Sonntag, 6. Juni 2010

Crazy Americans!

Moin moin,

wie ihr ja vielleicht in meinem Krone Blog gelesen habt, bin ich gestern mit meinem Vorführgespann über die Berge (High Sierras oder Sierra Nevada, und nicht Rockys, wie ich immer fälschlicherweise angenommen hatte) gefahren und jetzt wieder in Nevada. Der Trecker steht jetzt in Wellington im Smith Valley, und ich bin in Reno, da ich hier Montagmorgen etwas zu erledigen habe, bevor dann die Roadshow im Smith Valley weiter geht.

Aber ich wollte euch ja eigentlich was ganz anderes erzählen. Nämlich über ein Event, das demnächst hier stattfindet. Vielleicht vorweg mal eine Frage in die Runde? Was macht man, wenn man ein Wüsten-Offroad Event austragen will, und nur einen Steinwurf von der Wüste entfernt ist? Richtig, man baut die Wüste auf dem Hotelparkplatz mitten in Reno nach!

Sieht im Moment noch so aus.....


...... soll dann aber am 17. Juni folgendermaßen aussehen:

Das Bild stammt von folgender Seite: http://www.grandsierraresort.com/xtreme-outlaws/

Deswegen werden derzeit Unmengen von 'dirt', wie der Amerikaner zu sagen pflegt - übersetzen würde ich es mit Boden, oder Aushub - mit riesigen Lastzügen auf den einstigen Hotelparkplatz gekarrt. Und dort wird dann mit großen Radladern die Strecke gebaut.



Vor dem Hoteleingang werben bereits zwei Offroad Fahrzeuge für die Veranstaltung. Auch diese musste ich mir natürlich erst einmal sehr genau ansehen.




Ich denke, über den Sinn dieses Unterfangens braucht man nicht weiter zu diskutieren. Neben der Wüste auf einem Hotelparkplatz eine Wüstenrennstrecke aufzubauen halte ich schon für ziemlich unsinnig. Aber wenn das Geld da ist - und wenn ich die Leute alle hier im Casino sehe, dann wird das wohl mehr als genug vorhanden sein - dann muss es ja auch irgendwie wieder in Umlauf gebracht werden. Wie ich am Rande mitbekommen habe, ist dieses Event erst einmal für zwei Jahre sicher. Man kann die Strecke also mehrmals auf und abbauen...

So viel für den Moment!

Gruß Niklas


Freitag, 4. Juni 2010

Yosemite Nationalpark - ein Ausflug, der sich lohnt!

Moin moin,

nach langer Zeit und viel Arbeit habe ich heute Abend endlich mal wieder etwas Zeit, mich um euch zu kümmern. Ich wollte euch ja noch von meinem kleinen Ausflug zum Yosemite Nationalpark erzählen. Letzten Montag hatte Amerika auch mal einen Nationalfeiertag - Memorial Day - und somit hatte ich mal einen Tag nichts zu tun. Das Wochenende zuvor hatten wir am Samstag eine Demonstration, und den Sonntag hat dann der die Woche über liegen gebliebene Papierkram sowie ICQ in Anspruch genommen. Aber Montag hatte ich dann doch endlich Zeit...

Ich bin also recht zeitig aufgebrochen, um neben der doch etwas längeren Strecke von ca. 120 Meilen (one way) auch noch etwas Zeit im Nationalpark verbringen zu können. Schon die Hinfahrt von Turlock über den Highway 132, 49 und 140 hat mich durch tolle Berglandschaften geführt.

Die Strasse dürfte ein Traum für jeden Motorradfahrer sein. Eigentlich bestand sie nur aus Kurven, wie auf dem Bild im Hintergrund zu erkennen. Und Gegenverkehr war eigentlich auch ehr selten.


Auf dem Highway 140 ging es dann entlang des Merced River Richtung Yosemite Valley.

Dieser doch recht rasante Gebirgsfluss lädt viele Wassersportler ein - auf dem Weg habe ich etliche Rafter und Kajakfahrer gesehen, die in den Stromschnellen scheinbar ihren Spass hatten.

