen Liebhaber von Hod Rods, Ventage Cars (bei uns auch Oldtimer genannt) und sonstigen interessanten Gefährten getroffen.
Hier nur mal ein paar Bilder, um einen Eindruck zu bekommen. Leider kann man ja den Sound der V8 Motoren nicht mit fotografieren, und wie man in diesem Blog Videos einfügt, habe ich noch nicht heraus gefunden.















Nach der Car-Show mussten wir uns dann ziemlich beeilen, da und Jeremiah, ein Monteur von Pioneer Equipment zu einem Rollschuh-Derby eingeladen hat. Er war mit seiner Familie dort, weil eine Bekannte der Familie dort mit fährt. Bei dem 'Event' geht es darum, dass zwei Teams bestehend aus fünf vorzugsweise weiblichen Spielern in einem Rundpacour laufen. Die Teams teilen sich in einen 'Leader', drei 'Blocker' und einen 'Jammer' auf. Der 'Jammer' ist der Spieler, der Punkte machen kann. Sinn des Derbys ist es, dass der 'Leader' das Team anführt, und somit die Geschwindigkeit bestimmt. Der 'Jammer' muss so viele Runden wie möglich fahren, und es zählt dabei die Anzahl der gegnerischen Spieler, die er überholt, als Punkte. Die 'Blocker' müssen einerseits den gegnerischen 'Jammer' blocken, und andererseits den eigenen 'Jammer' gegenüber den gegnerischen 'Blockern' abschirmen. Normalerweise ist das Derby sehr rasant, und nicht selten kommt es zu mächtigen Tumulten. Leider waren die beiden Teams jedoch sehr unterschiedlich, so dass das Bakersfield Team dem zugereisten Team meilenweit überlegen war. Somit war es diesmal nicht so ganz spannend, wie man uns versicherte. Als es dann zur Halbzeit 122 zu 22 stand, kam kurzerhand die Idee auf, den Ort des Geschehens zu verlassen, und den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen. Alles in Allem war es jedoch sehr interessant, und auch das anschließende Abendessen war sehr lustig, und wir haben viel Spass gehabt.

Den heutigen Sonntag haben wir dann etwas ruhiger angehen lassen, und neben einem Mall Besuch heute Nachmittag noch einige Sachen am Computer erledigt. Unter anderem müssen diese Zeilen ja auch geschrieben, und die Bilder hochgeladen werden.


So viel für den Moment!

Bis die Tage!

Niklas

Sonntag, 18. April 2010

Weekend - San Luis Obispo und die California Polytechnic State University

Hallo,

heute melde ich mich mal wieder aus Bakersfield nach einem tollen Tag an der Cal Poly (California Polytechnic State University) in San Luis Obispo. Dort ist nämlich dieses Wochenende 'Tag der offenen Tür' gewesen. Aber von vorne:

Bevor ich mich in El Centro mit meinem JCB auf den langen Weg nach Bakersfield gemacht habe, musste ich ihm noch eine Kleinigkeit Diesel (ca. 120 Gallonen) gönnen. An der Tankstelle hielt dann plötzlich ein Pick Up Truck neben mir an, und der Kunde, bei dem wir die erste Demonstration hatten, sprang heraus. Als er hörte, dass ich ab Freitagabend in Bakersfield bin, schlug er spontan vor, dass wir uns ja, sofern ich Lust habe, am Samstag in San Luis Obispo an der Cal Poly treffen könnten. Sein Sohn studiert dort, und es sei am Wochenende dort ein großes Fest mit 'Tractor Pulling' und 'Rodeo'. Und das Ganze sei ja nur 120 Meilen westlich von Bakersfield. Da ich Samstag in der Tat noch nichts vor hatte, habe ich mich kurzerhand verabredet, und bin dann gestern auch dort hin gefahren. Leider habe ich auf dem Hinweg eine Abzweigung des Highway 58 verpasst, und bin auf derm Highway 33 etwas zu weit nach Süden gefahren. Als ich das bemerkt habe, hatte ich aber keine Lust, die ganze Strecke durch drei Orte zurück zu fahren, und bin kurzerhand etwas weiter südlich nach Westen gefahren. Eine tolle und abwechslungsreiche Landschaft habe ich dabei durchquert.
Nach den bewässerten Feldern im Central Valley begann eine steppenähnliche Gegend, die mich jedoch sehr an die Dünenlandschaft auf den Nordseeinseln erinnerte.

Dann wechselte das Landschaftsbild plötzlich sehr abrupt. Ich kam mir vor, als ob mich jemand nach Aserbaidschan gebeamt hätte. Rechts und Links der Straße standen hunderte von Ölförderpumpen, die ganze Gegend war von einem Gewirr von oberirdisch verlaufenden Leitungen durchzogen, und teilweise war der Boden um die Pumpen herum mit Öl beschmutzt. Außerdem lag so ein leicht öliger Geruch in der Luft. Wie man mir erzählt hat, ist das Öl in der Bakersfield Ärea sehr dickflüssig, und muss durch in den Boden gepressten Dampf erst verflüssigt werden, um es pumpen zu können. 
Aber zum Glück ändern sich die Landschaften ja hier sehr schnell, und hinter dem nächsten Pass sah es wiederum komplett anders aus.
Ich war inzwischen auf dem Highway 166 und hatte Cuyama passiert. Wie mir das letzte Schild in Cuyama verraten hat, gibt es die nächsten 54 Meilen keinen Service - und das Schild hatte Recht. 54 Meilen bin ich durch offenes Weideland gefahren, ab und zu war am Wegesrand die ein oder andere aktive oder verlassene Ranch zu sehen, und die Weiden blühten teilweise sehr prächtig in allen möglichen Farben.
Einige Meilen weiter ging es dann noch mal durch saftig grüne Berge, bevor ich auf dem Highway 101 die letzten Meilen Richtung Norden, nach San Luis Obispo antrat. Von hier aus konnte man kurzzeitig auch wieder die tolle, schroffe Pazifikküste betrachten.
 
In San Luis Obispo an der Cla Poly angekommen, habe ich mich dann mit unserem Kunden getroffen, der schon am Eingang zum Tractor Pulling auf mich wartete. Aufgrund meines verpassten Abzweiges von Higway 33 auf den Highway 58 war ich etwas spät, und das Tractor Pulling hatte bereits 10 Minuten angefangen. Aber bekanntlich kommt das beste ja immer zum Schluss, und somit hatte ich zwei Pulls der kleinen Klasse verpasst. Am coolsten fand ich neben der großen Klasse mit Gasturbinen und mehreren Motoren auch die Klasse der Trucks. Aber seht selbst - hier ein paar Impressionen:
Mehr zu dem Thema Tractor Pulling gibt es auf der Homepage der Universität. Sehr interessant finde ich, dass die Uni selber zwei Boliden, 'Mustang Fever' und 'Poly Thunder' besitzt, und es eine eigene 'class' gibt, die sich dem Thema Tractor Pulling, Bremswagen etc widmet. Die meisten der Traktoren haben übrigens Motoren ohne irgend ein Kühlsystem. Weder Wasser noch Luft. Der Alkohol, mit dem sie betrieben werden, verbrennt einerseits deutlich kälter als herkömmliches Benzin, und andererseits machen die Motoren ja auch nur einen Lauf. Danach ist Schluss. Und Mustang Fever hätte eigentlich noch einmal stechen müssen, hat dieses aber nicht gemacht, um den Motor, für den man so gut wie keine Ersatzteile mehr bekommt, zu schonen. Denn schließlich sollen die nächsten Jahrgänge auch noch Spass mit dem Gefährt haben. Alles in allem war die Veranstaltung schon sehr cool, und der teilweise ohrenbetäubende Lärm sowie die Rußwolken waren schon beeindruckend. Aber das größte Problem für die Puller, egal, wie viel PS sie hatten, war, die Kraft auf den Boden zu bekommen. Ich denke, mit meinem Meisterstück deutscher Ingenieurskunst, meinem Universalen Motor Gerät (auch UNIMOG genannt) hätte ich sie wahrscheinlich alle geschlagen ;-)