Kurz hinter dem kleinen Straßendorf mit dem klangvollen Namen El Portal hieß es dann erst einmal "löhnen". Denn der Besuch in dem Nationalpark kostet.

Die Preisgestaltung ist hier jedoch recht interessant. Pro PKW bezahlt man 20 Dollar - egal, ob eine Person oder 8 Personen drin sitzen. Individualreisende mit Motorrad oder Fahrrad zahlen 10 Dollar, genau so wie Reisende in einem Bus. Dort dann 10 Dollar pro Person. Das Ticket ist dann sieben Tage gültig. Mit anderen Worten, ich habe die berühmte Karte gezogen. Alleine im Auto und nur einen Tag Zeit - aber trotzdem 20 Dollar. Aber egal. Man ist nur einmal hier.

Weiter geht es dann erst einmal mitten durch einen Granitblock. Bekannt ist das Tal ja durch seine steil aufragenden Felswände aus Granit - einst von Gletschereis geformt - und seinen Redwood Bäumen. Die Redwoods sind allerdings nicht so groß, wie an anderen Orten in den USA.

Besonders spektakulär sind die vielen Wasserfälle, die sich überall im Tal befinden.

Das Tal selber ist ehr langweilig und sehr amerikanisch auf Tourismus eingestellt. Immerhin gibt es eine zweispurige Ringstrasse und überall Camps, in denen man sein Wochenende mal ganz naturnah verbringen kann - natürlich mit dem Auto in Reichweite, mit dem Restaurant um die Ecke und mit dem Kühlschrank mit Icemaker im Zelt.

Aber egal, mir kam es ganz gelegen, denn so konnte ich das Tal einmal umrunden - wie ein Amerikaner, ohne das Auto zu verlassen *grins*. Natürlich habe ich einige Zwischenstopps eingelegt, und auch mal rechts und links etwas abseits des Weges geguckt.

Nachdem ich dann meine Runde beendet hatte, und feststellen musste, dass ich am Memorial Day irgendwie nicht der einzige in diesem Tal war - ja, ich habe zeitweise im Stau gestanden - bin ich dann zum Glacier Point gefahren. Dieser Aussichtspunkt liegt südlich des Tals hoch oben in den noch tief verschneiten Bergen, und man hat einen grandiosen Blick über den Nationalpark.

Hier auf 2190 Metern Seehöhe habe ich dann neben dem tollen Ausblick auch einige sehr schöne Tiere beobachten können.
Dieser Vogel heißt laut Wikipedia Diademhäher. Komischer Name, aber sehr schöner Vogel mit einem tollen blauen Federkleid.
Dieses Foto gefällt mir besonders gut. Wenn ihr gesehen hättet, wie schnell diese Hörnchen unterwegs waren, dann ist es schon fast ein wunder, dass mir dieses Foto so gut gelungen ist. Die Größe dieses Goldmantel-Ziesel ist übrigens zwischen Maus und unserem Eichhörnchen - also nicht sehr groß. 
Hier noch mal ein Foto vom Glacier Point....

und hier ein Blick Richtung Parkplatz.

Da es bereits 17 Uhr war, habe ich mich dann auch schon wieder langsam auf den Rückweg gemacht. Schließlich wollte ich die kurvenreiche Strecke durch die Berge nicht unbedingt im Dunkeln zurücklegen. Gegen 18 Uhr war ich dann wieder im Yosemite Valley, wo ich noch mal kurz angehalten habe, weil alle irgendwie Richtung Himmel starrten. Dort war dann Folgendes zu sehen:

Über dem kleinen Baumwipfel in der Mitte ist ein hellerer Fels auszumachen. Ich habe das dann mal komplett herangezoomt.