Nach ca. 2 Stunden Tractor Pulling hat man mir dann das Universitätsgelände gezeigt. Unser Kunde hat selber bis 1983 dort studiert, und beliefert die Uni auch heute noch mit Heu, und sein Sohn studiert dort im letzten Semester. Von einem neugeborenen Fohlen ....
.... das gerade mal 14 Stunden alt war, wie uns das Schild verraten hat .....
.... über die Schweineaufzucht, die Gewächshäuser der Gartenbauer, das Heulager, das Baseballfeld und den Milchkuhstall habe ich alles gezeigt bekommen. Anschließend war dann um 5 Uhr pm das Rodeo angesetzt. Da ich vorher noch nie ein Rodeo gesehen habe, war ich auf dieses Ereignis ganz besonders gespannt.

Sehr schön war auch, dass ich fachkundiges Publikum zu meiner Seite hatte, dass mir die ganzen Regeln erklären konnte. Los ging es mit dem Reiten von wilden Pferden.

Bei dieser Disziplin muss der Reiter mindestens 8 Sekunden auf dem Pferd sitzen bleiben, und darf dabei seine Füsse nicht höher als zur Schulter des Pferdes heben. Anschließend kommen ihm die Teammitglieder zur Hilfe, und während sie das wilde Pferd zwischen sich nehmen, steigt der Reiter auf ein Pferd seiner Teammitglieder über.

Die nächste Disziplin war das Einfangen von Cattle (jungen Rindern). Dazu startet sowohl das Jungvieh als auch der Cowboy aus einem Gitterkäfig an der Seite des Feldes, reitet neben das fliehende Jungvieh, schmeißt sich von seinem Pferd auf das Jungrind, fasst es an den Hörnern und wirft es zu Boden. Die Zeit von Start bis zu dem Zeitpunkt, wo das Rind seitlich auf dem Boden liegt, wird gemessen, und der Beste hat es in 5,4 Sekunden gemacht.


Dann als nächstes mussten zwei Cowboys ein Rind mit dem Lasso einfangen. Dazu musste einer das Lasso um den Hals des Rindes, und der Andere um die beiden Hinterläufe werfen. Auch hier wurde wieder die Zeit gemessen. Hatte man nur einen Hinterlauf, gab es Zeitstrafen. Die Zeiten lagen hier um die 7 Sekunden.


Ich weiß, wie schwer es ist, mit einem Festmacher einen Poller zu treffen. Die Wurfkünste dieser Cowboys und Cowgirls sind regelrecht beeindruckend.

Dann kam die Disziplin, bei der der Cowboy ein Rind mit dem Lasso fangen muss, vom Pferd springt, das Rind zu Boden wirft, und drei Läufe mit einem anderen Seil zusammen bindet. Anschließend darf sich das Rind 6 Sekunden nicht bewegen oder befreien. Sehr interessant hierbei ist, dass auch die Pferde genau wissen, wie sie mitarbeiten müssen. Sie sehen zu, dass das Lasso immer gespannt bleibt, indem sie rückwärts laufen.

Als Aufmunterung kam dann eine Spassdisziplin, in der jedes Team ohne Pferd ein Rind fangen und diesem dann ein T-shirt als Hose anziehen muss. Das schnellste Team gewinnt diesen Kontest.
Das Team 'Flamingos' hatte sich hierzu eine wirklich lustige Verkleidung ausgedacht. Das zeigt schon, wie ernst diese Disziplin ist.
Und irgendwie sah das Rind mit seinem neuen 'Beinkleid' auch nicht wirklich glücklich aus.

Dann kam als vorletzte Disziplin das Reiten durch einen Parcour, der aus drei 'Tonnen' bestand. Um zwei Tonnen musste in einer Richtung, um die dritte Tonne in einer anderen Richtung gewendet werden. Gestoppt wurde die Zeit. Wenn ein Pferd die Tonne berührt, und dabei umwirft, gibt es Strafsekunden.