Ziemlich in der Mitte des Bildes sieht man das Gepäck, und am oberen Bildrand die Bergsteiger. Ich hätte diese nicht entdeckt, aber dank einer freundlichen Amerikanerin, die mir ihr Fernglas zur Verfügung gestellt hat, konnte ich diese Gruppe ausmachen. Es waren noch mehrere Bergsteiger in der Steilwand, aber diese habe ich leider mit der Kamera nicht mehr wieder gefunden. Denn mit bloßem Auge waren sie fast nicht zu sehen. Auf jeden Fall ist die Position für die Uhrzeit schon recht sportlich.
Auf dem Rückweg bin ich dann noch durch einige Regionen gekommen, in denen zuvor das Feuer gewütet hatte.

Aber Buschfeuer sind hier nicht nur schädlich - ganz im Gegenteil - die Redwood Bäume brauche sie, um sich Fortpflanzen zu können. Denn nur mit Hilfe der Hitze platzen die Samenkapseln auf, und der Samen kann nach dem Feuer auf dem Nährstoffreichen Boden aufgehen.

Gegen 21 Uhr war ich dann wieder zurück in Turlock. Alles in allem ein anstrengender Tag (über 8 Stunden im Auto und mehr als 300 Meilen auf kurvigen Bergstraßen) aber auch ein sehr interessanter Tag mit vielen tollen Eindrücken. Nur die Redwoods hatte ich mir irgendwie imposanter vorgestellt.

So viel von meinem Memorial Day - Also, bis dahin.

Gruß Niklas

Sonntag, 23. Mai 2010

Kurzes Lebenszeichen

Moin moin,

da es derzeit sehr viel zu tun gibt, habe ich weniger Zeit für meinen privaten Blog. Außerdem habe ich neben Demonstrationen derzeit auch nicht viel anderes erlebt. Über die Demonstrationen könnt ihr in meinem  Krone Blog mehr erfahren. Also, ich hoffe man sieht sich dort!

Aber ein lustiges Bild habe ich noch - da soll mal einer sagen, die Amerikaner seien nicht kreativ!

Würde mal gerne einen deutschen Schupo beim erspähen so eines Gespannes beobachten. Der 'Sprayer' ist nach wie vor am Traktor angekuppelt, wird aber quasi als zweiter Anhänger hinterher gezogen. Zwei Anhänger, wie auch ich es mit meinem Trailer hinter der Presse vor hatte, sind hier in Kalifornien hingegen nicht erlaubt. Auch das muss man nicht verstehen....

Gruß Niklas

Mittwoch, 12. Mai 2010

Weekend - Trip to Lake Isabella

Moin moin,

wo doch schon fast das nächste Wochenende vor der Tür steht möchte ich euch noch kurz von meinem letzten Wochenende berichten. Nachdem ich Samstag einige Dinge am Computer erledigt habe, bin ich Sonntag dann mal Richtung Lake Isabella aufgebrochen.

Lake Isabella ist ein in den Bergen liegendes Wasserreservoir, dass über den Kern River den südlichen Teil des Central Valleys mit Wasser versorgt. Kern River war eigentlich auch der Grund, warum ich mich mal in die Richtung auf gemacht habe. Seit sehr langer Zeit führt Kern River nämlich in Bakersfield mal wieder Wasser in seinem sonst staubtrockenen Flussbett. Ich habe mich also auf dem Highway 178 Richtung Osten auf gemacht.

Schon wenige Meilen hinter Bakersfield werden die bewässerten Felder weniger, und der Wegesrand wird von nur noch wenigen lückenhaften Plantagen geziert. Noch ein paar Meilen weiter sieht man dann, warum Kern River meistens in Bakersfield kein Wasser mehr führt.

Über große Betonkanäle wird das Wasser dem Fluss entnommen, und den Bewässerungskanälen der Landwirtschaft zugeführt. Wenige Meter weiter denkt man dann, das Tal und die Straße sind jeden Moment zu Ende, aber es gibt eine kleine Lücke in den Bergen.

Von hier an windet sich der Highway 178 entlang dem Kern River in einem schmalen Canyon in die Berge. Teilweise ragen die überhängenden Felsen so weit in die Fahrbahn hinein, dass man Angst haben muss, mit dem Spiegel oder der Dachkante des Pick Ups daran hängen zu bleiben. Jeder Motorradfahrer würde bei dieser kurvenreichen Straße mit Sicherheit leuchtende Augen bekommen - zumal sie zu dieser Jahreszeit auch noch nicht so überlaufen ist. Im Sommer lädt der Fluss zum raften ein, und der See und seine umliegenden Campingplätze locken auch den einen oder anderen Touristen an. Aber noch ist es für diverse Outdooraktivitäten zu kalt.



Wie man auf dem letzten Foto sieht, kommt auch hier in den Bergen so langsam der Frühling - zumindest blüht gerade mal alles, was dort irgendwie wächst.
Je weiter ich Richtung Lake Isabella kam, desto breiter wurde das Tal, und schon bald wurde die Straße auch wieder "amerikatypisch" vierspurig mit breit ausgebautem Pannenstreifen.

Und dann lag er irgendwann vor mit. Die Kurven hatte ich schon nicht mehr gezählt, und hinter einem großen Wall aus Geröll war dann der See zu sehen.

Die Ufer des Sees gleichen irgendwie einer Mondlandschaft. Das liegt hauptsächlich daran, dass der See schon seit einigen Jahren nicht mehr komplett gefüllt werden kann, da einer der beiden Dämme einige Risse bekommen hat. Da direkt unterhalb dieses Dammes eine Mobilhome-Park angesiedelt ist, und man nicht unbedingt noch mehr Mobilhomes in Bakersfield benötigt, hat man sich entschlossen, den Damm nicht mehr weiter zu belasten, und lieber das Wasser kontrolliert abfließen zu lassen. Und da der Staat Kalifornien ziemlich pleite ist, wird sich an diesem Zustand in naher Zukunft auch nicht viel ändern. Ich habe auf jeden Fall die Gelegenheit genutzt, und bin mal ein bisschen an den kargen Seeufern herum gefahren, und habe mich dabei permanent nach meinem Unimog gesehnt. Der wäre hier echt super gewesen. Denn auch auf der anderen Seite der Strasse gab es überall tolle Geländestrecken in die Berge.
 
Einige wenige hatten sich auch schon mit ihrem kleinen Camper ans Seeufer verirrt.
Jemand anders zog einsam seine Kreise. Denn Anleger oder Stege sind an diesem Reservoir nicht zu finden. Sliprampen waren alles, was ich gesehen habe. Kein Hafen, kein Ausflugslokal, keine Anlegemöglichkeit.
Eigentlich war hier gar nichts los....
Deswegen habe ich mich dann auch schon bald auf den Rückweg Richtung Bakersfield gemacht. Nur dass ich diesmal den Highway 155 nehmen wollte. Weil den Highway 178 kenne ich ja jetzt schon. Highway 155 Beginnt unmittelbar am Lake Isabelle, und führt über die Berge zurück ins Central Valley nach Delano. Zuerst schraubt er sich aber mal sehr steil in die Berge, und schon nach wenigen Meilen hat man einen Pass mit 6102 ft erreicht.

Die Vegetation ist komplett anders als auf dem Hinweg, und erinnert mich sehr stark an Kanada. Viele Bäume säumen den Wegesrand, und schon bald verschwinde ich auch in den Wolken. Am Pass angekommen mache ich einen kurzen Abstecher zum Shirley Meadows Skigebiet. Skifahren ist zwar nicht mehr möglich, aber es sind noch großflächig Schneereste vorhanden, und auch das Equipment steht noch da, wo es einige Wochen zuvor nach dem letzten Gebrauch abgestellt wurde.


Weiter ging es dann wieder bergabwärts raus aus dem Nebel durch etliche Kurven - ja eigentlich besteht der Highway 155 nur aus Kurven. Von der Winterlandschaft oben auf dem Pass ging es durch den Frühling vorbei an saftig grünen Bergwiesen und blühenden Bäumen....