Als letztes kam dann das wohl Spektakulärste. Das 'Bull Riding'. Es ist schon Wahnsinn, wenn man sieht, wie schnell sich diese Schwergewichte bewegen können, und vor allem, wenn man über die Risiken nachdenkt. Dass der Rettungswagen bereit steht, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen. Aber Gestern wurde er auch gebraucht, weil ein Reiter unter den Bullen gekommen ist. Er konnte jedoch noch selbstständig das Feld verlassen, was dann hinter der Absperrung gelaufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe nur noch gesehen, wie er dort dann zusammen gebrochen ist. Aber auch das gehört bei einem Rodeo dazu, wie man mir versicherte, und schließlich wird jeder vorher auf die Risiken hingewiesen, und unterschreibt dafür, dass er das Risiko selber trägt.
Mehr Infos zum Rodeo bietet hoffentlich in den nächsten Tagen die Internetseite des Cal Poly Rodeo Clubs

Wir sind dann nach dem Rodeo noch zu einem Restaurant südlich von San Luis gefahren, und haben den Tag mit einem gemütlichen Essen ausklingen lassen. Anschließend bin ich zurück nach Bakersfield gefahren, wo ich gegen 1 Uhr im Hotel angekommen bin. Diesmal habe ich jedoch auf Empfehlung eine weiter nördlich verlaufende Route bestehend aus Highway 101, Highway 41 und Highway 46 gewählt. Die Strasse ist nicht so kurvig wie der etwas weiter südlich verlaufende Highway 58 - was ja im Dunkeln durchaus besser ist.

Alles in allem war es ein toller Tag, an dem ich wieder viel Neues kennen gelernt habe. Vor allem auch die Gastfreundschaft der Amerikaner begeistert mich immer wieder.

Ich hoffe, das heutige Update war nicht zu lang und zu langweilig, und ich wünsche euch allen einen guten Wochenstart. Bis die Tage!

Euer Niklas

Freitag, 16. April 2010

Roadshow 2010 - Und es geht weiter!

Moin moin,

da wir mit unseren Demonstrationen im Imperial Valley durch sind, geht es jetzt in Bakersfield weiter. Leider haben wir im Imperial Valley nur 8 Demonstrationen geschafft, aber diese 8 waren dafür sehr erfolgreich, und jetzt hoffen wir, dass die potentiellen Kunden ihre Versprechen tatsächlich einlösen, und die zugesagten Pressen auch kaufen. Sobald ich etwas höre, werde ich euch in meinem Business Blog darüber informieren. Dort auch mehr zu den Demonstrationen.

Hier an dieser Stelle möchte ich euch von meiner heutigen Reise berichten. Da der Transport des JCB aufgrund von 'Oversize Load' teuer und im Bereich L.A. auch kompliziert war, haben wir uns entschlossen, den JCB auf eigener Achse von El Centro nach Bakersfield zu überführen. Meine Kollegen haben den PickUp Truck und den Trailer bis Bakersfield mitgenommen, und ich habe heute in 10 Stunden die 360 Meilen mit dem JCB zurückgelegt.

Um den Großraum Los Angeles weiträumig zu umfahren, haben wir uns für folgende Route entschieden:

Aber step by step:

Zuerst habe ich das ganze Imperial Valley auf dem Highway 111 durchquert. Dabei bin ich auch noch einmal an den Futtersilos von Brandt Cattle (Mastbetrieb mit derzeit 86.000 Mastrindern) vorbei gekommen, und habe folgende Bilder von der Anlieferung von Corn geschossen.

Der ganze Zug passt auf das Gleisoval, und durchfährt das Entladegebäude mit Schrittgeschwindigkeit. Ohne anzuhalten werden dabei alle Waggons entladen. So etwas habe ich vorher noch nicht gesehen. Die Dimensionen bei Brandt Cattle sind schon gigantisch.