.... immer weiter dem Sommer im Tal entgegen. Denn im Valley sind die nicht bewässerten Wiesen schon wieder braun. Leider hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert, so dass wir im Tal mal wieder einige heftige Regenschauer hatten, was die Stimmung auf den Bildern nicht gerade hebt. Aber Regen müsstet ihr in Deutschland ja auch im Moment recht gut kennen *grins*. Ich finde ihn hier mal recht abwechslungsreich. Gibt es halt selten....

Dieses Foto ist dann wieder am Rande des Highway 65 entstanden - zig Pumpen fördern hier das zähflüssige und mit Dampf pumpbar gemachte schwarze Gold aus dem Untergrund. Denn der südliche Teil des Central Valley ist neben der Landwirtschaft vor allem für die Ölförderung bekannt.
Auf jeden Fall erreiche ich im Regen mein Hotel nach dieser kleinen Rundfahrt. Auch wenn das Wetter nicht das Beste war, habe ich trotzdem mal wieder einen tollen Eindruck von der Umgebung bekommen, und ich muss sagen, ich bin echt fasziniert, wie schnell sich hier das Landschaftsbild komplett ändert.

Soviel für den Moment!

Gruß Niklas
(aus dem wieder sonnig warmen Kalifornien)

Donnerstag, 6. Mai 2010

San Francisco - eine tolle Stadt!

Moin moin,

heute möchte ich euch dann auch endlich von San Francisco erzählen. Die Tour bis dort hin habe ich ja in meinem letzten Beitrag schon ausführlich geschildert.

Also....

Nachdem wir Samstag Mittag endlich am Hotel angekommen waren, haben wir nur kurz eingecheckt und sind dann direkt mit dem Linienbus (Linie 292) Richtung Downtown San Francisco gefahren. Für 2 Dollar pro Person muss man diese Strecke nun wirklich nicht mit dem Auto machen.


Die Linie 292 endet übrigens mitten im 'Financial District' an der Ecke Mission Street / 1st Street. Von dort aus sind es nur wenige Schritte Richtung China Town.

Die Häuserschluchten, durch die man dabei schreitet, sind schon sehr sehenswert. Meine Mutter versichert mir zwar, dass die Schluchten in New York noch beeindruckender sind, aber ich gebe mich für den Anfang auch mit diesen Schluchten zufrieden - und bin beeindruckt.
Hier mal ein Blick entlang California Street.

Zum Glück müssen wir nicht den ganzen Berg hoch, sondern nur bis zur Grant Avenue. Unser Plan ist nämlich, uns durch 'China Town' Richtung 'Fishermans Warf' zu begeben. In der Straße sieht man übrigens die Schienen der berühmten Cable Car - aber dazu später mehr.

Nach den ersten zwei Blocks bergauf biegen wir dann rechts in die Grant Avenue ab, und es bietet sich uns folgendes Bild. Man kommt sich vor, wie in eine andere Welt versetzt. Alle Schriftzüge sind doppelt - lesbar und nicht lesbar - die Häuser und sogar die Straßenlaternen sind wild verziert, und viele Asiaten bevölkern die Strasse und die Gehsteige - China Town live!

Am Ende von China Town / Grant Avenue treffen wir dann auf die Columbus Avenue - die einzige Straße, die im 45° Winkel durch das Schachbrettmuster führt. Direkt um die Ecke entdecken wir dann erst mal ein recht interessantes Restaurant, in das wir jedoch mangels Hunger nicht einkehren.

Wir wandern weiter durch 'little Italy', wie uns scheint, Richtung 'Fishermans Warf'. Ein Blick zurück, und wir gucken direkt auf ein sehr interessantes Hochhaus in San Francisco.

Das Gebäude mit dem Namen 'Transamerica Pyramid' wurde 1972 fertig gestellt, ist 260 Meter hoch, hat 42 Stockwerke und gilt als Erdbebensicher. Es beherbergt Büroräume und ist leider für Touristen nicht zugänglich. Zu gerne hätte ich mal den Rundumblick von der Spitze solch eines Skyscapers genossen.

Je weiter wir Richtung Fishermans Warf kommen, desto mehr Souvenirläden säumen den Rand der Straße.
Hier mal der Blick in einen, der irgendwie besonders amerikanisch ausgestattet war.

Von hier aus fahren auch die verschiedenen City-Sightseeing Bustouren. Auch wenn ich normalerweise nicht auf diese Touristenveranstaltungen stehe, war es in L.A. doch sehr informativ. Und somit beschließen wir, auch hier in San Francisco wieder so eine Tour zu machen. Das Angebot reicht von Modern über Alt bis Skuril.
Hier ein Bild von Skuril:

Wir haben uns dann allerdings für Modern entschieden. Nicht zuletzt, weil das Angebot ein 48 Stunden 'hop on, hop off' Ticket war. Somit haben wir die Möglichkeit, auch am nächsten Tag noch mit dem Bus von Sightseeing Punkt zu Sightseeing Punkt zu fahren. Die offenen Doppeldecker (übrigens von Dennis aus Great Britain, dem Land der Doppeldecker) passen außerdem sehr gut zum Wetter, und wir haben einen tollen Ausblick. Wo wir gerade beim Wetter sind - die Sonne war sehr schön, und auch schon kräftig, der Wind aus Richtung Pazifik aber noch sehr frisch. Aber für San Francisco war das Wetter ungewöhnlich gut, da man hier gerne mal im Nebel versinkt.

Also, mit diesem Bus haben wir dann eine tolle, ca. 2-stündige Tour durch San Francisco gemacht.

Unter anderem sind wir an diesen Punkten vorbei gekommen:

Die 1912 - 1916 erbaute 'City Hall', das Rathaus der Stadt erbaut aus weißem Granit, nachdem die alte City Hall beim Erdbeben 1906 komplett zerstört wurde.

Ein Tunnel, von dem ich gerade gar nicht mehr genau weiß, in welcher Strasse er eigentlich war. Aber das Bild finde ich sehr schön, deswegen möchte ich es auch nicht vorenthalten. Auf jeden Fall war er irgendwo zwischen Financial District und City Hall.

Dann ging es weiter zum Alamo Square, wo die 'Painted Ladies' stehen. Diese Häuser rund um den Park zum größten Teil noch aus dem 19. Jahrhundert im viktorianischen Stil erbaut sind auch auf vielen San Francisco Postkarten zu finden.

Weiter ging es dann auf der Haight Street, durch den Stadtteil Haight-Ashbury, östlich des Golden Gate Parks gelegen. Bekanntheit erlangte das Gebiet in den 60er Jahren durch die Beatnik- und Hippie-Bewegung. Berühmte Musiker, die in Haight-Ashbury ihren Wohnsitz hatten und die dortige Musikszene entscheidend mitprägten, sind sowohl Janis Joplin und Jimi Hendrix wie auch die Gruppen Grateful Dead und Jefferson Airplane. Haight-Ashbury ist auch heute noch Anziehungspunkt für eine alternative Gegenkultur. Hier mal ein Haus, das ich besonders interessant finde - natürlich nur wegen der Verzierungen am Dachsims..


Von dort aus ging es weiter durch den Golden Gate Park vorbei an der 'California Academy of Scince'
und dem 'De Joung Museum' mit seinem interessanten Turm.

Übrigens sehen so die Verkabelungen in einem Land aus, dass ohne Strom fast kollabiert. Ein ganz besonders großer Fan bin ich von den Abzweigungen auf halber Strecke zwischen zwei Pfosten. Einfach Wahnsinn, dass das alles noch oberhalb der Erde liegt. Was sind wir nicht nur in dem Bereich in Deutschland doch fortschrittlich....

Und dann, nach wenigen Meilen im Stau auf dem Highway 1 kam sie endlich in Sicht - die Golden Gate Bridge! Wie ihr vielleicht schon auf der Karte im letzten Post gesehen habt, führte unsere Tour nämlich auch über die weltberühmte Brücke.