Weiter ging es dann auf dem Highway 111 entlang des Salton Sea. Sobald die intensiv bewässerte Landwirtschaft der Imperial Valley endet, beginnt die Wüste. Alle paar Meter ist die Strasse abgesenkt, damit bei Regen das Oberflächenwasser über die Strasse Richtung Salton Sea ablaufen kann. Diese Strasse muss bei starkem Regenfall schon spannend sein.
Am nördlichen Ende des Salton Sea beginnt dann eine Gegend, in der Zitrusfrüchte und Wein angebaut werden. Große Plantagen zieren den Strassenrand.
In Indio beschließe ich dann, nicht durch Palm Desert und durch Palm Springs zu fahren, sondern etwas nördlich im Nachbartal die Dillon Road zu fahren. Die Strasse führt mich zwar durch die Einöde, diese blüht aber zur Zeit sehr schön, so dass es doch nicht so ganz langweilig ist. Außerdem haben die Strassenbauer alles unternommen, damit die Fahrt nicht langweilig wird. Der größte Teil der Strasse erinnerte irgendwie an die Werbung eines großen schwedischen Möbelhauses mit einem Käfer und einem voll beladenen Dachgepäckträger. Vertont war das Ganze darmals mit "Hui.. Hui... Hui..." Nur die Brücke wollte nicht kommen....
Am Ende der Dillon Road, bevor man auf den Highway 62 Richtung Yucca Valley abbiegt, hat man einen sehr tollen Ausblick auf die Windmühlen in diesem scheinbar optimal geeigneten Tal. Das Foto gibt übrigens nur einen kleinen Ausschnitt wieder. Das ganze Tal und die Bergkämme sind voller Windmühlen - Wahnsinn!
Auf dem Weg Richtung Yucca Valley geht es dann erst einmal steil bergauf. Ich nutze mit meinem JCB des öfteren die linke Fahrspur, um mit ca. 37 mph an den etwa halb so schnellen Trucks vorbeizuziehen, und den Blick des Erstaunens in die Gesichter der Fahrer zu zaubern. Viele von ihnen sind wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben auf dem Highway von einem Trecker überholt worden....
Nach einer kurzen Pause in Yucca Valley feht es dann auf dem Highway 247 Richtung Norden. Die Landschft wandelt sich jetzt immer mehr in eine trockene Wüstenlandschaft und auch die größeren Büsche verschwinden so langsam und weichen Kakteen.
 

Meile um Meile fahre ich nun durch eine Landschaft, die außer Steinen, Sand und kleinem Buschwerk nichts zu bieten hat. Kaum Häuser, einige verlassene Gehöfte und viele Schilder, dass man günstig Grundstücke erwerben kann, zieren den Weg.

Erst in Barstow wird es wieder etwas grüner, und ich bewege mich auf der 'Historic Route 66' durch den Ort.
Ab hier beginnt dann der langweiligste Teil der ganzen Tour. Auf dem Highway 59 geht es 124 Meilen durch die Wüste Richtung Bakersfield. Bis auf ein paar abgestellte Flugzeuge in Mojave gibt es auf der ganzen, fast 3 stündigen Strecke nichts Interessantes zu sehen. Nur Wüste zu beiden Seiten, und eine schnurrgerade Strasse.
Erst als ich wieder in die Berge kurz vor Bakersfield komme, wird es wieder spannender. Plötzlich gibt es wieder grüne Wiesen, und Bäume. Irgendwie kommt einem dass plötzlich komisch vor nach längerer Zeit in der Wüste. Denn das Imperial Valley hat ebenfalls kaum Bäume zu bieten. Und auch hier scheint der Wind sehr beständig zu blasen.
Der Abstieg ins Bakersfield Tal bietet dann wieder viele tolle Aussichten, auch wenn das Tal heute leider etwas diesig war. Und nach einer kleinen Irrfahrt - ich habe die richtige Strasse verpasst - durch Bakersfield habe ich dann ca. 10 Stunden nach meinem Start in El Centro das Hotel in Bakersfield erreicht. Zwar etwas erschöpft, aber nicht total müde habe ich über 360 Meilen mit einem Traktor an einem Tag zurück gelegt. Irgendwie schon verrückt, aber die Distanzen sind hier drüben einfach andere.

So  viel für den Moment!

Gruß Niklas