Da auf der Brücke ebenfalls Stau war, hatten wir besonders viel Zeit, den tollen Blick nach rechts und links zu genießen. Hier mal die Blicke Richtung Pazifik!


Und hier zur andern Seite Richtung Bay - und Alcatraz, auch 'The Rock' genannt.

Und dieses Bild möchte ich euch als Land Rover Fan auch nicht vorenthalten. Man sieht sie sehr selten in den USA, weil sie ohne Airbag neu nicht mehr zulassungsfähig sind, und wahrscheinlich auch, weil die Amerikaner in der Regel komfortverwöhnte Weicheier sind. Aber ab und an erspähe ich dann doch einen heiß geliebten Defender. Man achte nur auf dieses coole Kennzeichen - nur zur Info - Es handelt sich um einen Defender 90, oder ninty, wie die Engländer sagen würden...

Und für alle, die es nicht lesen können: DFNDR9T
Das Foto ist übrigens kurz vor der Mautstation am südlichen Ende der Golden Gate Bridge entstanden.
Weiter ging es bei uns dann wieder Richtung 'Fishermans Warf'. Kurz vor der Ankunft sind wir noch am Ende der Cable Car Linie 'Powell-Hyde' vorbei gekommen. An jeder Endhaltestelle müssen die Wagen von Hand auf hölzernen Drehscheiben ungedreht, und dann wieder ins Seil eingekuppelt werden. Aber auch dazu später mehr.

Den Abend haben wir dann zusammen mit jemandem aus San Francisco verbracht, den ich vor einigen Wochen in San Luis Obispo an der Cal Poly kennen gelernt habe. Nach einem gemeinsamen Essen hat uns Michael noch ein wenig durch das nächtliche San Francisco gefahren, und die steilste Straße mit 30° Gefälle gezeigt, und er ist mit uns ebenfalls einmal duch die berühmten acht Kehren der Lombard Street gefahren. Fotografieren war zu so später Stunde im Dunkeln nicht mehr so erfolgreich, aber ein Erlebnis war es alle mal.

Am nächsten Morgen sind wir dann wieder zeitig aufgebrochen, da wir uns für diesen Tag bereits Samstagabend Karten für eine Überfahrt um 11 Uhr nach

mit
besorgt hatten. Wie sich bei der Ankunft am Pier 33 herausstellte, war es sehr gut, dass wir am Abend vorher da waren, da wir nicht die einzigen waren, die für Sonntag diesen Ausflug geplant hatten.
Nach einigem Warten und dem obligatorischen Foto vor der 'Alcatraz Foto Wand', das man anschließend im Doppelpack für günstige 22 $ hätte erwerben können, waren wir dann pünktlich um 11 Uhr auf dem Oberdeck der Alcatraz Fähre, und erspähten diesen netten kleinen Seehund auf dem Deck eines ebenfalls an der Pier liegenden Versorgungsbootes.

Leider gibt das Foto nicht wieder, wie nett sich der 'kleine' dort in der Sonne hin- und hergerollt und bewundern lassen hat.
Nach dem Ablegen haben wir dann bei bestem Wetter die Überfahrt zu 'The Rock' genossen.

Und da lag er vor uns...

Einladende Schilder an der Küste und am Gebäude auf der Insel heißen jeden Gast willkommen. Zumindest glaube ich, dass es dort ungefähr so geschrieben steht.


Naja, zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass 'indians' willkommen sind.
Wir sind es aber dann auch, und alle Sorgen sind unbegründet. Zuerst erzählt uns ein Ranger etwas über die Insel, und dann dürfen wir sie selber zu Fuss erkunden. Für besonders fußfaule Leute gibt es auch eine E-Karre mit Anhänger, um von der Pier zum Zellenblock zu kommen.

Schon der Wachturm am Hafen weckt irgendwie komische Gefühle. Einerseits nur einen Steinwurf entfernt liegt San Francisco, rundherum blüht das Leben, Segelboote und Ausflugsdampfer fahren wenige Meter an der Insel vorbei, und hier war ein Hochsicherheitsgefängnis mit den schwersten Verbrechern der USA. Schon irgendwie faszinierend.
Mehr Infos gibt es übrigens hier !


Neben den kleinen Zellen mit den Gittertüren war aber wohl der Ausblick auf die schöne Welt draußen mit das Härteste in Alcatraz.

Aber wie man auf diesem Bild zieht, hat der Zahn der Zeit oder besser das Salz des Pazifik doch sehr stark an der Substanz der Insel genagt. Nicht zuletzt war dass ja auch ein Grund für die Schließung von Alcatraz. Aber mehr dazu unter dem oben genannten Link zu Wikipedia.

Auf jeden Fall war der Ausflug nach Alcatraz sehr schön. Nicht zuletzt wegen der Überfahrt und den tollen Panorama. Auch die Audio-Tour im Zellenblock mit Schilderungen von Zeitzeugen, die sogar in Deutsch verfügbar ist, bringen einem das Treiben und Geschehen vergangener Tage in dem Hochsicherheitsgefängnis doch sehr realistisch näher. Und von der Terrasse am Südende der Insel hat man folgenden Blick!
Ich entschuldige mich an dieser Stelle für das unprofessionelle Foto, aber mein Firmencomputer gibt nun mal nur paint als Bildbearbeitungsprogramm her.


Nach der Rückkehr ans Festland am frühen Nachmittag hatten wir eigentlich nur noch einen Programmpunkt auf unserer Liste. Zuvor fahren wir aber noch einmal die Runde mit dem Cabrio Bus - weil es so schön war. Doch dann kommt noch einmal das große Abenteuer: Wenn man schon in San Francisco ist, muss man auch mal Cable Car fahren. Ich wollte außerdem noch mal zur Lombard Street, und die 'acht Kehren in einem Block' fotografieren, und somit haben wir diese beiden Sachen verbunden. 
Hier die acht Kehren, die jedoch leider nur sehr schwer mit der Kamera einzufangen waren.
 
Hier mal ein Bild vom Gefälle der Hyde Street ....

.... und hier ein Bild, von einem Cable Car, das diese Steigung voll beladen mit Touristen erklimmt.

Ebenfalls ein beliebtes Motiv auf Postkarten oder Reiseführern - das Cable Car auf der Hyde Street mit Alcatraz im Hintergrund.
Wir sind dann hier eingestiegen, und die Hyde Street bis zur Washington Street hinauf gefahren, bevor es dann die Washington und Powell Street hinunter ging.
Das System Cabe Car fasziniert mich immer noch sehr, und ich ärgere mich auch schon, dass wir nicht die Zeit gefunden haben, das Cable Car Museum an der Ecke Washington / Mason Street besucht zu haben. Die vier Cable Car Linien in San Francisco werden alle von dort aus betrieben. Vier große Motoren treiben von diesem Zentralen Ort alle Zugseile in den Straßen an, die kontinuierlich mit 9,5 Meilen pro Stunde laufen. Die Cable Cars klinken sich in dieses Seil ein, und werden gezogen. An Weichen oder Abzweigungen klinken sie sich kurz aus, und danach direkt wieder ein. Aber auch hier gibt Wikipedia wieder tolle Informationen: San Francisco Cable Cars
Hier zum Schluss noch ein paar Fotos vom Endbahnhof. Zu sehen ist auch die hölzerne, von Hand betriebene Drehscheibe.
Und hier wird das Zugseil angehoben, um die Cable Cars wieder einzuklinken.

So viel zu unseren 1,5 Tagen in San Francisco. Ich hoffe, diese kleine Auswahl an Bildern die ich aus meinen über 800 Bilder von diesen beiden Tagen ausgewählt habe, hat euch nicht allzu sehr gelangweilt. 
Ich kann eigentlich nur jedem einen Besuch dieser wunderbaren Stadt empfehlen. 

Gruß Niklas